Quellenwanderung zur Burg Landeck

Heute wollen wir uns auf den Weg machen und die Quellen rund um Klingenmünster suchen.

Klingenmünster kennt in der Pfalz wohl jeder, aber nicht unbedingt wegen seiner Quellen oder der Burg Landstuhl, sondern weil hier die "Klappsmühle“ steht. 

Wie immer erfolgt die Anreise mit Bahn und Bus. Letzterer spuckt uns an besagter Klinik aus. 

Von hier sind es nur ein paar Schritte zum Waldrand.

Doch bevor wir uns den Quellen widmen, biegen wir links zur Nikolauskapelle ab.

Von hier können wir bereits unser heutiges Ziel, die Burg Landeck erblicken.

Die Nikolauskapelle gibt Rätsel auf. Man kennt weder das genaue Erbauungsdatum, noch den Auftraggeber.

 

Da es auf Burg Landeck keine Kapelle gibt, liegt die Vermutung nahe, dass die Grafen von Leiningen-Landeck sich hier ihre Kapelle errichtet haben. Bewiesen ist das aber nicht und ich hätte mir meine Kapelle näher zur Burg gebaut. Das war ja ne halbe Weltreise, um sonntags zum Gottesdienst zu gehen. 

Kriege hat sie überstanden, sie diente als Weinkeller und Speicher und auch so manche Renovierung im Stil der jeweiligen Zeit stand an. 

1850 fiel sie an die Kreisgemeinde Pfalz. Für die neu erbaute "Kreisirrenanstalt“ war sie aber wohl zu klein, denn sie wurde nicht als Hauskapelle genutzt und verfiel zusehends. 

Heute gehört sie zur Kirchengemeinde Klingenmünster und ist für Hochzeiten und Taufen sehr gefragt.

Viel hat sie erlebt, die kleine Kapelle inmitten der Weinberge.


Die zweite, die Martha-Quelle wird unser nächstes Ziel sein. 

Leichter gesagt, als getan. Da wir noch nicht dem offiziellen Quellenwanderweg folgen, können wir uns auch nicht auf irgendwelche Wegweiser, sondern erst mal nur auf unsere Karte verlassen. Die sagt immer geradeaus und bei Gabelungen links halten. 

Klappt zum Glück auch ganz gut und endlich taucht ein Wegweiser zur Martha-Quelle auf. 

Ich liebe es alleine durch die Wälder zu streifen und an einem solchen Platz Rast zu machen. Man sitzt unter schattigen Bäumen, lauscht dem Plätschern der Quelle und genießt die Stille.

Doch genug zur Nikolauskapelle und ihrer Geschichte. Jetzt geht es Richtung Wald und zur ersten Quelle, der Johanna-Quelle. Johanna war die älteste Tochter des damaligen Direktors der Irrenanstalt und verstarb 1887 mit nur 13 Jahren nach schwerer Krankheit. Ihr zum Andenken ließen die Eltern zwei Quellen fassen.

 

Irgendwann wird es aber Zeit zum Aufbrechen, denn es liegt ja noch ein Stück Weg vor uns. Da wir uns jetzt aber auf dem Quellenweg befinden, ist das mit der Orientierung einfacher, da wir nur dem Zeichen folgen müssen.

 


Warum aber führt mein Weg immer schmal bergauf, statt breit und bequem gerade aus? 

Der Wegweiser an der nächsten Weggabelung weist die Richtung zur Röxel-Quelle.

 

 

Irgendwie kommen uns die angegebenen Kilometer so lang vor und wir haben schon Angst, die Quelle übersehen zu haben.


  

 

Doch dann trifft der schmale Pfad auf einen breiten Fuhrweg und dort liegt auch die Quelle. Ehrlich gesagt, die ist so groß, die hätten wir gar nicht übersehen können.

 

 


Hier stellt sich jetzt die Frage, ob wir noch eine kleine Schleife zur Erb-Quelle drehen, oder dem breiten Weg direkt zur Burg Landeck folgen. Es ist erst früher Nachmittag und so reicht die Zeit noch locker für den kleinen Umweg. 

Die Quelle ist jetzt allerdings schwierig zu finden. 100 Meter sagt das Schild, aber wo ist die Quelle? Man kann sie hören, aber dichtes Gestrüpp verbirgt sie und der schmale Pfad hinab hat unter den Regenfällen der letzten Tage sehr gelitten. Durch Brennnesseln kämpfen wir uns hinab, ab es war die Mühe wert. Überall wächst Farn und wir fühlen uns versetzt in einen Südamerikanischen Dschungel mit Inka-Ruinen. 

Von hier geht es jetzt theoretisch, immer dem Quellenweg folgend, geradeaus zur Burg Landeck. Und dann stehen wir doch wieder an einer Weggabelung und weit und breit kein Q zu sehen. Was tun? Dann folgen wir jetzt einfach einem der anderen Zeichen, die laut Karte auch den Weg zur Burg weisen. War nicht ganz korrekt, wie sich an der nächsten Gabelung entpuppt, denn dort treffen wir plötzlich wieder auf den Quellenweg. 

Kurz darauf sind wir auch nicht mehr allein im Wald, sondern treffen auf größere und kleinere Wandergruppen. Ein eindeutiges Indiz, dass der nächste Parkplatz und damit die Burg nicht mehr weit sind. Und richtig, da tauchen auch schon die ersten Autos und die Mauern der Burg auf.

 

 

Über die Zugbrücke geht es ins Innere. Burg Landeck ist eine von drei Burgen rund um Klingenmünster. Ob sie aber wirklich zum Schutz der Benediktinerabtei von Klingenmünster diente, ist umstritten. Fakt ist aber, dass sie den höchsten und besterhaltenen Bergfried der Pfalz hat. Das glauben wir gerne, aber hinauf mögen wir jetzt nicht mehr. Uns reicht ein lauschiger Aussichtsplatz in den alten Ruinen, von wo wir über die Rheinebene blicken können.

 

Anreise
Anreise

Bahn bis Landau

Bus 531 bis Pfalzklinikum

Einkehr
Einkehr

Burg Landeck


Strecke
Strecke

Start: Pfalzklinikum Klingenmünster

Ziel    : Burg Landeck

Km     : 8 km