Drachen in Lindenfels

Lindenfels ist Station Nummer 5 an der Nibelungenstraße und hier dreht sich alles um den Drachen. Ob die Stadt wohl ihren Namen vom Lindwurm hat, denn so nennt man den Drachen ja auch.

Hier, vor den Toren der Stadt, war es aber auch, wo Siegfried durch den Speer Hagen von Tronjes zu Tode gekommen sein soll. Die Linde, die dabei ja bekanntlich eine entscheidende Rolle spielte, könnte auch Namensgeber des Städtchens sein.

Die Chronik der Stadt sagt darüber jedenfalls nichts aus, nur dass sie im Jahre 1123 zu Füßen der Schlierburg entstand, die daraufhin gleich mal in Burg Lindenfels umbenannt wurde.

Mir persönlich gefällt die Ableitung vom Lindwurm aber deutlich besser, ist er hier doch allgegenwärtig:

gibt es ein Drachenmuseum,                                         >>>

 

 

auf den Straßenlaternen sitzen kleine Drachen,

auf der Kirchturmspitze dreht sich der Wetterdrache nach dem Wind

Auf dem Kirchturm sitzt selbstverständlich der Gockel. Schließlich symbolisiert der Drache in Europa doch das Böse; der käme niemals auch nur in die Nähe der Kirche.

Und auch der schöne Drachenzwinger ist nur ein Menschengefängnis in der alten Stadtmauer. Hier hinein kam, wer eines kleineren Verbrechens angeklagt worden war, sei es nächtliches Grölen in den Straßen der Stadt oder das Schlagen der Ehefrau. Die konnte aber wegen ständigem Gekeife auch dort landen.

 

Es gehört mit den beiden Fürther Toren zum ältesten Teil der Stadtmauer.

Außerdem sprudelt am Brunnen das Wasser aus Drachenköpfen (Ok, der allgegenwärtige Löwe ist auch da),

die Bänke im Kurpark haben Drachenform, 

 

und in der Stadtmauer gibt es einen Drachenzwinger.

 

 

  

 

Leider alles Quatsch (bis auf das Drachenmuseum). Dort befinden sich auch die einzige Laterne mit Drachen (obwohl ich die Idee echt gut fände) und die einzige Drachenbank.

  

 

 

 

 

 

Unser Drache richtet seine Nase hoch oben auf dem Bürgerturm in den Wind. Der war wohl früher ein Bergfried mit Ausguck, denn ursprünglich war das Dach von fünf kleinen Türmchen umgeben. Von dort hatte man dann wirklich alles im Blick (sogar den Gockel auf dem Kirchturm)


Damit wäre das geklärt und wir können uns auf dem Weg zur Burg machen. Die thront, wie sich das für eine deutsche Burg gehört, hoch über der Stadt. 

Zuerst geht es aber durch den wunderschönen Heilkräutergarten. Heilkräuter waren lange Zeit die einzige Möglichkeit Arzneien herzustellen und so manche "weise Frau“ wurde als Hexe verbrannt, weil sie mehr Leiden lindern konnte als der Barbier.

 

 

Ich bin ja ein absoluter Fan von Mohn (nicht wegen der Wirkung, sondern weil er so schön rot leuchtet). Paulchen steht mehr auf Löwenzahn (warum wohl?)

Einst war die Burg von vier Mauerringen umgeben. Die wussten sich aber zu schützen. Vor wem oder was wohl? Doch nicht etwa vor Drachen? Die können nämlich fliegen und würden über soviel Tamtam nur lachen.

 

 

 

Die Südseite der Burg war mit drei Türmen bewehrt, von denen heute nur noch die Untergeschosse erhalten sind.

Sie dienten auch als Gefängnis und angeblich soll hier sogar mal ein Gefangener vergessen worden sein. Wie kann das den passieren? Als man ihn schließlich nach jahrelanger Haft frei ließ, war er so entkräftet, dass er die Heimat nicht mehr lebend erreichte.


Die innere Ringmauer ist bis zu vier Meter dick und 12 Meter hoch. Einst krönte sie ein romanischer Wehrgang mit Zinnen

Von hier hat man einen guten Blick auf die Stadt Lindenfels 

 

 

 

 

 

 

und den Odenwald

und auch die Wohnburg befand sich dort.


Durch das Stadttor geht es schließlich zurück nach Lindenfels.

 

 

  

 

Dort treffen wir auch auf die Skulptur und wie sich das für eine Stadt voller Drachen gehört, wird hier der Kampf Siegfrieds mit dem Drachen dargestellt. Man beachte das Lindenblatt auf der Schulter.


Nächster Stopp an der Nibelungenstraße ist dann Reichelsheim mit seinem Schloss und der ehemaligen Erzbauregion.