auf dem Weg der Mönche

Bei schönstem Herbstwetter nehme ich mir heute einen Teil des Pfälzer Weinsteigs vor.

 

Dieser 153 km lange Fernwanderweg beginnt in Neuleiningen und endet am Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach. Bisschen viel für einen Tag und so steige ich in Etappe sieben ein.

 

Wie immer erfolgt die Anreise mit Bus und Bahn. Ein wenig Planung ist nötig, denn von Landau geht nur alle zwei Stunden ein Bus zu meinem Startpunkt in Eußerthal.

 

1148 wurde hier ein Kloster gegründet. Man wollte das Tal landwirtschaftlich nutzen und dafür sollten die Mönche sorgen.

18 Jahre später kam der Aufschwung, denn Friedrich Barbarossa stellte das Kloster unter Reichsschutz. Damit einher gingen reiche Schenkungen, darunter auch Weinlagen. 

Die Burg Trifels war ja nur einen Tagesmarsch entfernt und so waren es die Eußthaler Mönche, die dort im 12. und 13.Jhdt die Reichskleinodien bewachten. Kein schlechter Job, doch 1298 war damit Schluss und die Bedeutung des Klosters nahm stark ab. 

Viel ist nicht erhalten vom ehemaligen Kloster. Nur Chor und Querschiff stehen noch und dienen heute als Pfarrkirche.


 

  

 

Irgendwie mussten die Mönche ja zum nahegelegenen Trifels gelangen. Bus und Bahn gab es damals noch nicht und so nahmen sie den direkten Weg über den Franzosenkopf und Gräfenhausen.

 

Warum sie den Weg auf dem Rücken von Eseln zurückgelegt haben, ist mir spätestens in Gräfenhausen auch klar.

 

Doch noch geht es ganz gemütlich auf dem Mönchsweg (der hier parallel zum Weinsteig läuft) durch Wiesen und vorbei an Wegkreuzen.


 

 

Kaum habe ich aber den Wald erreicht, geht es recht steil bergan. Da wäre ich jetzt über einen Esel auch recht dankbar. Ich habe aber leider keinen und so ist an der Eselstränke erst mal eine kleine Rast angesagt.

 

 


Das sind aber nur die vielen Esskastanien, die jetzt reif sind und von den Bäumen fallen. Wie gut, dass die nicht Kokosnussgröße haben. Wieviel Wanderer würden dann wohl mit einer ordentlichen Beule nach Hause kommen. So piekst es höchstens ein wenig.

 

Doch noch immer habe ich den Scheitelpunkt nicht erreicht. Ständig habe ich das Gefühl nicht allein im Wald zu sein. Überall knackt und raschelt es. 

 

 

Endlich ist der Gipfel erreicht, doch der Abstieg hat es ebenfalls in sich. Auf dem schmalen und steilen Pfad braucht man schon die Trittfestigkeit eines Esels, um heil unten anzukommen.

 

 

 

 

 

 

  

Für die Strapazen belohnt mich dann aber der Blick auf die drei Burgen Trifels, Anebos und Münz.


Ein netter Kerl weist mich darauf hin, dass ich von hier einen Umweg über den Burgunderweg machen könnten, aber ich lehne dankend ab. Es ist noch ein Stück bis Annweiler und ich will ja dort noch aufs Keschdefest.

 

  

 

 

 

 

  

 

Also wende ich mich in die andere Richtung und marschiere durch Gräfenhausen mit seinen hübschen Häusern und Brunnen.

Hier verlasse ich dann auch den Mönchsweg und nehme den Pfälzer Weinsteig für die zweite Etappe. Der nette Wegweiser zwinkert mir zu.

Ist das jetzt ein “wenn du wüsstest” oder will er mir Mut machen? Die Wildsau schweigt sich darüber aus. Kaum im Wald geht es nämlich wieder bergauf und diesmal noch höher als beim ersten Mal. Der Pfad führt in Kehren bergauf, ist deshalb nicht so steil und weit angenehmer zu wandern.


 

Trotzdem bin ich doppelt froh, endlich an der Holderquelle anzukommen. Erstens, weil sie sich für eine kleine Rast anbietet und zweitens, weil es heute nicht höher hinauf geht.

 

 

 

Stimmt nicht ganz, ein kleines Stück geht es noch auf breitem Waldweg hinauf und dann weist mir das nächste Schild den Weg bergab. Ich folge dem schmalen Pfad und dann taucht irgendwann der Trifels in greifbarer Nähe zwischen den Bäumen auf.


 

Jetzt ist es nicht mehr weit bis Annweiler. Ein letzter Blick vom Krappenfelsen und dann zieht es mich mit Macht nach Annweiler zum Keschdefest. Eine leckere Keschdesuppe habe ich mir jetzt wohl redlich verdient und eine Tüte Maronen muss auch sein.

 

Anreise
Anreise

Bahn bis Landau

weiter mit Bus 521 bis Eußerthal

Einkehr
Einkehr

Abstecher zur Jung-Pfalz Hütte

Annweiler


Strecke
Strecke

Start: ehemaliges Kloster Eußerthal

Ziel    : Annweiler

Km     : 9.6