Bier, Burg und Bärenloch

Kulinarische Wanderungen sind schon lange nichts besonderes mehr. Sie führen durch Großstädte, aber auch durch Weinberge. Heute wollen wir uns auf eine solche begeben. Wer dabei jetzt aber sofort an Zwiebelkuchen, neuen Wein und Rebstöcke denkt (wir sind ja schließlich in der Pfalz), der irrt gewaltig. Unsere Wanderung führt durch den Wald und alles dreht sich um den Gerstensaft.

Vom Bahnhof in Landstuhl geht es erst ein Stück durch die Stadt und dann in Serpentinen hinauf zur Sickingenburg Nanstein. Warum nur haben die ihre Burgen immer auf den Berg gebaut? Schon klar, weil man sie von dort besser verteidigen konnte. Aber für mich bedeutet das 80 Höhenmeter zu überwinden.

Lohnt sich aber, nicht nur wegen der Aussicht. Übrigens hat die Burg ihren Namen von den Felsen aus rotem Sandstein, von denen sie überragt wird.

 

 


 

 

Der wohl berühmteste Bewohner dieser Burg war Franz von Sickingen. 1518 ging die Burg in sein Eigentum über. Eine moderne Kanonenburg wollte er daraus machen, die allen Geschützen widerstehen sollte. Hat aber nicht so ganz funktioniert. Nachdem er 1522 beim Angriff auf das Fürstbistum Trier schließlich klein beigeben musste, zog er sich auf seine Festung zurück. Keine zwei Tage konnte er sie im Mai 1523 gegen die vereinigten Heere verteidigen. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass er kurz darauf verstarb.

Seine tief in den Felsen gehauenen Sterbekammer kann man heute noch besichtigen.


Stolze 125 Meter lang und 100 Meter breit war die Burg einst. Von der ehemaligen Vorburg stehen heute leider nur noch Reste.

Man muss aber nur mit offenen Augen durch die Anlage laufen und entdeckt so einiges:

Brunnen, Durchblicke, Wappen ...

 

 

 

 

 

 

 

 

Über eine Treppe gelangen wir in die Hauptburg.

Leider ist auch hier nicht mehr viel zu sehen.

 

 

 


 

 

 

 

Genug von den alten Rittern für heute. Wir wollten ja eigentlich bier-wandern. Bevor wir uns aber auf den 8 km langen Weg machen, brauchen wir noch einen Bierpass und natürlich ein Glas, um die verschiedenen Biersorten testen zu können. Derart ausgestattet marschieren wir los Richtung Station Nummer zwei.

 

 

 

 

 

Vorbei führt uns der Weg an wunderschönen Felsformationen.

Schon nach kurzer Zeit erreichen wir den zweiten Stopp am Aussichtspunkt "Am Herrengärtchen“.

Hier steht Big Boys Barbeque und wer mag kann Schweineschulter in Barbeque Soße probieren. Die wurde übrigens 20 Stunden in dieser „Lok“ gegart.

Kaum erreichen wir den nächsten Schlemmerpunkt, läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

 

Unter der "schönen Buche“ machen wir es uns mit Bier und Brötchen bequem

 

 

 

In Kombi mit der Aussicht keine so schlechte Idee.

 

 

Das Lachsbrötchen mit Bierdip muss ich jetzt unbedingt probieren.

 


"Am Forsthaus" (Stopp 4)  wird es kulinarisch sehr exotisch und scharf. Das ist eher nichts für uns.

Uns zieht es weg vom Trubel und alleine die Aussicht ist es schon wert.

Mich faszinieren aber die vielen Felsen, die zum Vorschein kommen, je näher man sich an die Kante wagt.

 

 

 

Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Ziel, dem Bärenloch.

Hier lachen mich die XXL-Spieße zwar an, aber wir beenden die Tour dann doch lieber mit Muffin und Kaffee.