mit dem Schiff nach Hirschhorn

Schiffahrt auf dem Neckar

Der Neckar ist heute unser Ziel. Weit hätten wir es ja nicht, denn er mündet bei Mannheim in den Rhein. Doch so schön ist er hier nicht, deswegen machen wir uns auf den Weg nach Heidelberg, um von dort mit dem Boot ein Stück flussab zu fahren.

Heidelberg an sich ist ja schon einen Besuch wert, doch heute überlassen wir Stadt und Schloss den ausländischen Touristen und begeben uns direkt zum Anleger der Neckarschiffe.

Unser Schiff liegt schon bereit und sobald wir unsere Karten gelöst haben, geht es los.

Kaum haben wir die alte Brücke unterfahren, wartet schon die erst Schleuse auf uns. 

Ein letzter Blick auf Heidelberg und sein Schloss und der nächste Abschnitt liegt vor uns.

Heidelberger Schloss

Langsam gleiten wir dahin, bis die Fahrt von einer weiteren Schleuse unterbrochen wird. Zum Glück ist heute nicht viel Verkehr, sonst würde es sich an den Schleusen sicher stauen. 

Bald schon ist der erste Stopp erreicht. Vor uns taucht die Vierburgenstadt Neckarsteinach auf. 

Auch hier waren wir bereits und haben die Hinterburg und das Schwalbennest besichtigt. 

Normalerweise enden hier die Neckarfahrten, doch heute ist einer der Tage, an denen man noch ein Stück weiter fahren kann. 

Dazu müssen wir aber eine weitere Schleuse passieren und haben dann den Blick frei auf die Burgfeste Dilsberg hoch oben am Berg. 

Jetzt ist es nicht mehr weit, bis unser heutiges Ziel, die Stadt Hirschhorn auftaucht. 

Hirschhorn am Neckar
vier Kirchen gibt es in Hirschhorn

Wusstet ihr, dass eine Besonderheit der Stadt die Anzahl der Kirchen ist? Vier Kirchen sind ganz schön viel für so eine kleine Stadt. Am Fähranleger begrüßt uns gleich die evangelische Kirche.

 

 

 

Ankunft in Hirschhorn

Wir mögen ja solche Städtchen mit verwinkelten Gassen und Fachwerkhäusern ohne Ende.

Fachwerk in Hirschbrunn

In Hirschhorn kann man aber noch viel mehr entdecken, wenn man genau hinschaut.

Seien es Wappen, 

Schäfchen im ehemaligen Stall, Fröschlein oder Brunnen. 

Sich an einem Fluss niederzulassen, war sicher sehr vorteilhaft für den Handel, aber hier im Neckartal war der Platz durch die Berge begrenzt. Man konnte nur in die Länge bauen und um mehr Platz zu schaffen, wurden einige Häuser gleich mal über die Stadtmauer gebaut. Da hatte man dann vielleicht mehr Platz, aber hätten wir da im Falle eines Angriffs wohnen wollen? Eher nicht. 

Vom Fluss geht es jetzt bergauf. Wir wollen hoch zum Schloss. 

Am Marktplatz kommen wir erst mal an einer seltsamen Kirche vorbei. Der Kirchturm schaut ja fast aus wie ein mittelalterlicher Wehrturm und passt so irgendwie gar nicht zum Kirchenschiff.

Da kann das Mitteltor der Stadtmauer ja von Glück reden, dass es als Kirchturm benutzt wurde, denn so steht es noch heute, während die restlichen Stadttore bereits im 19. Jhdt abgebrochen wurden.

Karmeliterkloster zu Hirschhorn

 

 

Durch die engen Altstadtgassen geht es jetzt bergauf und da treffen wir schon wieder auf eine Kirche oder besser ein Kloster.

 

Das ließen die Herren vom Hirschhorn um 1400 n Chr errichten, kostbar ausstatten und übergaben es dann dem Karmeliterorden. Nicht ohne Hintergedanken, denn es diente dem Seelenheil, man wusste schon zu Lebzeiten, wo man denn später begraben war und angeben konnte man damit auch.

 

 

 

Aufstieg zur Burg

So, die Hälfte des Anstiegs haben wir jetzt geschafft und schon bald stehen wir vor dem Burgtor.

 

Es ist eine staufische Burg mit quadratischem Umriss und einer mächtigen Schildmauer. 

Der Grundriss hat sich im Laufe der Jahre verändert, denn im 14. Jhdt wurde sie ausgebaut und erhielt eine Vorburganlage, die sie zur modernsten Burg im Neckartal machte (aus militärischer Sicht).

Zwei Jahrhunderte später wurde nochmals umgebaut und es entstand ein Renaissanceschloss mit Gärten und Wirtschaftsgebäuden.

Doch mit dem Tod des letzten Hirschhorner Ritters, war es mit der Pracht vorbei.

 

 

Über einen steilen, engen Pfad begeben wir uns zurück ins Zentrum und an den Neckar. Unser Schiff ist längst fort, doch das macht nichts, da der Heimweg mit der Bahn geplant war. Ohne Schleusen geht das einiges schneller.