Auf Premiumwanderwegen rund um Pirmasens

Wo die Hexe mit dem Teufel durch Felsentor tanzt, muss ja ordentlich was los sein. Auf drei Premiumwanderwegen werde ich herausfinden, was es damit auf sich hat.

25°C
25°C

durch die Hexenklamm

22.06.2020


6.7 km
6.7 km

Früh am Morgen mache ich mich mit Bus und Bahn auf den Weg nach Pirmasens. Immerhin sind es von daheim fast 3.5 Stunden. Aus diesem Grund ist für heute auch nur eine kurze Wanderung geplant. Dank Corona und Kurzarbeit muss ich meine 3-Tage-Wanderung nicht auf das Wochenende legen. Alle Einstiegspunkte meiner Touren sind mit den Öffentlichen erreichbar, nur leider nicht sonntags.

So nehme ich vom Bahnhof Pirmasens den Bus 2031 und der bringt mich direkt zur Station Hexenklamm.

Zuerst folge ich einem Waldweg, der mich noch nicht sehr an eine Klamm erinnert, aber ich treffe nach kurzer Zeit auf die Namensgeberin der Klamm, die Hexe.

 

Nach einem kurzen Plausch (so von Hexe zu Hexe) geht es weiter.

 

Für zwei Übernachtungen benötige ich nicht viel Gepäck und so habe ich beschlossen, erst die Wanderung zu machen und dann im Hotel einzuchecken. Aus genau diesem Grund werde ich den Premiumwanderweg Hexenklamm auch gegen den Uhrzeigersinn laufen. Dadurch spare ich mir insgesamt etwa einen Kilometer, den ich sonst doppelt laufen müsste.

Der Einstieg ist schnell gefunden. Quer über dem Weg hängt ein großes Schild und auch das kleine Hexensymbol wird mir heute treu den Weg zeigen.


Warum aber heißt diese Klamm überhaupt Hexenklamm? Dazu gibt es eine Legende. Einst war ein Fuhrmann des nachts auf dem Heimweg. Wie das so ist, war er wohl vorher in der Schenke und hatte dem Wein ordentlich zugesprochen. So kam es, dass er mit seinem Fuhrwerk durch die Klamm irrte und dabei mehrfach im Kreis fuhr. Als er schließlich daheim ankam, schwor er Stein und Bein, es wären Hexen gewesen, die ihn in die Irre geführt hätten. Ob seine Frau ihm das wohl abgekauft hat?

Und dann wäre es mir fast wie dem Fuhrmann ergangen und ich hätte mich schon nach wenigen Metern  verlaufen. Zur Hexenklamm geht es rechts einen schmalen Weg hinab, während der falsche Weg breit und gut sichtbar geradeaus führt. Aber nicht mit mir. Auf diese Tricks falle ich nicht mehr herein.

Frage mich allerdings, was es mit dem Wahrheitsgehalt der Legende auf sich hat. Auf diesen Wegen ist niemals ein Fuhrwerk unterwegs gewesen.


Es ist heller Tag und ich fürchte mich auch nicht vor Hexen, also folge ich dem schmalen Weg hinab in die Klamm. Ich hatte schon befürchtet, dass der Pfad nach den Regenfällen der letzten Tage schlammig und rutschig wäre, aber dem ist zum Glück nicht so.

Allerdings hat der Regen dafür gesorgt, dass der Bach genug Wasser führt und sich überall kleine Wasserfälle die Felsen hinabstürzen. Nach jeder Kurve gibt es einen neuen zu entdecken.

 

 

Aber nicht nur die Wasserfälle sind schön anzuschauen, sondern auch die vielen Blumen und überall leuchtet der Farn in sattem grün.

 

 

 

Es geht mal wieder auf schmalen Stufen bergab und dann liegt eine kleine Senke vor mir.

Auch hier ergießt sich ein Wasserfall über die Felsen und eine Bank lädt zur Rast ein. Da lass ich mich doch nicht zweimal bitten.

 

 

 


Dann bin ich leider auch schon am Ende der Klamm angekommen.

 

 

 

 

 

Von hier geht es auf breiten Wegen weiter. Ein kleiner Bachlauf weckt mein Interesse. Irgendwas krabbelt da. Lecker, ein kleiner Flusskrebs ist dort unterwegs, aber da er fürs Abendessen zu klein ist, darf er bleiben.


Inzwischen weiß ich auch, warum der Weg im Uhrzeigersinn ausgeschildert ist. Dann hat man die Klamm nämlich als Höhepunkt am Ende der Tour.

Der Teil, der jetzt noch vor mir liegt ist leider nicht so spektakulär. Ein Stück geht es entlang der Straße und dann weiter auf einem breiten Waldweg. Wahrscheinlich ist unser nächtlicher Fuhrmann hier unterwegs gewesen.

Ich folge einem weiteren Bachlauf bergauf. Der ist aber bei weitem nicht so interessant, wie die Klamm und auch die Wasserfälle würde ich nicht unbedingt als solche bezeichnen.

Einen Höhepunkt gibt es immerhin dann doch. Mitten im Wald liegen die Überreste eines alten Bunkers.

 

 

 

 

Der restliche Weg führt mich am Waldrand entlang und über Wiesen zum Ortsteil Winzeln, wo auch mein Hotel für die nächsten zwei Nächte liegt.


26°C
26°C

im Felsenwald

23.06.2020


13.4 km
13.4 km

Für heute habe ich mir den längsten der drei Premiumwege, den Felsenwald vorgenommen.

 

Der Bus bringt mich mit einmaligem Umsteigen am alten Friedhof zum Einstiegspunkt Platte. Hier muss ich mich einmal kurz orientieren, denn heute soll es korrekt im Uhrzeigersinn gehen. Ich habe in letzter Zeit öfter gelesen, der Weg sei nicht so toll ausgeschildert. Ob da wohl jemand die tollen Wegzeichen mitgehen lässt? Dabei kann man die bei der Touristinfo auch käuflich erwerben. Ich persönlich fand die Tour bis auf zwei Stellen seht gut ausgeschildert. Man muss an Weggabelungen nur beachten, dass ein breiter Weg nicht unbedingt immer der richtige Pfad ist und dass die Wegweiser nicht immer in Augenhöhe an den Bäumen angebracht sind.

Ich habe inzwischen meinen Einstiegspunk gefunden und es kann losgehen. Wie herrlich ist es, wenn man an einem Dienstag morgen den Wald ganz für sich alleine hat. Obwohl, da raschelt was im Gebüsch. Richtig wilde und gefährliche Tiere gibt es ja im Pfälzer Wald nicht und so mache ich mir auch keine Gedanken, was da wohl meinen Weg kreuzen wird. Wenige Minuten später stehe ich Auge in Auge mit einem Reh. Wir beäugen uns kurz und dann zieht jeder wieder seines Weges.

 

Kurz darauf bin ich schon am ersten Felsen dieser Tour, dem Geisenfelsen. Der ist jetzt nicht so spektakulär und ich hoffe das ist noch Luft nach oben.

 

Auf schmalen Waldpfaden geht es jetzt bergab. Schon angenehm, wenn man die Tour nicht gleich mit einer Steigung beginnen muss, aber ich weiß auch, wo Felsen sind, da geht es in der Regel bergauf.

Und so ist es auch. Ein sanfter Anstieg führt mich hinauf zum Kanzelfelsen. Der gefällt mir doch gleich viel besser. Wie lange der Pilz wohl noch stehen wird, bis in Wind und Wetter zum Einsturz bringen?


Danach wird es richtig eng. Ich erwähnte ja bereits, dass nicht immer der breite Pfad der richtige ist. Ich arbeite mich durch junge Tannen und stehe schließlich auf dem Wanderparkplatz an der K36. Viele Wege führen nach Rom oder besser von einem Wanderparkplatz fort. Doch wo ist jetzt der meine? Gefolgt wäre ich spontan einem anderen Weg. Der stellt sich aber als falsch heraus. Die Erfahrung hat mich jedoch gelehrt, dass Wegweiser nicht nur in Augenhöhe sind und so ist es auch hier. Ein Schild am Fels zeigt mir die Richtung. Vielleicht wäre an dieser Stelle ein zusätzlicher Hinweis am Baum hilfreich.

Die dazugehörige PWV-Hütte ist zur Zeit geschlossen, aber das liegt ausnahmsweise mal nicht an Corona. Schade eigentlich, denn sie würde zu einer Rast einladen.

zum Forsthaus Beckenhof. Hier habe ich mehr Glück. Unter der Woche steppt hier nicht unbedingt der Bär und so ist Abstand halten kein Thema. Ich suche mir ein schattiges Plätzcen unter einem Baum und lasse mir Apfelsaftschorle und Kuchen schmecken.

Der richtige Weg führt mich zum Starkenbrunnen.

 

 

 

So muss ich weiter, am Hilschweiher vorbei 

 

 

 

 


Gestärkt geht es bergauf weiter zum Highlight dieser Tour, dem Felsentor.

 

Im Glastal mit Brunnen und Weiher mache ich eine weitere kleine Rast und bewundere die vielen blühenden Pflanzen.

 

 


 

 

Tal = unten, Felsen = oben.

Folglich muss ich wieder aufwärts, um den nächsten Felsen zu erreichen. Auch die Schillerwand lädt zur Rast ein, aber ich habe ja noch ein paar weitere Felsen vor mir. Ich muss schon sagen, diese imposante mehrere 100m lange Felsenwand aus Bundsandstein ist schon sehr beeindruckend. Woher sie wohl ihren Namen hat. Schiller war ja angeblich nie hier.

Ist ja auch egal. Auf schmalen Waldwegen geht es weiter und dann führt mich der Weg durch einen Felsen hindurch. Das ist aber nur möglich, da er gebrochen ist. Sein Name: Gebrochener Felsen. Klingt irgendwie logisch. Schon erstaunlich, wie Wind und Regen im Laufe der Zeit die Felsen verändern. Wer weiß, vielleicht stehen hier in vielen Jahren mal zwei getrennte Felsen, weil der Spalt immer breiter wurde.

 

Mich führt der Weg weiter bergan und am Luitpoldfelsen entlang.

Nach wenigen Kilometern komme ich zu einem Wegweiser Richtung "Gebetbuch“. Was das jetzt wohl wieder ist? Kurze Zeit später bin ich schlauer. Es ist ein weiterer Felsen, der mit etwas Fantasie wirklich einem Gebetsbuch ähnelt.

Erst bergab, dann bergauf geht es weiter zur nächsten Felsformation, dem Kugelfelsen.

Hier haben wohl auch die Hexen aus der Klamm ihr Unwesen getrieben. Irgendwie führen die Wegweiser mich im Kreis oder zeigen in die falsche Richtung. Das merke ich aber erst nach wenigen Minuten. Der Weg wäre ganz nett gewesen, aber plötzlich ist weit und breit kein Zeichen mehr zu sehen. Also besser erst mal kehrt Marsch zum letzten Schild und dort die Wander-App befragen. Mein nächstes Ziel ist der Eisweiher, daher müsste es folglich bergab gehen. Bergab führt hier nur ein Pfad und den nehme ich jetzt. Gute Wahl, denn nach ein paar Metern taucht dann auch das bekannte Hinweisschild am Baum auf.

Am Weiher gönne ich mir noch mal ein kurze Rast. Von hier geht es wieder bergan zu meinem Einstiegsort und der Bushaltestelle.

wohl aber die Pilze am Baumstamm.

 Der Felsen Phillipsruhe begeistert mich nicht so sehr,


"Durch diese hohle Gasse muss er kommen“, hätte Tell wohl beim Anblick des Mordlochs gedacht. Ob hier wohl früher Wegelagerer den Wanderern aufgelauert haben und so mancher Mord geschah? Heute bin ich hier zum Glück alleine unterwegs.

Leider habe ich mich dem Mordloch etwas zu lange gewidmet und so sehe ich von meinem Bus nur noch die Rückleuchten, als ich am Busstopp ankomme. Dumm gelaufen. Jetzt muss ich lt App eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Irgendwie kommt dann abr schon nach 30 Minuten der nächste und bringt mich mit einmaligem Umstieg zurück ins Hotel.

25°C
25°C

auf Teufels Spuren

24.06.2020


6.2 km
6.2 km

Heute bin ich wieder mit großem Gepäck unterwegs. Der Teufelspfad steht auf dem Programm. Da der vom Hotel etwas schwieriger zu erreichen ist, werde ich anschließend nicht dorthin zurückkehren, sondern direkt zum Bahnhof fahren. Dann muss das Gepäck halt mit.

Zuerst geht es wieder mit dem Bus zum alten Friedhof. Die Umsteigehaltestelle kenne ich ja inzwischen, aber warum hängt hier kein Fahrplan von meinem Anschlussbus Nummer 255? Der wird doch wohl nicht woanders abfahren? Das wäre ehrlich gesagt ziemlich unpraktisch, da er nur alle zwei Stunden fährt. Zum Glück sind meine Überlegungen aber umsonst.

Ich verlasse den Bus an der Haltestelle in Obersimten. Wie der Name schon vermuten lässt, liegt der Ortsteil oberhalb. Ein paar Querstrassen rechts und links und ich bin im Wald. Von hier geht es dann bergab ins Tal, wo ich auf den Teufelspfad treffe.

Leider ist es mir vergönnt eine kurze Strecke im Tal zu laufen, dann zeigt der Wegweiser schon wieder bergan. Mein erster Ziel ist der Haspelfelsen, der mich jetzt aber nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Wahrscheinlich habe ich gestern einfach zu viele tolle Felsen gesehen.

 


 

Auf schmalen Pfaden geht es von hier weiter zum Hühnerfelsen. Hier in der Gegend hat im Frühjahr ein Sturm ordentlich gewütet. Zum Glück ist der Weg inzwischen wieder von umgestürzten Bäumen befreit, aber es gibt noch eine Stelle an der der Pfad nur notdürftig repariert wurde, nachdem er während des Sturmes weggebrochen war.

 

Der Hühnerfelsen lädt zu einer kurzen Rast ein und dann geht es auf schmalen Pfaden wieder hinab ins Tal. Der Teufelspfad zieht sich in zwei Bögen um dieses Tal mit seinen Weihern herum.

 

Also folge ich dem Teufel hinauf auf den Berg und irgendwann wird der Weg auch breiter und nicht mehr ganz so steil.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es auf der anderen Seite wieder hinaufgeht. So ist es auch und der kleine Teufel auf dem Wegweiser zeigt auf den schmalen, steilen Pfad. Ich würde ja jetzt eigentlich viel lieber dem breiten Weg an den Weihern entlang folgen, aber dann würde ich den Teufelsfelsen verpassen. 

Langsam habe ich genug vom Wandern bergauf, da steht der Kerl auf einer Lichtung doch direkt vor mir. Ob er mir ein wenig Dampf machen will? Eigentlich hätte er mir auch verraten können, dass ich bereits kurz vor dem Parkplatz und damit am höchsten Punkt bin. Tut er aber nicht, er ist ja schließlich ein Teufel.


Vom Parkplatz geht es dann erst mal ganz gemütlich auf breitem Weg am Waldrand entlang

bis zur nächsten Abzweigung. Doch zum Glück geht es von hier bergab, denn ich will ja irgendwann wieder im Tal ankommen.

Nach kurzer Zeit erreiche ich den Teufelsbrunnen und gönne mir eine kleine Erfrischung.

 

Von hier ist es dann nicht mehr weit bis zum Teufelsfelsen. Der macht jetzt wenigstens noch mal ordentlich was her. Über hölzerne Stege geht es hinab und über eine kleine Schlucht.

 

Von oben plätschert das Wasser herab und bildet einen kleinen Wasserfall, der aber nicht so beeindruckend ist, wie die Wasserfälle in der Hexenklamm.

 

Nun dauert es nicht mehr lange, bis ich wieder im Tal bin und an den Weihern entlang zum Naturfreundehaus Niedersimten laufe.

Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich kann durch den schattigen Wald wieder bergauf nach Obersimten laufen oder ich kann der Straße nach Niedersimten folgen. In beiden Ortsteilen würde ich meinen Bus zum Bahnhof erreichen. Allerdings fährt der nur alle zwei Stunden. Alternativ könnte ich jetzt auch im Naturfreundehaus einkehren. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich den früheren Bus noch erreichen könnte, also beschließe ich Gas zu geben und mich auf den Weg nach Niedersimten zu machen. Schön ist der Weg entlang der Straße nicht und er zieht sich, aber wenigstens geht es nicht bergauf.

Pünktlich zur Abfahrt bin ich an der Haltestelle. Zum Glück, denn hier wäre echt nichts los gewesen, um zwei Stunden Wartezeit zu überbrücken.

Mein Fazit der Drei-Tage-Wanderung: am besten hat mir der Felsenpfad gefallen, da er auf der ganzen Länge sehr abwechslungsreich ist, mit vielen schönen Felsformationen.

Landschaftlich finde ich die Hexenklamm am schönsten. Hier sollte man aber wirklich im Uhrzeigersinn laufen, damit man den Höhepunkt am Ende hat. Den Teil der Wanderung außerhalb der Klamm fand ich recht langweilig.

Den Teufelspfad finde ich persönlich am wenigsten spektakulär.