goldene Pagoden Mandalay

22°C
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Puppet on a String

22.11.2019


109 km
109 km

Markt in Kalaw

Da wir uns heute gegen eine weitere Wanderung entschieden haben, starten wir erst gegen 10:45 Uhr Richtung Flughafen. Ein Stopp am Markt in Kalaw ist aber trotzdem drin. Ehrlich gesagt, kann ich inzwischen auch keine Märkte mehr sehen. So unterschiedlich ist das Angebot jetzt auch wieder nicht.

 

 

 

An einem Stand entdecke ich jedoch diese schönen Marionetten, die mir heute noch mal begegnen werden.


In Kalaw kommen die Volksgruppen aus den Dörfern auf den Markt, um ihre Waren anzubieten. Ganze Familien sitzen teilweise an den Ständen.

 

 

Köche auf dem Markt in Kalaw

 

Bevor wir zum Bus gehen, kommen wir noch an einem Stand mit süßem Allerlei vorbei. Lecker sieht das alles aus und so genehmige ich mir eine gebackene Banane und ein Stück Kokoskuchen für die Fahrt zum Flughafen. Das ist jetzt mein zweites Frühstück und ehrlich gesagt ist es besser, als das im Hotel.

 

Marktfrauen in Kalaw

Gekocht wird auch bereits kräftig und einige Stühle in den kleinen Restaurants sind schon belegt. Wobei ich mich jetzt frage, ist das ein spätes Frühstück oder ein frühes Mittagessen. An dem, was auf dem Teller, bzw in der Schale ist, kann man das schlecht ausmachen.

Leckereien auf dem Markt in Kalaw

Air KBZ

Nach 45 Minuten sind wir schon in Heho am Flughafen. Unser Gepäck lassen wir im Bus. Der fährt in acht Stunden nach Mandalay und wir werden es hoffentlich heute Abend wiedersehen.

 

Mr Han übernimmt den Check-in und wir stürmen das provisorische Postamt, um endlich Briefmarken zu kaufen. Wobei Postamt ein wenig übertrieben ist. Während die Check-in Schalter geöffnet sind, steht hier eine junge Frau, verkauft Postkarten und Briefmarken und stempelt kräftig. Kaum ist der letzte Passagier durch die Sicherheitskontrolle, packt sie ihren Stand zusammen.

 

Für uns heißt es jetzt warten. Da wir unseren Mr Han dabei haben, achte ich nicht auf die Durchsagen. Ohne Guide hätte ich mich wahrscheinlich Nähe Ausgang gesetzt und gewartet bis das Schild mit unserer Flugnummer aufgestellt wird. Anzeigetafeln sind hier nicht vorgesehen.

in Mandalay gelandet

Pünktlich geht es in die Luft Richtung Mandalay. Die Flugzeit ist mit 35 Minuten so knapp, dass es nur einen Bonbon für jeden gibt und dann sind wir auch schon wieder gelandet.

 

Mandalay ist ein internationaler Flughafen, deshalb wird hier Bus gefahren, obwohl wir das kurze Stück zum Terminal auch hätten laufen können. Wir sind auf einem internationalen Flughafen, also gibt es einen Eingang für Inlandsflüge und einen für internationale. Der Witz an der Sache, beide kommen in derselben Halle raus. Man könnte in Mandalay also theoretisch und praktisch ohne Visum einreisen. Fragt sich nur, ob man auch wieder ausreisen könnte. Jedenfalls drehen auf den Kofferbändern in der Halle nationale und internationale Gepäckstücke einträchtig nebeneinander ihre Kreise. Wir haben unsere Koffer ja per Bus auf die Reise geschickt und müssen nicht warten. Jetzt ist bei Mr Han wieder Aktion angesagt. Beim offiziellen Ausgang muss das Gepäck durch das Röntgengerät. Das dauert. Unser Mr Han nimmt einfach mal einen Security-Mann zur Seite, wechselt ein paar Worte und wie durch Zauberhand verlassen wir den Flughafen durch einen eigentlich gesperrten Durchgang. So macht Reisen doch echt Spaß.

Airport Mandalay

Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt dauert dann länger als der Flug.

Gegen 15:30 Uhr sind wir im Hotel. Nach dem Check-in überlege ich noch ein wenig Richtung Fluss zu laufen. Programm ist erst morgen wieder. Nach zwei Blocks habe ich aber keine Lust mehr. Der Verkehr ist chaotisch. Überall wuseln Motorräder herum und man muss höllisch aufpassen, dass man nicht über den Haufen gefahren wird. Nö, Mandalay hat auf den ersten Blick erst mal verloren. Ich gehe ins Hotel zurück und lese ein wenig.

Um 18:00 Uhr bin ich wieder in der Lobby. Mr Han muss mir jetzt ein Taxi besorgen. Der telefoniert gerade mit dem Busfahrer und verkündet, dass die Koffer wohl gegen 18:15 Uhr eintreffen werden. Mir eigentlich egal, solange ich meinen Koffer später auf dem Zimmer wiederfinde. Das dem so ist, davon bin ich ziemlich überzeugt.

Mr Hen bestellt mir ein TukTuk. Das sei billiger als Taxi. Mir kommt es jetzt zwar nicht unbedingt auf den Preis an, aber TukTuk fahren ist auch viel spannender. Einmal halb um den Königspalast geht es und dann sind wir auch schon da. Gerade mal 4000 MMK hat die 20minütige Fahrt gekostet. Dafür würde zuhause ein Taxifahrer nicht mal den Motor starten. 

Myanmar Marionettes Theater

Ich stehe vor dem Myanmar Marionettes Theater. Übers Internet habe ich bereits von Deutschland aus reserviert. Eigentlich inklusive Abendessen, aber das scheint irgendwie untergegangen zu sein. Nachdem ich meine Bestätigung vorgezeigt habe, bittet man mich einen Augenblick zu warten. Ich betrachte in der Zwischenzeit die vielen Marionetten, die hier hängen und komme mit dem Hausherrn ins Gespräch. Er fertigt die Figuren an. 28 verschiedenen Marionetten gibt es. Heute werden sie meist aus Teakholz hergestellt, doch als Minister U Thaw Win das Spiel als offizielles Kulturgut anerkannte, legte er das Material der einzelnen Charaktere fest. Menschen mussten aus hellem Gumari-Holz, Könige und Minister aus dem Holz des Indischen Korkbaums und die restlichen Figuren aus dem Holz des Kadamba-Baums sein.

Früher habe er sie auch gespielt, aber jetzt könne er nicht mehr lange stehen, erzählt er mir. Er erzählt auch, dass sie mit ihren Puppen schon in Paris, Düsseldorf, ja sogar USA waren.

Dann taucht die junge Dame vom Empfang wieder auf und bittet mich in einen kleinen Raum. Aufgetischt sind lauter Leckereien, die sie wohl schnell in der Küche gezaubert hat. Dazu gibt es grünen Tee. Schmeckt alles sehr lecker. Zum Nachtisch bekomme ich dann den leckeren Teeblattsalat und einen Kokos-Möhren-Kuchen. Dann bin ich pappsatt und man bittet mich ins Theater. Meinen Platz in der ersten Reihe hatte ich ja bereits reserviert.

Puppet on a String in Mandalay

Ein paar Jugendliche teilen Wasser aus und fragen mich, ob ich englisch spreche. Die Dame des Hauses unterrichtet nebenbei auch englisch in den Räumen und die beiden sind ganz wild darauf ihr Englisch zu praktizieren. Einer der beiden ist recht schüchtern und traut sich nicht so recht. Wenn man ihn was fragt, klappt es aber super mit der Antwort. Irgendwie süß die zwei. Dann beginnt die Vorstellung und sie trollen sich von dannen.

 

Myanmar ist für sein Puppenspiel bekannt, aber es gibt nur in Yangon und Mandalay eigenständige Theater. Wären nicht die Touristen, gäbe es sie wahrscheinlich auch schon nicht mehr, denn die einheimische Bevölkerung zeigt kaum noch Interesse. Leider verirren sich auch nicht mehr so viele Touristen hier her, da einige Restaurants zum Dinner auch die Puppen tanzen lassen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass das dann so ein Genuss ist, wie er uns heute hier geboten wird. Das Puppenspiel ist nämlich eine verzwickte Angelegenheit. Bis zu 20 Fäden wollen unter Kontrolle gehalten werden. Früher waren es sogar 60.

Auch die Szenen sind festgelegt. Die Aufführung beginnt mit dem Tanz einer weiblichen Figur. Dann tauchen Fabelwesen auf, angeführt immer von einem Pferd, das an die Entstehung des Universums erinnert. Heute folgt dem Pferd ein frecher Affe, abgelöst von einem Dämonen.

In der nächsten Szene fliegt der rotgekleidete Zauberer Zawgyi durch die Lüfte und wedelt mit seinem Zauberstab.

Mit Schirm, Charme (und ohne Melone) folgt der Clown. Was fehlt zum krönenden Abschluss noch? Na klar, ein Liebespaar. Der romantische Tanz von Prinz und Prinzessin darf natürlich nicht fehlen.

Die Stunde ist viel zu schnell verflogen und die 18.00 USD (inklusive Essen und Heimtransport) haben sich mehr als gelohnt.

Der Transferbus vom Theater steht schon vor dem Ausgang bereit und bringt mich ins Hotel zurück.

25°C
25°C

Königen auf der Spur

23.11.2019


85 km
85 km

Heute wird ein richtiger "rein in die Pantoffeln, raus aus die Pantoffeln" Tag. Eigentlich könnte man die Schuhe auch gleich ganz auslassen. Aufs feucht wischen verzichte ich inzwischen schon. Lohnt sowieso nicht und abends werden die Füße dann ordentlich geschrubbt.

Wir beginnen den Tag mit einer Rundfahrt durch Mandalay. Erstes Ziel ist die Kuthodaw Pagode am Fuß des Mandalay Hills. Sie beherbergt das größte Buch der Welt und ist UNESCO Weltkulturerbe.

Kuthodaw Pagode in Mandalay
das größte Buch der Welt

Ich sehe aber gar kein Buch, nur ganz viele kleine Pavillions. Bei näherem hinsehen, stellt sich heraus, dass jeder dieser Pavillions Marmortafeln enthält, die eng beschrieben sind. 729 sind es an der Zahl und sie beschreiben die buddhistische Lehre. Ursprünglich war die Schrift sogar vergoldet. Wer das ganze Werk lesen wollte, würde dazu 450 Tage benötigen, vorausgesetzt er liest 8 Stunden am Tag. Ich fang dann mal an. Dumm, dass mein Visum nicht so lange gültig ist und ich die Schrift sowieso nicht lesen kann.

Da widme ich mich doch lieber der Maha Lawka Marazein Pagode, die in der Mitte der Anlage steht. Ich könnte wetten, dass es dort einen Buddha zu bestaunen gibt.

Maha Lawka Marazein Pagode

Da wir ja bereits am Fuß des Madalay Hills sind, ist dieser unser nächstes Etappenziel. Wir stehen vor dem Südwesteingang und werden kritisch von zwei riesigen Löwen beäugt. Was die sich wohl gerade denken?

mit dem Minitruck auf den Mandalayhügel

Wahrscheinlich glauben sie uns nicht, dass wir den Aufstieg über 934 Stufen absolvieren. Barfuß versteht sich. Wie recht sie doch haben. Wir wählen nämlich die Variante für fußlahme Touristen und lassen uns im Minitruck nach oben fahren. 

 

Auf halber Strecke halten wir aber erst mal an. Es wartet ein weiterer Buddha auf uns. Der Shweyataw Buddha zeigt mit ausgestrecktem Arm auf das Palastgelände. Vor vielen Jahren war er nämlich bereits vor Ort und prophezeite, dass hier 2400 Jahre später eine Stadt entstehen würde. Wie der Zufall es so will, war das genau der Zeitpunkt, an dem König Mindon von Amarapura nach Mandalay umzog.

Dann sind wir fast oben. Das letzte Stück führt eine Rolltreppe hinauf. Barfuß Rolltreppe fahren ist ein ganz neues Gefühl. Schließlich haben wir den 236 m hohen Gipfel erreicht. Der Blick auf die Stadt ist zwar ganz nett, aber jetzt nicht unbedingt atemraubend.

Was mich aber begeistert, ist die Sutaung Pyei Pagode mit ihren vielen Säulen und Spiegelmosaiken.

An jeder Ecke glitzert und funkelt es anders

und ab und an taucht ein Mönch zwischen den Säulen auf. Heute wirkt alles so friedlich, aber das war nicht immer so, denn 1885 hatten sich hier oben die Briten verschanzt und beschossen den Palast.

Palast in Mandalay

Der ist unser nächstes Ziel. Allerdings bekommt er nicht mehr Aufmerksamkeit, als für ein Foto reicht. Ich meine, von oben war das 4 km² große quadratische Palastgelände ja kaum zu übersehen. Wie toll muss dieser Palast einst gewesen sein, den König Mindon sich hier errichten ließ. Über einen Wassergraben führten fünf Brücken. Auf jeder Seite gab es zwölf Wachtürme und drei Tore. Doch man durfte die Stadt nicht durch ein beliebiges Tor betreten. Eines war nur für den König, ein anderes nur für das Heer. Das ist noch heute so, denn Touristen dürfen die Anlage nur durch das Osttor betreten. Von den einst acht Thronsälen, dem Schatzamt oder den Frauenpavillions ist nichts mehr im Original erhalten. Die Japaner haben im zweiten Weltkrieg alles platt gemacht.

Goldene Palastkloster in Mandalay

Deshalb schenken wir uns den Besuch und schauen uns lieber das Shwenandaw Kloster an. Das Goldene Palastkloster lässt nämlich ahnen, wie prachtvoll die Bauten im Palast damals waren. Es ist das einzige Überbleibsel vom Königspalast. Wie gut, dass König Thibaw dieses Gebäude 1880 abbauen und an anderer Stelle wiederaufbauen ließ. So hat es den Angriff der Engländer überlebt.

Ich liebe dieses Holzgebäude. Ich kann mich gar nicht satt sehen an den vielen Schnitzereien. Wie toll muss es erst damals ausgesehen haben, als das Gebäude komplett vergoldet und mit Glasmosaiken verziert war.

Warum aber hat der Eingang eine höhere Stufe? Na, König Mindon war ein cleveres Kerlchen. Der wollte nur die eigenen Frauen bei sich haben, was ja für ihn spricht. Um über die Stufe eintreten zu können, mussten sie den Rock anheben und der König konnte an der Tätowierung am Fuß gleich erkennen, wer da zu Besuch kam.  

Apropos vergoldet. Hier in Mandalay werden die hauchdünnen Goldplättchen hergestellt, die Männer an Buddhastatuen oder auch dem goldenen Felsen anbringen dürfen. Uns Frauen ist das ja leider verboten. Dabei hätte ich so gerne auch mal geklebt.

Einen solchen Handwerksbetrieb besuchen wir auf unserem weiteren Weg. Mit schweren Hämmern wird das Gold zwischen Wachspapier so lange bearbeitet, bis es hauchdünn ist. In einem Nebenraum werden die Goldplättchen dann zu Päckchen geschnürt, die Mann in den verschiedenen Tempeln kaufen kann.

Es ist inzwischen fast Mittag und wir sind noch immer nicht durch mit unserer Sightseeing Tour Mandalay. Einer geht noch. Besonders, da es sich dabei um die meist verehrte Figur Myanmars handelt. Wir sprechen von der Mahamuni Statue. Stattliche 3.80 m ist sie hoch und ist eigentlich eine Bronzefigur. Doch davon sieht man nichts mehr. Ich glaube ein großer Teil des hier hergestellten Blattgoldes, verlässt die Stadt nicht, sondern klebt an diesem Buddha. Man schätzt, dass hier bereits mehrere Tonnen Gold kleben und die Finger sind schon gar nicht mehr als solche zu erkennen. Selbst das Gesicht wirkt golden, obwohl es von Goldplättchen freigehalten wird.

Mahamuni Statue Mandalay

Jeden Morgen wird dem Buddha das Gesicht gewaschen und ihm sogar die Zähne geputzt.

Nachdem auch hier nur Männer dem Buddha nahekommen dürfen, verlassen ich den Ort bald wieder. Hier sind so viele Gläubige, wie ich sie bisher noch in keiner Pagode gesehen habe. Ich komme mir als Störenfried vor und versuche dezent im Hintergrund zu bleiben und doch erstaunt es mich immer wieder, dass man uns Ausländer so großzügig gewähren lässt. Und nicht jeder benimmt sich angemessen. Ich stelle mir vor, Buddhisten würden während der Messe im Kölner Dom durch die Reihen laufen und ungeniert fotografieren.


Überfahrt nach Inwa

Mandalay war die letzte Königsstadt. Von hier wurde der letzte König nach Indien ins Exil geschickt, doch es gab mit Inwa und Amarapura noch zwei weitere ehemalige Königsstädte in der Umgebung. Bei Königs war das nämlich so, dass man einfach umzog, wenn man Unheil auf die bestehende Residenz heraufbeschworen hatte. Das passierte scheinbar öfters, denn die Königsfamilien zogen mitsamt ihren Palästen und Klöstern fünf Mal um. Schon praktisch, wenn das Haus aus Holz ist. Das lässt sich leicht ab- und wieder aufbauen. Ob die die Teile wohl nummeriert hatten?

Also, auf geht es nach Inwa.

Mit dem Bus kommen wir aber nicht weit. Der kürzeste Weg führt mit der Fähre über den Myittha Chaung Kanal. Die verkehrt in kurzen Abständen und je nach Bedarf.

Pferdekutsche in Inwa

Am anderen Ufer werden wir gleich von einer Schar Verkäuferinnen bedrängt, die uns allerlei Souveniers verkaufen wollen. Man merkt eben doch, dass wir jetzt bei den Hotspots des Landes angelangt sind, wohin die Touristen in Scharen kommen und die Souvenierhändler aufdringlicher werden. Schade eigentlich.

 

Inwa lässt sich am besten per Pferdekutsche entdecken. Dass wir dabei nicht alleine sein werden, wird rasch klar. Vor uns an der Straße parkt eine Kutsche hinter der nächsten. Schnell ist die Gruppe auf die Droschken verteilt, einer vorne, einer hinten und schon geht es los. Unser Pferdchen ist nicht unbedingt ein rassiges Rennpferd und so befinden wir uns rasch am Ende der Karawane. Macht aber nichts, denn schon bald halten wir an.

alter Buddha in der Yadana See Mee Pagode

 

 

 

Vor uns liegt die zerfallene, teilweise von Unkraut überwucherte Yadana See Mee Pagode. Ich liebe diese alten Pagoden und finde sie viel toller, als ihre goldenen Schwestern. Die Ruinen haben viel mehr Charme. So auch hier. Unter einem alten Seidenwollbaum finden sich noch die Überreste von Stupas und einige Buddhastatuen. Besonders angetan hat es mir das, in den Überresten einer Säulenhalle versteckte Exemplar. Gut das Mr Han dabei ist, sonst hätte ich das Prachtstück gar nicht entdeckt.

 

Bagaya Kloster in Inwa

Viel Zeit zum Staunen bleibt nicht, denn schon geht die Fahrt weiter zum Bagaya Kloster. Hier ist der Andrang schon größer und wir müssen ein ganzes Stück vom Kloster entfernt aussteigen. Die Wege sind hier schmal und die vielen Kutschen können nur hintereinander parken. Das Kloster ist noch fast im Originalzustand, erbaut aus dunklem Teakholz. Getragen wird es von 267 mächtigen Stämmen, die sich auch im Inneren befinden. Hat ein bisschen was von den Säulenhallen im alten Luxor. Ich bewundere noch ein wenig die schönen Schnitzarbeiten an den Eingängen. Sie stellen Ereignisse aus Legenden dar oder erzählen von früheren Inkarnationen. Schade, dass diese wunderschönen alten Holzklöster immer weniger werden. Teakholz ist teuer und Gläubige stiften lieber Geld für einen Neubau aus Stein. Mag ja gut fürs Karma sein, aber ganz schlecht für den Denkmalschutz. Vielleicht sollte man einen extra Bonus an Punkten bekommen, wenn man Geld in die Renovierung steckt. Man muss das den Gläubigen nur richtig verkaufen, dann funktioniert das auch mit dem Denkmalschutz.

Zurück vor dem Eingang, hat unsere Kutsche sich inzwischen vorgearbeitet und steht jetzt fast in erster Reihe. Prima, da sind wir jetzt endlich mal nicht das Schlusslicht. Bleibt aber leider nicht lange so.  

Innerhalb der alten Stadtmauern von Inwa haben sich Bauern angesiedelt und es sind kleine Dörfer entstanden. So fahren wir jetzt durch eine Bananenplantage zum nächsten Höhepunkt, dem Nanmyin Wachturm.

Was Pisa kann, kann Inwa schon lange. Von der Palastanlage König Bagyidaws ist nur dieser Wachturm erhalten geblieben. Einst war er 27 m hoch, doch ein Erdbeben ließ den oberen Teil einstürzen. Der Rest hat sich stark geneigt, so dass wir hier wirklich einen schiefen Turm vor uns haben. Das erkennt man aber nur, wenn man sich seitwärts in die Bananenplantagen schlägt.

 

 

schiefer Turm von Inwa
alter Wachturm in Inwa

Ich kann nur immer wieder betonen: ein guter Guide ist goldwert.


Maha Aung Mye Bonzan Kloster

Die Zeit drängt. Wie schade, dass uns für das Maha Aung Mye Bonzan Kloster kaum noch Zeit bleibt. Nur ein kurzer Fotostopp ist drin, dabei würde ich mir dieses Backsteinkloster mit seinen Stuckverzierungen so gerne genauer anschauen. Wurde es doch von Königin Meh Nu für ihren Geliebten, den königlichen Abt errichtet.

Wenn wir allerdings vor Sonnenuntergang noch die berühmte U Bein Brücke in Amanapura erreichen wollen, müssen wir uns jetzt sputen. Die Sonne wartet bekanntlich nicht auf Touristen.