vom Trifels zur Madenburg

Für heute haben wir uns Teil zwei des Keschdeweg von Annweiler bis Eschbach vorgenommen.

 

Mit dem Nahverkehr geht es bis Annweiler Bahnhof und von dort mit dem Bus hinauf zum Trifels.

Ok, das hätte ich auch wandern können, aber muss ja nicht sein und außerdem bedeutet Bushaltestelle Trifels nicht gleich Burg Trifels. Von dort sind es noch 20 Minuten bergauf.

Selbst über die Grenzen der Pfalz hinaus ist sie bekannt. Schuld daran ist wohl ein berühmter Gefangener, nämlich der englische König Richard Löwenherz. Zur Zeit der Staufer befand sich hier das Staatsgefängnis für Prominente. Eingesessen hat er aber nur für zwei Wochen und durfte dann gegen ein Lösegeld ziehen.

Bekannt ist die Gegend für ihre Buntsandsteinfelsen und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Höhenburg Trifels auf einem solchen erbaut wurde. Der Fels ist dreifach gespalten und somit Namensgeber der Burg. Ob ich meine Burg aber auf so einem Fels erbaut hätte? Er scheint aber stabil zu sein, denn sie steht dort noch immer in voller Pracht.


Und noch eine Legende rankt sich um den mächtigen Fels. In seinen Tiefen soll ein Kaiser schlafen. Ist ja ein bisschen, wie bei Dornröschen, aber wer soll den denn wach küssen?

Dreimal im Jahr findet auf dem Trifels Burgleben statt. Zum regulären Eintrittspreis kann man dann so einiges über das Leben auf der Burg erfahren. 

Den Thron fanden meine Drachen ganz nett, aber die Schlafstätte eines Ritters war ihnen dann doch zu unbequem. Kein Wunder, wenn man daheim ein weiches Bett hat. Als aber jemand auf die Idee kam, leckeres Kessel(drachen)fleisch zu kochen, wollten sie vom Burgleben nichts mehr wissen und nur noch rasch weiter ziehen.

Ein Blick vom Vorhof zeigt uns bereits unser nächstes Ziel. 

Dazu müssen wir aber erst wieder bergab zum Parkplatz, um auf der anderen Seite den Berg erneut zu erklimmen. 

Zuerst folgen wir dem Buntsandsteinpfad, der uns zur Ruine Anebos bringen soll. Irgendwo haben wir aber scheinbar einen Abzweig verpasst und laufen an ihr vorbei. Eigentlich nicht weiter schlimm, denn der Pfad ist in Form einer Acht angelegt, sodass wir kurz darauf wieder auf einen Wegweiser stoßen. 


Mal ehrlich, wenn ich nicht wüsste, dass es sich bei dem Gebilde um eine ehemalige Burg handeln soll, hätte ich es nicht als solche erkannt. Für mich sieht das aus, wie einer der vielen Felsen hier in der Gegend. Man muss schon ganz genau nach Spuren von Mauerwerk oder Balkenlöchern suchen. 

Gelebt hat hier einst das Geschlecht Anebos, erstmals erwähnt 1194. Die können aber nicht sehr erfolgreich gewesen sein, denn schon 72 Jahre später waren sie wieder von der Bildfläche verschwunden. 

Gibt nicht viel zu sehen hier und so marschieren wir weiter entlang der vielen Felsen, die dem Rundweg seinen Namen gaben. Ich finde diese Felsen einfach faszinierend. Keiner gleicht dem anderen, manche ziehen sich über Kilometer in die Länge und wieder andere ragen steil in die Höhe. Das zieht an schönen Tagen, wie heute, Kletterer an. Um nichts in der Welt würde man mich dort hoch bekommen, nicht mal, wenn es Leitern gäbe.

Eine Weile schauen wir dem Treiben zu, doch dann müssen wir weiter. Es stehen ja noch zwei Burgen auf dem Programm. 

Ein schmaler, an manchen Stellen fast zugewachsener Pfad führt uns zur Burg Scharfenberg.

Und von der Ferne grüßt der Trifels.

Hier ist wenigstens noch der Bergfried der Oberburg erhalten.

 

Diese dritte Burg der Trifelsgruppe wird auch Münz genannt. Die Stadt Annweiler erlangte 1219 das Münzrecht und eine Burg inmitten des Pfälzer Wald bot sich da hervorragend als Prägestätte an. Gegründet wurde die Burg bereits im 11. Jhdt als Reichsburg durch die von Scharfenbergs. Im Laufe ihrer Geschichte wechselte sie aber noch häufig den Besitzer, bis der Bauernkrieg das Ende brachte. Was nach der Eroberung und Zerstörung der Bauern blieb, kann man heute bewundern, wenn man die Ruine einmal umrundet.


Zurück auf dem Buntsandsteinpfad sind wir etwas verwirrt. Dem Pfad wollen wir eigentlich nicht weiter folgen, denn der führt zurück zum Parkplatz am Trifels. Wir aber wollen zum Parkplatz Windhof und von dort dem Keschdeweg nach Eschweiler folgen. 

Was tun? Wir beschließen dem Burgenweg zu folgen. Wenn alles schief läuft, führt der uns zurück nach Annweiler. Ist eigentlich nicht der Plan, aber sicher. Mit viel Glück führt er uns aber auch am Windhof vorbei und so ist es auch.

Das Schöne an den Pfälzer Wanderparkplätzen ist ja, dass sich dort immer eine Wanderkarte und Wegweiser befinden. So ist es ein leichtes für uns wieder auf den rechten Pfad zu kommen. 

 


Dem Cramerpfad folgend, geht es jetzt sanft bergab Richtung Madenburg. Hier sind wir wieder ganz alleine unterwegs. Erst kurz vor dem Parkplatz Madenburg wird es voll im Pfälzer Wald.

Burgen liegen nun mal auf Bergrücken und so geht es das letzte Stück wieder bergauf zur Madenburg. Sie gehört mit 180 Meter Länge und 50 Meter Breite zu den größten Burgen in der Pfalz. Irgendwie wirkt sie auf mich gar nicht so riesig. Vielleicht, weil sie doch recht verfallen ist. 


Dafür ist sie bewirtschaftet und deshalb ist jetzt erst mal Vesperpause mit Bratwurst und Schorle angesagt.

Das letzte Wegstück Richtung Eschbach folgt dem Keschdeweg bergab. Leider ist der Pfad an manchen Stellen sehr verschlammt und nicht schön zu laufen.

 

In Eschberg angekommen, müssen wir feststellen, dass wir den Bus um wenige Minuten verpasst haben. Ist aber nicht so schlimm, denn der nächste geht in einer Stunde und ein Bummel durch den kleinen Ort lohnt allemal. 

Zwischen schönen alten Fachwerkhäusern trifft man auf Brunnen mit historischem Hintergrund, 

wie etwa den Eschbacher-Rutsch-Brunnen.

Am 11.08.1849 feierten die Menschen auf der Madenburg die tausendjährige Zugehörigkeit der Pfalz zum deutsche Reich. Plötzlich zog ein Unwetter auf und machte den Weg ins Tal durch Geröll und Schlamm unbegehbar. Da half nur eines: auf den Hosenboden setzen und rutschend ins Tal gelangen.

Kann ich gut nachvollziehen, denn selbst ohne Unwetter fand ich den Pfad ziemlich rutschig.


Jetzt frag ich mich zum Schluss noch, was es mit den Tieren im Dorf so auf sich hat. 

Die Hasen lassen sich leicht erklären, denn die Weintrauben geben bereits einen Hinweis darauf. 

Hasen ist der Name der Eschbacher Weinlage.

 

  

Was hat es aber mit den vielen Eseln auf sich? Nun ja, im 15. Jhdt lebten auf der Madenburg Adelige, die der Rittergesellschaft derer "mit dem Esel“ angehörten. Der Esel war ihr Gesellschaftszeichen und die Eschbacher Bürger Untertanen der "Eselsritter“ Somit hatten sie ihren Spitznamen weg. Gibt schlimmeres, oder?

Anreise
Anreise

Hinfahrt

Zug bis Annweiler Bahnhof

Bus 527 bis Trifels

Rückfahrt

Bus 531 ab Eschbach via Annweiler oder Landau

Einkehr
Einkehr

Madenburg


Strecke
Strecke

Start: Bahnhof Annweiler

Ziel    : Eschbach

Km     : 10