wo die Störche Urlaub machen

Bornheim in der Pfalz (bei Landau) ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine erfolgreiche Wiederansiedlung des Storchs. Das Wetter spielt mit und so mache ich mich auf den Weg dorthin. Vielleicht hat das eine oder andere Storchenpaar ja bereits Nachwuchs im Nest.

Kaum bin ich in Bornheim angekommen, fallen mir die vielen Straßenlaternen auf. Eigentlich ja nichts Besonderes in Deutschland. Die gibt es hier an jeder Straßenecke. Die in Bornheim sind aber wirklich sehr einzigartig. Bei manchen kann man sogar recht schnell erraten, vor welchem Haus sie denn stehen.

 

 

 

Bornheim ist jetzt nicht unbedingt ein riesiges Dorf, aber es gibt erstaunlich viel zu entdecken. Mitten durch den Ort schlängelt sich die Hauptstraße und gleich am Anfang treffen wir auf die evangelische Kirche. Wie sich das für eine anständige Dorfkirche gehört, nistet natürlich ein Storchenpaar auf dem Dach.

Gleich neben der Kirche das Rathaus. Auch das muss so sein auf dem Dorf.

Immer schön entlang der Hauptstraße geht es weiter.

Und gegenüber das Storchenzentrum mit einem weiteren Nest.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Natürlich hat das Dorf auch eine katholische Kirche. Wo kämen wir denn sonst hin. Die beheimatet aber kein Storchenpaar. Warum ich sie trotzdem erwähne?

Weil ich den Brunnen davor im wahrsten Sinne des Wortes saugeil finde. Auch wenn ich in einem Storchendorf eher einen Storchen- oder vielleicht noch einen Froschbrunnen erwartet hätte.


Geschaffen wurde er vom pfälzischen Bildhauer Gernot Rumpf. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Brunnen mit pfälzischen Motiven, wie auch den Elwetritschebrunnen in Neustadt oder den Geißbockbrunnen in Deidesheim. Ich finde die Schweinerei einfach nur entzückend und kann mich gar nicht wieder losreißen.

Mein persönliches Glücksschwein habe ich auch gefunden.

Es fällt mir schon recht schwer, mich von den süßen Säuen zu verabschieden, aber ich will ja noch weiter.

Nach ein paar Schritten stolpere ich über einen alten Bekannten. Wo kommt denn diese kleine Elwetritsche jetzt her? Ob die sich verlaufen hat?

Leider sind im Ort nicht mehr viele der alten Fachwerkhäuser erhalten. Die würden meiner Ansicht nach viel besser zu einem Storchendorf passen.

Wilhelm Busch und seine Buben Max und Moritz.

Schaut man sich auf der Terrasse ein wenig um, kann man auch so einiges aus den Geschichten entdecken.

Na, und was kommt einem ganz spontan in den Sinn beim Anblick des Gasthaus "Lehrer Lämpel"?

 

 


Vor lauter Entdeckungen entlang der Hauptstraße, vergisst man glatt den eigentlichen Grund für den Besuch, die Störche. Genau gegenüber dem Gasthaus liegt die Storchenscheune. Hier werden verletzte und kranke Tiere gepflegt, bevor sie wieder in die Freiheit entlassen werden. Da Störche sehr gesellig sind, ist es auch kein Wunder, dass sich rings um die Scheune Paare in Nestern niedergelassen haben.

Gegenüber wohnt noch eine Storchenfamilie und auch hier ist der Nachwuchs bereits geschlüpft.

Wo die Hauptstraße auf die Wiesenstraße trifft, liegt der Hirtenplatz. Von hier wurden früher die Ziegen auf die Weide getrieben.

 

Die Ziege galt schon immer als Kuh des "kleinen Mannes", was darauf schließen lässt, dass Bornheim einst nicht unbedingt zu den reichen Dörfern zählte


Ich folge dem Ziegenpfad aus dem Dorf und er wird zum Storchenweg, dem ich jetzt die nächsten Kilometer folge.

Zuerst geht es entlang von Wiesen voller Klatschmohn. Ich liebe Klatschmohn, weil er so schön rot leuchtet. Im persischen Raum gilt er übrigens als Blume der Liebe.

Schade, dass der Storchenweg die meiste Zeit durch Wälder führt. Nicht, dass ich etwas gegen Wälder hätte, aber Störche niesten nun mal nicht in Wäldern. Je nach gewählter Tour, sieht man keinen einzigen Storch.

Zum Glück führt der letzte Teil meiner Tour hinaus auf die Wiesen und dort finde ich dann ein weiteres Storchennest.