durch das Karlstal

Jeder schwärmt vom Karlstal, folglich habe ich beschlossen, da muss ich jetzt auch mal hin.

 

Angeblich soll der Weg entlang der Moosalb der schönste Wanderkilometer im Pfälzer Wald sein. Schaun wir mal. 

Wie immer geht es mit Bus und Bahn ans Ziel. Im heutigen Falle, die Hauptstraße von Trippstadt.

 

Ein kleines Stück muss ich dieser folgen, doch dann geht es Richtung Schlosspark. 

Ja, richtig gelesen. Trippstadt hat ein Schloss. Der Freiherr von Hacke hat es sich 1767 bauen lassen. So ein Schloss braucht natürlich auch einen standesgemäßen Park und so wurde der damals führende Gartenbaumeister beauftragt einen Landschaftspark anzulegen. Die nahe liegende Schlucht hat er gleich miteinbezogen. Wenn ich mir die Entfernung so betrachte, muss das ein riesiger Park gewesen sein. Lange hat der Freiherr keine Freude an seinem Schloss gehabt, denn nur 27 Jahre später wurde es während der Französischen Revolution schwer beschädigt und fiel kurz darauf in elsässischen Besitz. Besichtigen kann man es nicht, denn hier ist heute eine Forstliche Versuchsanstalt untergebracht. 

Der noch vorhanden Schlosspark ist aber frei zugänglich.

Ich umgehe ihn und folge von hier aus dem gelb/grünen Kreuz

und Hagebutten

 

 

vorbei an Brombeersträuchern

zum Wilensteinerhof.


Nicht nur ein Schloss, sondern auch eine Burg kann der Ort Trippstadt sein eigen nennen. Burg Wilenstein ist aber viel älter als das Schloss. Sie wurde bereits 1152 durch keinen geringeren als Kaiser Barbarossa erbaut. Mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, dient sie heute als Schullandheim. Also wieder nichts mit Besichtigung, aber ich will ja heute auch Natur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben der Burg geht es einen schmalen Pfad bergab.

Den hätte ich vor lauter Burg gucken fast übersehen. 

Wenn ich mich jetzt auskennen würde, könnte ich mir auf diesem Weg ein leckeres Abendmahl zusammensuchen, denn hier stehen Pilze in Hülle und Fülle. Ich lass aber lieber die Finger davon.

Nach kurzer Wanderung komme ich dann an der Klug'schen Mühle an. War ja klar: wo ein Bach, da oft auch eine Mühle. Entlang der Moosalb gab es aber auch einige Hammerwerke, die anfangs durch Wasserräder betrieben wurden. 

 

 

 


 

An der Mühle steht schon der Hinweis, der uns den rechten Weg ins Tal weist.

Übrigens befinde ich mich bei meiner Wanderung in guter Gesellschaft. Schon König Ludwig I von Bayern zusammen mit Großherzog Ludwig III von Hessen und Erzherzogin Hildegard von Österreich besuchten 1862 das Karlstal. Na, wenn das nichts ist.

 

Doch kommen wir jetzt zum geheimnisvollen Karlstal. Die Moosalb hat sich hier einen Weg durch die Schlucht gebahnt.

Sicher nicht ganz einfach, denn immer wieder versperren kleine Felsbrocken den Weg und zwingen den Bach seine Richtung zu ändern.

Umgestürzte Bäume und Äste tun ihr übriges. 

Wäre dies eine tiefere Schlucht, könnte man prima Wildwassertouren machen. Doch so sind die Strudel, die sich bilden und die Miniwasserfälle höchstens für meine Drachen eine Herausforderung. 

und komme dabei auch an dem berühmten Pavillon vorbei. Berühmt nicht, weil hier ein König ein Techtelmechtel hatte, sondern weil er immer wieder als Fotomotiv herhalten muss. 

Ich folge dem Bächlein bergauf, frei nach Roland Kaiser "Über sieben Brücken musst du gehen..“

 

 


Nach einem Kilometer bin ich dann am anderen Ende angekommen. Wie bereits gesagt, ist es ein sehr romantischer Weg, besonders an Tagen wie heute, wenn das Sonnenlicht durch das dichte Blätterdach scheint. Ob es jetzt wirklich der schönste Wanderkilometer des Pfälzer Waldes ist, soll jeder für sich entscheiden. Mir jedenfalls gefallen die Felsenwege im Dahner Felsenland besser.

 

 

 

 

Wäre ich jetzt mit dem Auto da, müsste ich umdrehen und den Weg zurücklaufen. Bin ich aber nicht und mein Bus fährt ab Trippstadt. Ich könnte jetzt trotzdem umkehren und auf dem selben Weg zum Ausgangspunkt laufen. Ich entscheide mich aber, von hier aus dem Rundweg 3 zu folgen, der mich in einem Bogen durch den Wald zurück nach Trippstadt bringt.

Anreise
Anreise

mit der S-Bahn bis Kaiserslautern;

dann weiter mit dem Bus 170

bis Trippstadt Hauptstrasse

Einkehr
Einkehr

Klug'sche Mühle (Mi - So)


Strecke
Strecke

Start: Haltestelle Hauptstrasse

Ziel    : Haltestelle Hauptstrasse

Km     : 4 km

gelb/grünes Kreuz bis Schlucht

rotes Kreuz ab Klug'sche Mühle

(3) ab Ende Schlucht bis Trippstadt