Graffiti in Mannheim

Seit heute bin ich schlauer. Da wohnt man schon ewig in der Nähe und war doch noch nie im Mannheimer Schlosspark. Ok, bis heute wusste ich auch nicht, dass das Mannheimer Schloss einen Garten hat oder besser, wo der sich befand.

Natürlich weiß ich, dass jedes anständige Barockschloss auch einen Garten hat.

Schon Carl Philipp ließ hier 1730 einen Garten im französischen Stil errichten.

Anfang des 19.Jhdt brauchte man die Befestigungsanlage nicht länger und so war Platz für einen riesigen englischen Garten mit verschlungenen Pfaden und Blickachsen. Bis zum Rhein erstreckte der sich.

Doch schon 50 Jahre später war Schluss mit lustwandeln. Eine Stadt wie Mannheim, gelegen an zwei Flüssen, war geradezu prädestiniert ein Handelszentrum zu werden. Dazu braucht es aber Schienen und Straßen und denen musste der Schlossgarten weichen. Da wo sich früher Liebespärchen trafen, fährt heute der ICE. Schade eigentlich. Immerhin sind auf der anderen Seite des Schienenstrangs die Grünanlagen erhalten geblieben, doch erinnern sie heute nicht mehr an einen Schlosspark.

 

Der eigentliche Grund warum ich heute hier bin, ist aber nicht der ehemalige Schlosspark, sondern Street Art. Die soll nämlich hier in den Unterführungen zu finden sein.

Und noch was habe ich heute gelernt: es gibt tatsächlich Unterführungen vom Schloss auf die andere Seite des Schienenstrangs. Nicht unbedingt sehr einladend und bei Nacht wollte ich hier auch nicht unterwegs sein, aber sie bergen eine Reihe von tollen Graffitis. Und ich spreche jetzt nicht von dem Geschmier, was man sonst so an Bahnlinien sieht. Das liegt wohl auch daran, dass die Künstler sich hier Zeit nehmen können, denn das Bemalen der Flächen ist erlaubt.

Mir haben es ja ganz besonders die Katzenporträts angetan.

Doch es gibt auch noch andere Tiere,

Monster und Fratzen jeglicher Art

und natürlich dürfen auch Aliens nicht fehlen.

Komplett aus der Reihe fällt ein Bild in schwarzweiß und das ist auch eines meiner Lieblingswerke in diesem Wirrwarr von Unterführungen. Wie lang der Künstler wohl daran gesessen hat?

Nachdem ich sämtliche Winkel abgegrast habe, begebe ich mich zurück Richtung Schloss und weiter in die Quadrate.

Auch hier gibt es einige großflächige Kunstwerke. Schön anzusehen, aber sie begeistern mich nicht so, wie die versteckten im ehemaligen Schlosspark.

Und dann treffe ich zum Abschluss meiner Tour durch Zufall auf eine Schar frecher Vögel. Die sind verhältnismäßig klein und so muss ich die Wohnhäuser schon ganz genau betrachten, um sie zu entdecken. Hat sich aber gelohnt.

 

Demnächst werde ich mich ein weiters mal auf die Suche nach Street Art in Mannheim machen. Ausserhalb der Quadrate soll es noch ein paar größere Stücke geben.