Sandkünstler

Man nehme ca. 180 Tonnen Sand und eine Handvoll Künstler. Was dabei heraus kommt kann man noch bis zum 31.08.17 im blühenden Barock zu Ludwigsburg bewundern.

 

Vor Jahren waren wir bereits hier und haben uns damals die Gartenanlage genauer angesehen (Blühendes Barock und edle Pferde) 

Eigentlich wollte Herzog Ludwig an der Nordseite seines Schlosses einen Terrassengarten anlegen, mit Springbrunnen und allem was die italienische Gartenkunst sonst noch so zu bieten hat.

 

Warum er das Vorhaben aufgab? Vielleicht war im das Gelände zu steil, vielleicht gefiel im die Südseite doch besser? Denn dort entstand später ein Barockgarten im französischen Stil.

 

 

Davon ist heute aber auch nichts mehr vorhanden. Jeder König hat da seine eigenen Vorstellungen und so blicken wir heute auf den Wasserkanal, der zu Zeiten König Friedrich I. entstand.

Trotzdem ist der Nordgarten einer der ältesten Gartenteile. Von der barocken Terrassenanlage ist aber nichts mehr zu sehen. Kein Wunder, denn Friedrich der II ließ den Garten 1800 nach seinem Geschmack umgestalten.

 

Und genau da zieht es uns jetzt auch hin, denn genau da waren die Sandkünstler am Werk.

Kaum haben wir das Schloss umrundet, stehen wir auch schon vor eine Dame im prachtvollen Barockkleid. Nicht unbedingt verwunderlich, denn Barock passt ja in einen solchen Garten und außerdem ist es Thema des Wettbewerbs.

Mir sind ihre Gesichtszüge aber ein wenig zu männlich.


 

 

 

 

Schloss Favorite, das Lustschloss der Könige wird zur Zeit renoviert und man kann es nicht besichtigen. Wie prachtvoll es aussieht, kann man aber an Hand der Sandskulptur erahnen.

 

 

 

 

 

Ein paar Schritte weiter treffen wir auf König Friedrich I oder besser sein Haupt in Sand.

 

Von hier oben hat er das ganze Treiben bestens im Blick und auch wir können uns schon mal einen Überblick verschaffen über den Nordgarten und die Sandgebilde.

 

Am Rand der Anlage sind sie aufgereiht, die sechs Sandskulpturen, die am Wettbewerb teilgenommen haben. Bevor wir uns die aber genauer ansehen, führt uns der Weg noch zu zwei weiteren Kunstwerken.

 

Wie gesagt, das Thema ist Barock und wäre ich nicht so ein Kunstbanause, würde ich wahrscheinlich erkennen, dass in diese Säule einige architektonische Stilmittel aus jener Zeit erkennbar sind. Was nicht heißt, dass mir die Skulptur nicht gefällt.


Ein Schloss hat einen König (oder auch mehrere) und was hat der König als Zeichen seiner Macht (unter anderem)? 

 

 

Eine Krone natürlich und die darf dann wohl keines Falls fehlen. Seit 1918 gibt es keinen König mehr im Ländle, aber die Krone kann man noch immer im Landesmuseum und auch hier im Garten bewundern.


Damit wäre das geklärt und wir können uns dem Wettbewerb zuwenden. Die Gewinner wurden bereits ermittelt und mal schauen, ob ich mit der Jury übereinstimmen.

Den Anfang macht Kevin Crawford (Australien) mit seiner barocken Dame. Die hat sich fein gemacht für den Ball und wird wohl gleich mit der Kutsche durch die barocke Stadt fahren. Braucht die dazu einen Schutzengel? Mir gefällt das Kerlchen aber.

 

 


 "Barock'n Roll“ heißt die nächste Skulptur und da sind wir schon wieder beim Engel. Niall Magee (Irland) hat diese freche Putte geschaffen. Schade, dass er damit nicht unter den ersten drei gelandet ist. Meine Stimme hätte er bekommen.

Barocke Damen stehen wohl hoch im Kurs, denn gleich neben dem rockenden Engel treffen wir auf eine weitere. Erschaffen wurde sie von Benoit Dutherage (Frankreich) und er gewinnt damit Platz drei. 

Jeroen van der Vlag (Schweiz) lässt seine Barockdame, begleitet von einem Fisch, durch die Wellen reiten. Wenn man bedenkt, dass er ursprünglich aus Holland stammt, macht das sicher auch Sinn. Das Ganze hat was märchenhaftes und das reicht für den zweiten Platz. 

Ist das jetzt noch Barock oder eher moderne Kunst? Spiralen sind Elemente des Barocks und die setzt Michela Ciappini (Italien) hier ein. Wahrscheinlich gibt es aber noch mehr Kunstbanausen, die das auch nicht wissen, denn auch diese Skulptur hat es nicht unter die ersten drei geschafft. 

Welche Zutaten benötigt es jetzt aber für eine Siegerskulptur? Na, ist doch klar: ein bisschen Amore, zwei umschlungene Menschen, nackte Haut – da geht die Fantasie auf Reisen und die Stimmen sind Fergus Mulvany (Irland) sicher. 

Bevor wir uns auf den Heimweg machen, schauen wir noch beim Namensgeber der Stadt vorbei. Herzog Ludwig wollte 1704 nämlich einen Jagdsitz außerhalb der Stadt Stuttgart. Um das Schloss entstand eine Stadt und Ludwigsburg war geboren.

 


 

 

 

 

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