London im 9¾ Takt

Ich bin Harry Potter Fan und wollte schon immer mal nach Hogwarts reisen. Da ich als Vollblut-Muggel aber so gar keine Chance habe dort aufgenommen zu werden, muss ich einen kleinen Trick anwenden und der heißt Warner Brothers. Im Norden von London befinden sich nämlich die Studios, wo große Teile der Filme gedreht wurden und auch im Stadtzentrum von London gibt es die eine oder andere Filmlocation auszumachen.

Na dann machen wir uns mal mangels Flohpulver auf den Weg zum Airport Frankfurt und nutzen für die Anreise ein etwas moderneres, wenn auch nicht so schnelles Medium.

Richtung Hogwarts

20.11.2016

5°C
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640 km
640 km

Früh aufstehen ist angesagt, obwohl mein Flieger erst um 12:00 Uhr Richtung London raus geht.

Der Zug braucht, wenn alles gut läuft nur 30 Minuten bis zum Airport. Wenn alles gut geht und sich Niemand auf den Gleisen herumtreibt, der da nichts zu suchen hat. Das Dumme an der Strecke ist, steht der Zug erst mal, dann steht er, bis das Hindernis beseitigt ist. Ausweichen ist leider nicht und der eine oder andere hat schon mal kurz vor Frankfurt 90 Minuten im Zug gesessen, bevor es weiter ging. Da kann es dann schon mal eng werden am Airport.

 

Heute läuft alles wie am Schnürchen und es reicht für den obligatorischen Kaffee am Morgen.

Frankfurt Airport ist bereits auf Weihnachtsshopping eingestellt. Wer um Himmels Willen hängt sich aber Spreewaldgurken oder ein Paar Weißwürste in den Baum? Obwohl, wäre auch mal ne Sammelidee: eine verrückte (oder typische) Weihnachtskugel pro Land in dem man gewesen ist. Mit der Zeit wird das ein sehr bunter, exotischer Baum.


Abflug heute in B24 und da wir den Shengenraum verlassen auch mit Passkontrolle.

 

 

 

 

Flieger schauen geht immer und selbst hier im Bereich B des Terminal 1 ist kaum zu übersehen, wer der Platzhirsch ist.


Unser Flieger steht auch schon da. Das lässt auf einen pünktlichen Abflug hoffen. Geboardet wird auch noch pünktlich, doch nachdem wir alle im Flieger sitzen (boarding completed) kommt die Durchsage, dass sich der Abflug voraussichtlich um 90 Minuten verzögert. Richtig gehört, 1.5 Stunden. Schuld daran ist das Orkantief das über den Norden pfeift. Gut für uns, dass die Nachricht erst nach dem Boarden beim Kapitän ankam, so sind wir wenigstens Abflug bereit und dürfen dann doch schon, nach nur 30 Minuten Wartezeit auf die Startbahn und los. Ordentlich Gas gegeben hat unser Pilot zwar, aber in Heathrow drängeln sich wie so oft die Flieger und so geht es erst mal in die Warteschleife. Dadurch bleibt es bei der Verspätung von 30 Minuten.

 

Stresst mich jetzt aber weniger. Wer mich kennt, weiß dass ich immer einen Zeitpuffer eingebaut habe und so sind es bis zur Abfahrt meines Busses immer noch zwei Stunden, aber auch in London müssen wir durch die Passkontrolle. Ist ja eigentlich ganz praktisch, dass man in Europa mit dem Personalausweis reisen kann; mit Pass wäre aber viel schneller gegangen, denn die können die elektronische Einreise nutzen.

Da ich mit Light-Tarif und daher nur Handgepäck reise, fällt der Teil am Kofferkarussell schon mal weg und so muss ich nur noch den Schildern zum Busterminal folgen.

 

Mit 10 Minuten Verspätung kommt dann endlich auch die Linie 724, die mich nach Watford Junction bringt. Fahrtzeit eine Stunde, Geschwindigkeit als gäbe es einen Rekord zu brechen.

 

Was verschlägt einen jetzt in ein Kaff wie Watford? Ich will zwar bei Tripadvisor möglichst viele Städte zusammen bekommen, aber das ist nicht der Grund. Den werdet ihr aber sicher bereits erraten haben.

 


Das Holiday Inn liegt günstiger Weise genau um die Ecke. Das Zimmer ist nicht allzu groß, aber es reicht vollkommen.

Jetzt haben wir aber Hunger und zwar auf Fish & Chips. Die muss es hier doch irgendwo geben. Und ja, wir werden im Hotel-Bistro fündig und die schmecken sogar richtig gut. Sag mal einer, die Briten könnten nicht kochen.



Gryffindor oder ...?

21.11.2016

10°C
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?? km
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Heute geht es endlich zu den Film Studios. Allerdings hätte ich nie gedacht, dass man für einen stinknormalen Montag im November, außerhalb der Ferien- und Touristenzeit nur einen Slot für

14:30 Uhr bekommt. Folglich muss ich mich noch ein wenig gedulden.

 

Der Bahnhof von Watford ist gefühlte 100 km vom eigentlichen Stadtzentrum entfernt. Ist mir eigentlich auch egal, da die Stadt ja nicht Grund meiner Reise hierher war. So sehr viel hat sie auch nicht zu bieten außer den üblichen Pubs und kleineren Gasthäusern.

 

 


Am Rande des Kirchplatzes stehen die ältesten Häuser der Stadt, die Bedford Almhouses. Dafür sehen sie aber noch recht ordentlich aus, finde ich. Erbaut wurden sie 1580 für acht arme Frauen.

 

1704 folgte das Schulgebäude für arme Kinder, deren Eltern sich keine normale Schule leisten konnten.

Im Zentrum dann, wie es sich gehört der Kirchplatz. Die Kirche St Mary ist das älteste Gebäude von Watford. Teilweise stammt sie aus dem 13. Jhdt, der Hauptteil wurde aber erst 1597 errichtet.

 

Eher ungewöhnliche finde ich den alten Friedhof mit seinen schiefen Grabsteinen und die Sarkophage von 12 angesehenen Bürgern der Stadt.


Was ich aber in einem eher unscheinbaren Ort wie Watford nun überhaupt nicht vermutet hätte, ist das intu Watford Shopping Center. Das ist eine riesige Einkaufs-Mall mit 140 Läden, Restaurants und Cafes und alles erstrahlt bereits im weihnachtlichen Glanz.

Die Biene davor ist übrigens eine Hornisse und das Wahrzeichen des heimischen Fußballvereins "The Hornets"

Und jetzt ist es endlich 13:00 Uhr und ich mag nicht mehr warten. Deshalb geht es jetzt schnurstracks zurück zum Bahnhof, wo der (Knight)bus schon wartet, um mich nach Hogwarts zu bringen.

Der fährt etwa alle 20 Minuten zu den WB-Studios und benötigt nur 15 Minuten.

Kleiner Tipp am Rande: wenn möglich sollte man sich eine Tour am Vormittag buchen. Man benötigt mindestens drei Stunden, besser vier für den Besuch und da kann es mit den Einlasszeiten am Nachmittag schon eng werden. Hat man erst mal die große Halle verlassen, kann man die Studios komplett im eigenen Tempo erkunden. Es gibt keine feste Führung.

Na dann, liebe Potter-Fans, folgt mir mal ins wunderbare Land der Zauberer, Hexen und magischen Wesen.

Übrigens war die Halle, die wir gleich betreten ursprünglich ein Flugzeughanger, in dem unter anderem Halifax Bomber gebaut wurden.

Sollte sich jemand wundern, der die Studios bereits besucht hat oder noch wird, die folgenden Bilder sind nicht in der Reihenfolge, wie die Sets während der Tour besucht werden, sondern eher chronologisch eines Films.

Und gleich noch ein Tipp am Rande: wer sich auch an einem der Spots fotografieren lässt, man muss sich nicht unbedingt vor Ort für die Fotos anstellen. Das geht auch noch viel relaxter gegen Ende der Tour.

Harry lebt, wenn er nicht in Hogwarts ist, bei seinem Onkel Vernon und seiner Tante Petunia in 4 Prevet Drive in einem kleinen Dorf bei London.

Dort muss er die erste Zeit in einer Kammer unter der Treppe, voll mit Spinnen und gerade groß genug für ihn, leben.

Übrigens wurde nur im ersten Film in einem echten Haus in Bracknell gefilmt. Alle weiteren Szenen entstanden in einem Nachbau in den Studios.

Bevor es dann endgültig nach Hogwarts geht, steht vor jedem Schuljahr ein Besuch in der Winkelgasse an. Betreten kann man sie durch den "Tropfenden Kessel“

Dahinter verbirgt sich eine verwinkelte Gasse mit Kopfsteinpflaster und Geschäften, in denen man alles bekommt, was auf der Einschulungsliste für Hogwarts steht.

 

 

 

Nachdem Harry Ron kennengelernt hat, verbringt er viel Zeit mit den Weasleys in deren Haus.

Haupttreffpunkt ist hier meist die Küche mit Platz für die ganze Familie.

 

 


Das älteste Gebäude in der Straße ist Gringotts Zaubererbank. Es gehen aber auch Gerüchte um, das Ollivanders noch älter sein soll.

 

Von Eeylops Owl Emporium stammt Harrys Schneeeule Hedwig, die er von Hagrid zum 11. Geburtstag bekommt.

Endlich steht er dann bereit, der Hogwarts Express, um uns in die Zaubererschule zu bringen. Der fährt pünktlich jedes Jahr am 01.09. um 11:00 Uhr vom Gleis 9 ¾ in King's Cross direkt nach Hogsmeade Station. Stellt sich mir die Frage, wie kommen denn dann die neuen Schüler aus den weiter entfernten Teilen Englands, Schottlands oder gar Irlands nach Hogwarts. Müssen die alle den Umweg über London machen? Bei nur vier Wagons wage ich auch zu bezweifeln, dass der Zug tausende von Schülern transportieren kann.

 

Die Lok im Film ist übrigens eine Dampflok 5972 der Great Western Railway in grün, die für die Filme extra in rot um gespritzt wurde.

Die lange Reise nach Hogwarts vertreibt man sich im Abteil, wo man den einen oder anderen Schokoladenfrosch verspeist.

Wird es plötzlich frostig kalt, sind wahrscheinlich Dementoren im Anmarsch.

Da hilft dann nur noch Hermine mit ihren Zaubersprüchen: Expecto Patronum.

Bevor Voldemort sein Unwesen in Hogwarts trieb, konnten Schüler auch per Besen anreisen. Das wurde irgendwann aber aus Sicherheitsgründen durch einen Zauberspruch verhindert.

Ich frage mich sowieso, wie man all dem Kram, den man so für ein Schuljahr benötigt auf einem Besen transportieren will. Ich schicke meinen Koffer per Hogwarts-Express und versuche es trotz des Zauberbanns mit dem Besen.

Nach einem langen und anstrengenden Besenflug in die Schottischen Highlands, liegt Hogwarts vor mir.

Gegründet wurde die Schule 990 n Chr. von zwei Zauberern (Godric Gryffindor und Salazar Slyherin) und zwei Hexen (Helga Hufflepuff und Rowena Ravenclaw)

Sieben Stockwerke ist die Burg hoch mit 142 Treppenhäusern, vielen Türmen und tiefen Kellern.

Damit sich hier aber keine Muggel herumtreiben, ist die Burg durch den einen oder anderen Zauber geschützt und wirkt für Nichtmagier wie eine verlassene Ruine mit einem fetten "Eintritt verboten“ Schild.

Bei unserem Besuch ist hier schon fürs Weihnachtsdinner eingedeckt. Und was es da nicht alles zu essen gibt: an die hundert gebratene Truthähne, Berge von gekochten Kartoffeln, Chipolatas, Erbsen und leckere Soßen.

Zu Beginn des Schuljahres findet hier die Willkommensfeier statt und jeder Neuling ist ganz

gespannt, wo der sprechende Hut ihn hin steckt.

 

Nach dem Essen geht es dann in die Schlafgemächer, wo jeder sein Plätzchen findet.

Zehn Jahre dauerte die Verfilmung der gesamten Bücher. Die Betten, die ursprünglich für 11jährige gebaut wurden, waren irgendwann zu klein, wurden aber nie ausgetauscht. Harry und seine Freunde ließen einfach die Füße am Ende heraushängen. Durch geschickte Kameraführung fiel das in den Filmen aber nicht auf.

Ja, und dann beginnt auch schon das Schuljahr. Ein Unterrichtsfach ist den Zaubertränken gewidmet und dafür gibt es tief in den Gewölben der Burg einen Klassenraum. Platz ist hier für 20 Zauberlehrlinge und an den Wänden befinden sich Regale voller Gläsern mit eingelegten Tieren.

 

Das eine oder andere Mal muss Harry sich in Dumbledors Büro einfinden. Das befindet sich oben im Schulleiterturm, bewacht von einem steinernen Greif.

 

 

 

 

In den Studios sind aber noch andere Sets zu finden, wie z B das pinke Arbeitszimmer von Dolores Umbridge, Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Sie war bekannt und gefürchtet für die Bestrafungen ihrer Schüler. In einem der Filme muss Harry zur Strafe fürs Lügen mit einem Federkiel immer wieder den Satz "ich darf nicht lügen“ schreiben.

 

Quidditch kennt ja wohl jeder Potter-Fan. Übrigens dürfen Erstsemester noch nicht in der Mannschaft spielen. Schließlich müssen sie ja erst mal das Fliegen auf dem Besen lernen.

 

Davon lass ich mich doch nicht abschrecken und starte jetzt gleich zu meinem ersten Quidditch-Turnier.

Die Schlange ist das Symbol von Slytherin und Voldemort hatte einst eine solche namens Nagini als Haustier. Im Film ist das Reptil computeranimiert und handbemalt

Ron mag keine Spinnen und doch muss er mir Harry den Spinnen folgen und trifft in einer Höhle auf Aragog, eine riesige Spinne. Er lebt hier mit seinen Söhnen und Töchtern. Sie lieben Menschenfleisch und nur weil Hagrid ihn aufgezogen hat, sind Harry und Ron einigermaßen sicher vor ihm und seiner Gang.

Übrigens fand Paulchen die Begegnung auch etwas unheimlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Abschluss treffen wir dann noch auf Dobby, den freundlichen Hauself, dem Harry am Ende durch einen Trick die Freiheit schenkt.

 

Als erstes betreten die Schüler die große Halle. Während des Schuljahres dient sie als Versammlungsraum, Speisesaal und auch die Eulenpost wird hier zugestellt.

 

Am oberen Ende der Halle ist der sogenannte High Table, an dem die Lehrer und sonstigen Mitarbeiter der Schule sitzen. In der Mitte, auf einem Thron ähnlichen Stuhl, der Leiter der Schule, Albus Dumbledor.

Puh, Glück gehabt. Ich darf nach Gryffindor.

Unterhalb der Schlafräume liegt der Aufenthaltsraum von Gryffindor. Betreten kann man ihn nur, wenn man dem Bildnis der fetten Dame das richtige Passwort nennt. Vom Raum führen zwei Wendeltreppen nach oben in die Schlafräume der Jungs bzw Mädchen. Die Treppe zum Mädchengemach ist mit einem Bann geschützt, sodass kein Junge hinauf kann. Im Gegensatz dazu ist der Aufgang zu den Jungs frei. Hermine ist des öfteren dort oben zu finden. Was sagt uns das jetzt über die Moral von Jungs und Mädchen?

 

Tatsächlich handelt es sich dabei um Plastiktiere aus dem Londoner Zooshop, Tierknochen von einem lokalen Schlachter und getrockneten Blättern und Kräutern.

 

 

Will man an dem vorbei, benötigt man ein Passwort und dann öffnet sich eine steinerne Wendeltreppe, die sich nach oben bewegt.

Diese zu konstruieren gehörte zu den kniffligsten Aufgaben der Special Effects Abteilung.

Hagrid ist der Sohn eines Zauberers und einer Riesin und ist Harrys erster Freund.

 

Er wohnt mit seinem Hund in einer Hütte im Wald. Dort sind Hermine, Ron und Harry oft zu finden

In und um Hogwarts tummeln sich aber auch so manch böse Gestalten, wie etwa die Todesser.

 

Diese Hexen und Zauberer sind oft ehemalige Slytherin Schüler und haben Voldemort ewige Treue geschworen. Sie alle tragen das Dunkle Mal auf der Innenseite des linken Unterarms mit dessen Hilfe ihr Gebieter sie zusammenrufen kann.

Der Basilik ist dann die Steigerung; eine gigantische Schlange, die mit Blicken töten kann. Glück hat nur, wer dem Vieh im Spiegel oder durch eine Kamera in die Augen blickt. Zähmen kann man einen Basilik übrigens nicht und nur Tom Riddle ist in der Lage ihn zu kontrollieren.

 

Alraunen umtopfen ist immer wieder Fun in Hogwarts. Die Wurzel sehen aus wie Babies und der Schrei einer ausgewachsenen Alraune kann töten. Deshalb wird das Umtopfen auch mit jungen Alraunen geübt.

 

Sehr freundlich sieht dieses Buch aber auch nicht aus.


Der erste Teil unseres Trips ist schon vorbei. Morgen geht es in die Innenstadt von London. Auch dort werden wir am ersten Tag noch auf Harry Potters Spuren wandeln.

London im 9¾ Takt (2)