drei Länder - eine Stadt

Bei dieser Reise handelt es sich um eine Produktschulung im Rahmen meiner Tätigkeit als Travelagent.. Die Einladung erfolgte durch Dorint  Hotels. Dieser Artikel war aber keine Bedingung  und ist im Rahmen meiner Reiseberichte entstanden. Er spiegelt meine private (unkäufliche) Meinung wieder.

Es gibt eine Stadt, die liegt auf zwei Kontinenten. Auch nicht schlecht. Die Stadt, die wir uns als Ziel ausgeguckt haben, legt noch einen drauf. Sie liegt nämlich gar an drei Ländern. Wenn ich verrate, dass es sich dabei um Frankreich, Deutschland und die Schweiz handelt, ist der Name der Stadt sicher schnell erraten, oder?

 

Richtig, das Ziel für dieses Wochenende lautet Basel.


zu den Eidgenossen

02.12.2016

2°C
2°C
256 km
256 km

Es ist Freitag Abend. Es ist Feierabend und ein Wochenendtrip nach Basel steht an. Soweit alles gut.

 

Anreise ist mit dem Auto geplant; das ist weniger gut, denn die Strecke gen Schweiz ist bekannt für Staus. Nun ja, ich wäre lieber in 2 Stunden mit der Bahn gefahren, aber dank Navi und Umfahren des (übrigens gar nicht vorhandenen) Staus auf der Bundesstraße schaffen wir es auch mit dem Auto in ca 3 Stunden.

Zu mindestens ist für den ersten Abend kein wirkliches Programm geplant.


Meine Drachen kann man mit einem solchen Betthupferl immer überzeugen.

Von außen ist das Hotel nicht unbedingt eine Schönheit, aber die Zimmer sind recht groß und ohne Teppichboden (für mich ein großes Plus ans Hotel)

Auch der Frühstücksraum kommt ohne Teppichboden aus. Ich verstehe sowieso nicht, warum Hotels Teppichböden in Frühstücksräumen haben. Da sind Flecken doch vorprogrammiert und dann sieht es gleich unsauber aus.


Dorint an der Messe


im zick-zack durch die Altstadt

03.12.2016

0°C
0°C
4 km
4 km

Nach einem leckeren Frühstück fahren wir mit der Tram zum Barfüßerplatz. Genial finde ich, dass man in Basel bei jeder Übernachtung im Hotel eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr bekommt. Klar, man muss auch hier eine Art Citytax zahlen, aber dazu bin ich gerne bereit, wenn ich dann Bus und Bahn umsonst nutzen darf. Könnte man in Hamburg und Berlin auch mal einführen. Citytax kassieren die ja bereits


Vom Hotel sind es nur wenige Stationen bis zum Zentrum. Am Tinguely-Brunnen treffen wir dann auf unsere Stadtführerin, die uns die nächsten zwei Stunden in die Geheimnisse der Stadt Basel einweihen wird.

 

 

Der Künstler Jean Tinguely liebt scheinbar Maschinen und wie sie arbeiten. Seine Skulpturen haben ihn berühmt gemacht und da er ein Basler Kind ist, liegt es auf der Hand, ihm einen Brunnen zu widmen.

 Und so sieht das Ganze dann nach einer frostigen Nacht aus. Hat auch seine Reize, oder?

Vom Barfüßerplatz, auf dem zur Zeit ein Weihnachtsmarkt aufgebaut ist, blickt man auf die Häuser der Altstadt. Für Glühwein und Co ist es aber noch viel zu früh, deshalb erkunden wir erst mal die nähere Umgebung.

Apropos süß, keine paar Schritte weiter treffe ich auf das Läckerli Huus. 

Einmal um die Ecke und ich stehe inmitten einer Kuhherde. Natürlich keine echte; die wäre sicher der Gag gewesen. Ich finde sie aber auch so ganz süß.


Das ist Pflichtprogramm bei einem Basel-Besuch, gibt es hier doch die bekannten Basler Leckerli zu kaufen. Dabei handelt es sich um eine Art Lebkuchen, der mit Honig, kandierten Früchten und Nüssen veredelt wird. Teuer (wie alles in der Schweiz), aber richtig lecker.

Von hier aus geht es dann hinein in die Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Gassen und mittelalterlichen Häusern. Erhalten geblieben ist dieses Stück Altbasel dank einer Stadtmauer, die die Stadt vor Angreifern schützte. Deren Verlauf ist heute noch zu erkennen an Straßennamen, die mit -graben enden.

 

Verlaufen kann man sich in diesem Wirrwarr von Gassen nicht, auch wenn man das auf den ersten Blick befürchtet. Alle Gässchen, die bergab führen bringen einen irgendwann wieder zum Marktplatz oder Barfüßerplatz. Also nur Mut und hinein in die Altstadt.

Dort gibt es aber nicht nur alte Häuser, sondern auch eine bemalte Wand, wie ich sie hier nicht vermutet und alleine wahrscheinlich auch nicht gefunden hätte. Auf ihr alles was in der Musikszene einen Namen hat.

Auf unserem Weg durch die engen Gassen treffen wir irgendwann auch auf Johann Wanners

Weihnachtsbaumschmuckausstattungsspezialgeschäft (was ein Wortungetüm. Das macht dich garantiert zum Sieger im Spiel "Galgen bauen“)

Stunden könnte ich hier verbringen und würde doch immer wieder neue Kugeln oder sonstigen Weihnachtsschmuck entdecken. Toll finde ich auch die Kombi mit Café. Hier an einem Adventssamstag verweilen und Kaffee trinken, da kommt garantiert Weihnachtsstimmung auf.

 

 

 

 

Apropos Weihnachtsstimmung. Natürlich sind auch die Altstadtgassen bereits weihnachtlich geschmückt. Das ist am 2. Adventswochenende an sich auch nichts besonderes, aber manche der Gebäude stechen mit ihrer Deko doch hervor, wie das Haus Seiler mit seiner munteren Engelschar. Die haben richtig Spaß.

 

Folgt man den Altstadtgässchen weiter bergauf, gelangt man irgendwann ans Spalentor. Wie wir ja bereits gelernt haben, war das ursprüngliche Basel mit einem Wall vor Feinden geschützt. Zugang zur Stadt boten zu jener Zeit 40 Tore. Davon sind heute noch genau drei erhalten und das Spalentor gilt als eines der schönsten Stadttore nicht nur in Basel, sonder in der ganzen Schweiz. Ausgerichtet ist es gen Elsass und im Mittelalter kamen hier die Händler aus Frankreich an.

Leider schützt auch der wehrhafteste Wall nicht gegen Naturkatastrophen und so mussten nach dem großen Erdbeben von 1356 Teile der Stadt wieder aufgebaut werden. Da hat man dann die Vorstädte gleich mal in den Wall mit reingenommen.

Im 19.Jhdt braucht man dann Platz für die wachsende Stadt und machte die Stadtmauern einfach mal platt.

Nicht weit entfernt stoßen wir auf einen der vielen Brunnen in Basel. Rund 170 gibt es davon in der Stadt. Übrigens sprudelt aus den meisten Trinkwasser und in vielen darf man im Sommer sogar baden. Im Winter natürlich auch, aber wer macht das schon. Der, vor dem wir stehen ist dem "Bauerntanz“ von Hans Holbein gewidmet mit einem Dudelsackbläser on Top.


 

 

 

 

 

Kurz darauf stehen wir auf dem Marktplatz mit dem roten Rathaus.

 

 

Wir bleiben aber noch ein wenig im ganz alten Basel, begeben uns aber jetzt bergab Richtung Marktplatz und Rathaus.

Basel ist ja eine internationale Stadt mit Banken und Großindustrie. Da verwundert es auch nicht, dass sich hier Konsulate angesiedelt hatten. Hatten, denn viele sind inzwischen nur noch in Bern oder Zürich zu finden. Doch hier, in einem kleinen Gässchen der Altstadt hat eines überlebt. Wo zum Kuckuck liegt aber Lepmuria? Man kann noch so sorgfältig seinen Atlas wälzen, man wird das Land nicht finden. Das Haus ist Treffpunkt eines Karnevalsvereins, der auf diese Weise das Abwandern der Botschaften ein wenig auf die Schippe nimmt.

Warum sind eigentlich in vielen Städten die Rathäuser rot? Dieses hier ist aber wirklich richtig rot und bunt. Mir gefallen die Eingangsbögen und das goldene Türmchen,


 aber noch mehr die vielen Verzierungen und Figuren, die man entdecken kann.

Aber nicht nur die Fassade ist so bunt und verziert, nein das zieht sich durch bis in den Innenhof mit seinen vielen prächtigen Fresken.

 

Der Kerl, der da im Innenhof rumsteht, ist übrigens der römische Feldherr Lucius Munatius Plancus, dem Basel seine Gründung zu verdanken hat.


Rund um den Marktplatz findet man alteingesessene Lokale, wie den Tea Room Schiesser. Wenn Basel nur nicht so teuer wäre und man mehr Zeit hätte, würde ich diese Basler Confiserie ja gerne mal testen. Hier wird noch nach altem Schokoladengesetz hergestellt, welches da besagt, dass man nur Kakaobutter und keine Pflanzenfette verwenden solle.


Einmal um die Ecke vom Marktplatz befindet sich der ehemalige mittelalterliche Fischmarkt. Viel ist nicht mehr übrig, nur der zwölfeckige Brunnen im Zentrum. Er gilt übrigens als der schönste gotische Brunnen der Schweiz.

Mangels Elektrizität und damit Kühlschränken, wurden im Mittelalter die Kisten mit den Fischen einfach im Brunnen gekühlt.

 

Das wäre dann Brunnen zwei auf unserer heutigen Tour, aber keine Angst, wir werden nicht alle 170 Stück ablaufen.

 

Basels mondäne Einkaufsstraße ist die Freie Straße. Hier findet sich auf nicht mal einem Kilometer alles, was das Konsumentenherz höher schlagen lässt. Leider sagt meine Kreditkarte zu einem ausführlichen Einkaufsbummel kategorisch nein und so konzentriere ich mich auf die vielen schönen alten Häuser, die alle mit Verzierungen aufwarten können. Na, hat jemand die Fledermaus entdeckt?

Am Abzweig zum Münster dann wieder ein Brunnen. Und hier begegnen wir ihm mal wieder (wie an so vielen Stellen in der Stadt), dem Basilisken. Wer Harry Potter kennt, der kennt dieses Wesen aus Drache, Schlange und Hahn, dem man besser nicht alleine und ohne Zauberspruch begegnet. Warum aber erlauben die Basler so einem Horrorwesen das eigen Stadtwappen zu halten?

Obwohl, ich finde den Basilisken von Basel eigentlich ganz niedlich und meine Drachen sind sowieso ganz hin und weg.

Übrigens sollen die kleinen Drachen immer zum Rhein schauen, es sei denn es wäre ein Gotteshaus im Weg. Blick Richtung Wasser, so gehört sich das für einen Quelldämonen. Drachen haben nämlich einen viel stärkeren Bezug zum Wasser als zum Feuer.

Dass Basel ca 170 Brunnen sein eigen nennt haben wir ja bereits gelernt. Ganze 28 davon sind Basiliskenbrunnen oder Basilisgge-Brünneli, wie der Schweizer sie nennt. Klingt jetzt auch nicht irgendwie furcherregend, oder?

Entstanden sind sie ind 1890igern als Nachfolger der sogenannten Stockbrunnen. Die hatten bereits Sockel und Trog und dahinter eine Art freistehende Säule, aus der das Wasser in den Brunnen plätscherte. Den Baslern gefielen die Brunnen aus ästhetischer Sicht aber so gar nicht und so schrieb die Stadt einen Wettbewerb aus. Den gewann der Architekt Wilhelm Bubeck und dem haben wir die süßen Kerlchen zu verdanken, die zu Basel gehören, wie die Leckerli.

Ich frage mich aber, warum es denn ausgerechnet Elefanten sein mussten. Die heimische Tierwelt gibt doch auch so einiges her.

Das Münster der Stadt liegt hoch oben über dem Rhein und so geht es wieder bergauf. Hier oben hatten sich bereits im 1. Jhdt v Chr die Kelten angesiedelt, konnte man doch von hier mögliche Feinde früh erkennen. Im 9.Jhdt entstand dort eine Kirche und die Stadt wuchs um sie herum.

 

So kann man diesen Platz wohl als Geburtsstätte der Stadt Basel bezeichnen.

 

Von der Terrasse hinter dem Münster hat man nicht nur freie Sicht auf den Rhein, sondern auch auf den Chor desselben, der mit Skulpturen übersät ist.

Na, wer hat die Elefanten entdeckt? Wenn man bedenkt, dass die mittelalterlichen Baumeister nicht mal eben im Basler Zoo nachschauen konnten, wie denn ein Elefant so aussieht, sondern auf Musterbücher zurückgreifen mussten, kommt einem das Rüsseltier auf dem Sims nicht mehr ganz so seltsam vor.

 


Von der Rückseite kann man dann den wunderschönen Kreuzgang durchwandeln und kommt an der Vorderseite wieder raus.

Auch am Münster ist das große Erdbeben nicht spurlos vorbei gegangen. Drei seiner ursprünglich fünf Türme hat es dabei eingebüßt.

 

 

 

 

 

 

 

Neben dem Haupteingang, Siegfried der Drachentöter. Der ist bei meinen Jungs auf der Beliebtheitsskala ziemlich weit unten. Irgendwie verständlich. Wie kann man denn einen so niedlichen Drachen einfach töten?

 


Es ist ja Adventszeit und natürlich hat auch die Stadt Basel ihre Weihnachtsmärkte, angeblich mit die schönsten in der Schweiz.

Da ich die anderen nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen. Zugegeben, die Basler sind recht schön und übersichtlich, haben jetzt aber nichts was mich vom Hocker haut.

Hier oben am Münsterplatz ist einer der beiden. Hier dreht sich fast alles um Kinder mit vielen Mitmachstationen im Märchenwald. Mir gefällt die Weihnachtskrippe in der Fähre.

Was es mit den Fähren auf sich hat, erklär ich euch später.

Mit diesem Herrn sollte man sich ganz besonders gut stellen, dann klappt das auch mit den Geschenken. Ob der sich wohl mit Glühwein bestechen lässt?

Betrachtet man sich die Deko auf den Hütten genauer, sieht man doch gleich, wer hier die Kundschaft von morgen ist. Da finden sich nicht nur die üblichen Weihnachtsmänner, sondern auch die Tigerente oder Shaun, das Schaf.


Einmal den Berg wieder hinab und über die Freie Straße und schon stehen wir auf dem anderen Weihnachtsmarkt, auf und um den Barfüßerplatz. Allerlei Verlockendes gibt es hier zu kaufen und zu essen, aber bei den Preisen verkneife ich mir dann doch die große Einkaufs- und Fressorgie.

In Basel wird nur geschaut; zum Essen und Kaufen bleiben mir ja noch zwei Adventswochenenden in Deutschland.


Dass die Engel in Basel ganz spezielle Wesen sind, die Spaß am Leben haben, haben wir auf der Stadtführung heute morgen ja schon gesehen,

aber hier tummeln sich auch sprechende Elche

 

 

Da kann der Engel nur schmunzeln und wahrscheinlich denkt er sich seinen Teil.

und der Weihnachtsmann hat es auch faustdick hinter den Ohren. Ab wieviel Promille darf der eigentlich keinen Schlitten mehr lenken?

Na dann, Prost!!


Bevor es ins Hotel zurück geht, muss ich euch aber noch was zeigen. Am Barfüßerplatz ist auch das Spielzeugmuseum und die haben im Schaufenster drei Kleider aus Weihnachtsschmuck kreiert und die finde ich einfach nur genial.

Im Hotel wartet schon ein leckeres Käsefondue auf uns. Typisch Schweiz und deshalb doppelt gut.



im zick-zack über den Rhein

04.12.2016

-1°C
-1°C
5 km
5 km

Schaut man auf die Karte, erkennt man, dass Basel am Rhein liegt. Großbasel, wo auch die Altstadt liegt, linksrheinisch. Hier wohnt, wer Geld hat, hier hat sich die Industrie angesiedelte, hier findet man Banken und Museen. Rechtsrheinisch hingegen liegt Kleinbasel. Das wurde im frühen 13.Jhdt gegründet und galt damals als mindere Stadt. 1225 wurde es für Großbasel aber wichtig, denn da hatte man erstmals eine Brücke über den Rhein gebaut. Gut für Wirtschaft, Handel und Zolleinnahmen, aber gleichzeitig auch Verlust eines natürlichen Schutzes, den Rhein. Also brauchte man einen neuen Puffer gegen Feinde.

 

Da wir bis zur Abfahrt noch ein wenig Zeit haben, werden wir uns heute ein bisschen näher mit dem Rhein, bzw seinen Ufern beschäftigen.


Ein zweiter Blick auf die Karte zeigt uns, dass Vater Rhein in Basel eine 90° Kurve hinlegt, um dann am Dreiländereck die Schweiz zu verlassen und an der deutsch-französischen Grenze entlang seinen Weg gen Nordsee aufzunehmen.

 

Und genau da will ich jetzt hin. Die S-Bahn bringt mich bis Kleinhünningen. Die restlichen 1.2 Kilometer muss ich laufen. Ein Blick auf die Erde zeigt wo es lang geht.

 

 

 

Am frühen Morgen geht es durch den menschenleeren Hafen und über dem Rhein hängt noch der Nebel.

 

Zum Glück bin ich nicht sehr ängstlich, aber ein bisschen gruselig ist das schon.

 

Endlich taucht er aus dem Nebel auf, der Metallpylon, der das Zusammentreffen der drei Länder markieren soll. Ist schon toll, wenn man sich der Illusion hingeben kann, man könnte in wenigen Sekunden von Deutschland nach Frankreich und zurück in die Schweiz hüpfen.

Leider bleibt es eine Illusion, denn wollte man es tatsächlich machen, würde man nasse Füße bekommen. Die eigentliche Schnittstelle der drei Länder liegt wenige Meter weiter in der Mitte des Rheins. Die Rheinschiffer hätten sich sicher schön bedankt, hätte man die Säule mitten im Fluss aufgestellt.


Von hier aus den ganzen Rhein auf Basler Stadtgebiet abzulaufen, wäre ein wenig weit und im ersten Teil auch eher uninteressant. Deshalb nehme ich die S-Bahn zurück in die Stadt bis zur Mittleren Rheinbrücke. Von der hatten wir es heute schon, denn ihre Vorgängerin war diejenige Brücke, die Basel zwar Geld brachte, es aber auch angreifbar machte.

 

Übrigens fürchten sich die doch so neutralen Schweizer immer noch vor Angriffen von rechtsrheinisch Seite. Diese Brücke, über die wir jetzt wandeln, ist nämlich vermint und kann jederzeit in die Luft gesprengt werde, sollte der Feind sich nähern. Ob an den Schweizern wohl die Tatsache vorbei gegangen ist, dass der Feind heutzutage nicht mehr im Panzer kommt und sich von einem unpassierbaren Fluss kaum abschrecken lässt.

 

In der Mitte der Brücke steht eine winzige Kapelle, das Käppeljoch. Hier war es, wo im 14.Jhdt. Urteile vollstreckt wurden. Frauen, die wegen Kuppelei, Ehebruch, Kindesmord oder schweren Diebstahls verurteilt worden waren, wurden hier mit Gewichten beschwert in den Rhein geworfen.

Wen die Fischer ein Stück weiter lebend aus dem Wasser zogen, hatte Glück und bekam sein Leben geschenkt. Wer weiß, vielleicht wurde man auch als Hexe angesehen und verfolgt, weil das ja nicht mit rechten Dingen zugegangen sein konnte.

Blickt man beim Überqueren der Brücke zurück nach Großbasel, kann man an einer Hauswand den Lällekönig entdecken. Diese Maske krönte einst ein Stadttor an der Rheinbrücke. Das Besondere an der Figur war seine Zunge (seine Lälli), die er mittels eines Uhrwerks herausstrecken konnte. Und zwar immer schön gen Kleinbasel, wo die Minderwertigen wohnten.

 

Das Tor existiert längst nicht mehr und der Originalkönig darf seine Zunge nur noch im Museum heraus strecken. Die Kopie blickt noch immer gen Kleinbasel, aber wen mag sie heutzutage verspotten? Immer noch die Kleinbasler oder vielleicht gar die vielen Touristen, die in die Stadt kommen?

 

Wir lassen uns aber nicht verspotten und überqueren die Brücke Richtung Kleinbasel, um dort ein Stück am Ufer entlang zu laufen. Von wegen Minderwertige, ist doch ganz hübsch hier.

Die Lösung ist ganz einfach. Fototechnisch gesehen steht er so besser und außerdem verhindert man dadurch, dass der Drache aufs Münster blickt.

 

Auch hier treffen wir ihn wieder, den Basilisk. Was aber ist verkehrt? Warum schaut der nicht gen Rhein? Etwa, weil man hier den Grossbaslern zeigt, was man von ihnen hält?

Wie war das doch noch gleich mit dem zick-zack über den Rhein? Dann wäre jetzt wohl wieder die andere Seite dran. Kein Problem, da gibt es doch diese Personenfähren in Basel, die sich trotz der vielen Brücken gehalten haben. 1854 wurde die erste von vier Fähren in Betrieb genommen. Damals sicher sinnvoll, da einzig die Mittlerr Rheinbrücke existierte. Heute überspannen sieben Brücken den Rhein und kaum jemand (außer vielleicht den Touristen) ist zu Fuß unterwegs.

Aus dem Stadtbild sind sie trotzdem nicht weg zu denken und außerdem gelten sie als das umweltfreundlichste Verkehrsmittel.


Schließlich werden sie nur durch die Strömung des Rheins angetrieben. Ein Stahlseil sorgt dafür, dass die Passagiere auch dort ankommen, wo sie hin wollen.

Na denn man los. Die Überfahrt kostet übrigens gerade mal CHF 1.60.

So, wir befinden uns wieder auf Großbasler Seite und die nächste Brücke ist nicht weit. Für den Rest der Tour bleiben wir aber auf dieser Seite. Trotzdem ist die Wettsteinbrücke eine Erwähnung wert. Sie ist, bzw war die Basiliskenbrücke schlechthin. Hier wachten seit der Eröffnung an allen vier Ecken 3 Meter hohe Basilisken. In den 30igern wurde die Brücke verbreitert und die Basilisken mussten weichen. Immerhin hat eines der Fabeltiere in der Zwischenzeit zurück gefunden.

 

Warum aber wurde der Basilisk jetzt zum Wappenhalter der Stadt Basel, wenn es sich dabei doch um so ein gefährliches Tier handelt?

 

Eine Legende besagt, dass ein reisender Kaufmann einen ausgestopften Basilisken dabei hatte, der beim Rat der Stadt soviel Eindruck machte, das der ihn gleich mal als Wappenhalter auserkoren hat.

 

Einer anderen Story nach lebte dereinst ein solcher Basilisk in einer Höhle am Oberrhein. Mit seinem Blick habe er die Vorübergehenden getötet. Sankt Heinrich griff nach einer List und schickte ein verspiegeltes Boot den Rhein hinab. Wie man weiß, kann man einen Basilisken nur mittels eines Spiegels töten. Man schlägt ihn dadurch mit seinen eigenen Waffen, heißt man tötet ihn mit seinem eigenen Blick. Nachdem das Tier erledigt war, konnte man an dieser Stelle die Stadt Basel errichten.

 

Am plausibelsten ist aber wohl doch die Theorie der Namensähnlichkeit. Wenn die Stadt schon Basel heißt, warum dann nicht einen Basilisken als Haustier (äh Wappenhalter)

Hier steht in der Nähe des Rheins das letzte Stück vom einstigen 4.1 km langen Verteidigungsring um Großbasel und seine Vorstädte.

Hier im St-Alban Tal gab es einst auch ein Kloster. In dessen Nähe siedelten sich die ersten Mühlen an und der St-Alban Teich entstand. Er ist einer von vielen noch erhaltenen Gewerbekanälen der Stadt.

Kanäle und See blieben aber erhalten und so hat manch einer jetzt ein idyllisches Plätzchen am Wasser.

Im Stadtteil St Alban beenden wir unsere heutige Tour rechts und links des Rheins. In etwa sind wir jetzt

5 Kilometer von unserem Ausgangspunkt am Dreiländereck entfernt.

40 Stadttore kontrollierten einst den Durchlass und davon sind wie viele erhalten? Na,wer hat sorgfältig gelesen? Richtig, ganze drei existieren noch. Am Spalentor waren wir gestern und hier in St Alban steht noch das gleichnamige St-Alban Tor. Vom Originaltor aus dem Jahre 1230 ist nur das Erdgeschoß geblieben. Der Rest wurde immer wieder erneuert (etwa nach dem Erdbeben 1356) oder umgebaut.

 

Mit dem Aufschwung des Buchdruckes, nutze man das Wasser auch zur Papierherstellung und neue Mühlen entstanden.

Erst zu Beginn des 20. Jhdts kam dann mit der Elektrifizierung die Wende und die Wassernutzung ging zurück.


Für mich wird es jetzt auch Zeit an den Heimweg zu denken. Ich werde mir jetzt ein idyllisches Plätzchen im ICE der Deutschen Bahn suchen und hoffentlich pünktlich abfahren.

Das mit der Pünktlichkeit hat heute bestens geklappt, da will ich mal über die Einfahrt in umgekehrter Wagen-Reihenfolge großzügig hinweg sehen. So perfekt sind die Schweizer eben auch nicht.