leuchtender Weinberg

Einmal im Jahr, immer am zweiten Wochenende im März, verwandeln sich die Weinberge zwischen Bad Dürkheim und Ungstein nach Sonnenuntergang in ein Lichtermeer.

Wäre ja allein schon ein Grund sich das mal anzuschauen.

Das Ganze ist aber verbunden mit einer Open-Air-Weinprobe. Bis zu 15 Weine der umliegenden Weingüter kann man probieren. Den Weinpass und das Probierglas dafür bekommt man für 18.00€ im Vorverkauf. Man sollte sich auch unbedingt vorab anmelden, denn in der Regel ist die Veranstaltung bereits vorher ausverkauft und es gibt keine Tickets mehr an der Abendkasse.

Vom großen Parkplatz am Riesenfass geht es durch die ersten beleuchteten Weinberge hinauf zur Michaeliskapelle.

Wenn mit mir nicht tausende andere Weinpilger unterwegs wären, wäre das mit dem Vollmond eine richtig romantische Angelegenheit. Wenn aber immer wieder ein "Junggesellenabschied" gröllend an dir vorüber zieht, ist es mit der Stimmung hin.


Die ursprüngliche Michaeliskapelle gibt es schon seit 1601 nicht mehr. Im Mittelalter, kamen zum Namenstag des Heiligen Michael die Wallfahrer hier her, um Vergebung für ihre Sünden zu erlangen. Das geschah durch den Kauf von Ablassbriefen.

Wer sich von seinen Sünden frei kaufen kann, der muss noch mehr Geld haben, dachten sich wohl die Bauern und Winzer der Umgebung und kamen mit Wein, Wurst und Brot ebenfalls zur Kapelle.

Das geschah jedes Jahr zum 29.09. und jetzt ratet mal, was daraus entstanden ist? Die Pfälzer unter uns werden es wissen; es ist der Dürkheimer Wurstmarkt.

Frei nach dem alten Kinderlied "bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider..." erstrahlt die Kapelle heute Nacht abwechselnd in den schönsten Kleidern (äh, Farben).

Sechs Kilometer führt uns der Rundweg durch die bekannten Weinlagen Michelsberg, Spielberg, Herrenberg und Weilberg zwischen Bad Dürkheim und Ungstein. An 15 Stationen kann man unter insgesamt 26 Weinen wählen und den leckeren Rebensaft probieren. Weitere 19 Zelte sorgen mit Gaumenschmaus dafür, dass der Alkohol nicht gar so schnell ins Blut geht.

 Da ist auch wirklich für jeden was dabei, vom typisch Pfälzer Saumagen oder den Dampfnudeln mit "Woisoß“ über Gulaschsuppe und Germanenspieß zu den exotischeren Genüssen wie asiatischer Glasnudelsalat und afrikanischer Gemüsetopf. Wer es lieber süß mag, auch Crêpes und Muffins sind im Angebot.


Auf die alten Römer trifft man nicht ohne Grund immer wieder in der Pfalz und am Rhein. Die wussten halt, wo es schön ist. Nur durch Zufall stieß man 1981 auf die Römervilla im Weinberg.

Die müssen auch damals schon gutes Geld mit dem Weinanbau gemacht haben, denn alleine das Haupthaus hatte eine Frontlänge von 150 Metern.

 

Von hier oben hat man dann auch den genialen Rundumblick über die illuminierten Weinberge.

Die Hälfte der Strecke wäre auch geschafft und man hat jetzt die Wahl, entweder mit dem Shuttlebus zurück zum Riesenfass (sollte der Alkohol sich bereits bemerkbar machen) oder sich durch die zweite Hälfte des Weinangebots trinken.