Geister, Gräber und Ruinen bei Ramsen

Heute nehmen wir euch mit auf eine Wanderung zu Burgen und Klöstern. Ein wenig gruselig wird es auch. Lasst euch überraschen. 

Mit der Bahn geht es wieder nach Ramsen. Diesmal führt der Weg aber vorbei an der protestantischen Kirche Richtung Marktplatz.

 

 

 

 

 

 

 

Dabei kommen wir an ganz vielen Wildschweinen vorbei. Die stehen hier aber nicht nur, weil noch viele von ihnen im naheliegenden Stumpfwald leben, sondern auch, weil die Einwohner als “Ramser Wildsäue” bezeichnet werden. Ganz ehrlich, wir möchten jetzt gar nicht so genau wissen, warum.

Noch ein paar Schritte weiter liegt die Kerb begraben. Wie in vielen Pfälzer Gemeinden findet auch hier im September die Kerwe statt. Dann wird die Kerb ausgebuddelt, darf ein langes Wochenende feiern, nur um dann für ein weiteres Jahr verbuddelt zu werden. Was bitte ist das denn für ein Leben?

 

 

  

 

 

 

Egal, wir wandern weiter Richtung Stauf, entlang von Feldern und Wegekreuzen. Eigentlich hatten wir gehofft, dass die Beschilderung uns irgendwann auf einen Feldweg führt, aber es geht leider immer entlang der Straße.

Das ist jetzt weniger schön. Zum Glück entdecken wir nach einiger Zeit einen kleinen Pfad, der bergauf Richtung Stauf führt. Froh, endlich von der Straße wegzukommen, biegen wir ab und kommen uns an manchen Stellen vor, wie auf einem Dschungelpfad. Überall hängen Flechten an den Zweigen.

 


Kurz vor dem Ziel gibt der “Dschungel" dann den Blick frei auf die umliegende Landschaft. Was für ein schönes Plätzchen. Genau richtig für eine kleine Rast. 

Ein letztes Stück geht es noch bergauf und dann stehen wir vor den Überresten der Burg Stauf.

 

 

Sie ist die älteste Salierburg der Pfalz.

Erbaut 1000 n. Chr, Heimat einiger Grafen und Herzöge und 1525 im Bauernkrieg zerstört und unbewohnbar gemacht. Die Ruinen haben sicher viel zu erzählen.

 

 

 

Teile der einst stolzen Burg findet man auch im nahegelegenen Dorf Stauf. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde sie als Steinbruch zum Wiederaufbau des Dorfes missbraucht. Da ist es auch kein Wunder, dass nicht mehr viel von der einstigen Pracht erhalten ist. Eigentlich schade. 

Unser Paulchen mit seiner Spürnase findet den nächsten Wegweiser. Sieht doch irgendwie aus, wie ein Klosterturm, oder? Dann muss uns das Zeichen doch auch zum Kloster führen. Tut es auch, war aber eigentlich ein ganz anderes Zeichen. 

Ein Stück müssen wir noch hinauf, dann geht es über blühende Wiesen sanft bergab. 

Wäre aber nicht der Pfälzer Wald, wenn es nicht auch wieder bergauf ginge. Leider gibt es in diesem Bereich nur wenige dieser Richtungsschilder mit Entfernungsangaben. Wir müssen hier mehr auf die Wegzeichen an den Bäumen achten, was nicht immer so einfach ist, wie sich noch herausstellen wird. 

Kurz bevor wir das Kloster erreichen, gelangen wir an den alten Friedhof von Rosenthal. Den gibt es schon seit Mitte des 19. Jhdt. Der älteste Stein, den wir gefunden haben, trug die Jahreszahl 1847. Selbst bei Sonnenschein finden wir es hier ein wenig gruselig. Jetzt stellt euch aber mal vor es wäre dämmrig und nebelig. 

Lasst uns lieben schnell weiter zum alten Kloster. Das liegt heute in der Sonne und wirkt so gar nicht gruselig.

1,50 € müssen wir für den Eintritt hinblättern. Das tun wir gerne und werfen den Betrag in die Box. Hätte aber auch keiner gemerkt, wenn wir das Kloster so besichtigt hätten, aber wir sind ja ehrliche Drachen.

 

Graf Eberhard von Eberstein (was ein Name) gründete das Kloster 1241. Übrigens war der Burgherr auf der nahegelegenen Burg Stauf. 

Nach und nach traten viele Töchter des Landadels ins Kloster ein. Waren die jetzt alle so häßlich, dass sie keinen Mann fanden oder herrschte dort Männermangel? Jedenfalls lebten hier im Jahre 1496 70 Personen. Da die Nonnen ihre Aussteuer mitbrachten, ging es dem Kloster richtig gut.

 

Doch 1525 kam der Pfälzische Bauernkrieg und machte auch vor dem Kloster nicht halt. Es folgten verschiedene Besitzer und es war mal Kloster und dann auch wieder nicht. Bis 1794 die Franzosen kamen und es beschlagnahmten. Von da an ging es mit der Klosterkirche bergab. Mennoniten siedelten sich hier an, bewohnten aber nur die Klostergebäude und nutzten die Kirche als Steinbruch. Da kann man von Glück sagen, dass 1851 der Bayerische Staat eingriff und die Ruine kaufte, sonst wäre heute vielleicht gar nichts mehr vorhanden. 

Nach einer kleinen Rast mit Stärkung geht es für uns zurück Richtung Ramsen. Immer dem gelben Strich folgen, sagt der Wegweiser. Das tun wir auch, doch irgendwo im nirgendwo, an einer Kreuzung haben wir ihn verloren. Zum Glück haben wir die Route auf dem Handy, aber unsere App scheint einen anderen Weg zu kennen. Den scheint aber nur die App zu kennen, denn auf dem Trampelpfad ist wohl seit Jahrzehnten weder Mensch noch Drache unterwegs gewesen. Uns bleibt aber nichts anderes übrig, als der App zu vertrauen und das GPS sagt, die Richtung stimmt. Hat sie auch, denn nach 2 Stunden erreichen wir die ersten Häuser von Ramsen. 

Da bis zur Abfahrt unseres Zuges noch etwas Zeit ist, hängen wir noch einen Abstecher auf dem Geisterpfad an. Der beginnt am Bahnhof der Stumpfwaldbahn. Die Geister sind aber nicht gruselig, sondern eigentlich ganz nett. Allerdings haben uns die Waldgeister bei Oberotterbach besser gefallen.

Anreise
Anreise

mit der Bahn bis Ramsen

Einkehr
Einkehr

Ramsen 


Strecke
Strecke

Start: Bahnhof Ramsen

Ziel    : Bahnhof Ramsen

Km     : 11 km