alles im Fluss

Wie kommt man dazu nach Lyon zu fliegen?

 

Ist ja schließlich nicht unbedingt die erste Stadt, die einem so in den Sinn käme, dächte man über einen Citytrip nach. Auch ich wäre nicht auf die Idee gekommen, würde hier nicht mein Schiff, mit dem ich fünf Tage die Rhone befahren werde, vor Anker liegen. Da Lyon im Ausflugsprogramm der Reederei keinen so großen Teil einnimmt, fliege ich einfach einen Tag früher um mich ein wenig auf eigene Faust umschauen zu können.


bon appetit

05.11.2016

9°C
9°C
544 km
544 km

Reisen kann ja so einfach sein, wenn alles klappt. Los geht es von daheim mit dem Nachtbus um 08:00 Uhr. Der ist ausnahmsweise mal pünktlich (kein Wunder, war ja auch eine Frau am Steuer) und so klappt es mit dem Straßenbahnanschluss. Die Deutsche Bahn hat zwar ihre obligatorischen 10 Minuten Verspätung, das macht aber nichts, denn so bekomme ich den früheren ICE zum Airport. 

Da ich somit die sonst benötigten Zeitpuffer nicht brauchte, bin ich bereits um 09:20 Uhr vor Ort.

Sogar der Check-in am Übergang zum Bahnhof ist geöffnet und so verschwindet mein Koffer um 09:40 Uhr in den Tiefen des Flughafens (hoffentlich nicht auf nimmer wiedersehen)


 

Wow, da kann ich mir jetzt aber in aller Ruhe einen Kaffee bei meinem Lieblingscoffeshop gönnen.

 

Abflug ist heute im Bereich B.

 

 

Da stehen die Ganzkörperscanner. Kein Problem für mich, aber dann ist kein weibliches Kontrollpersonal da und es staut sich erst mal. Ich hätte auch mit dem Herrn vorlieb genommen, aber Vorschrift ist Vorschrift.


Geboardet wird heute auch pünktlich auf die Minute, während der Flughafen im Regen versinkt. Was ist hier eigentlich los? Vor dem Flug dann noch ne kleine Flughafenrundfahrt, denn unser Flieger steht auf der am weitesten entfernten Außenposition, noch hinter den Frachtfliegern.

Lange dauert so ein Flug nach Lyon nicht und so setzen wir schon bald auf dem Flughafen Saint Exupéry auf.

Lyon begrüßt uns mit 16°C (das ist gut) und Regen (das ist weniger gut). Die vorübergehend wieder eingeführte Passkontrolle hält nur kurz auf und auch das Gepäck lässt nicht lange auf sich warten. Übrigens ist mein Koffer mal nicht bei den letzten. Also irgendwas stimmt heute so gar nicht, aber wie gesagt: Reisen kann so entspannend sein.

 

Vom Airport geht es mit dem Lyon-Express in etwa 30 Minuten direkt in die Stadt. Das ist ein Schnellzug, der nur zweimal hält. Die Tickets kann man sich bequem vorab im Internet kaufen, aber auch am Automaten vor Ort oder sogar noch im Zug. Dann aber mit Aufschlag.

 

 

Kaum habe ich meinen Platz eingenommen, kommt der Purser und spricht mich mit Namen an. Oh weh, was hab ich denn jetzt angestellt? Eigentlich nichts und er will mir auch nur zum Geburtstag gratulieren. Na so was, da stecken doch bestimmt die Kollegen dahinter, aber die Überraschung ist gelungen. Als Geschenk gibt es eine Flasche Wein und einen Plüschflieger.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Gare de Part Dieu ist es dann nicht mehr weit bis zum Hotel (wenn man denn den rechten Weg wählt und nicht durchs Einkaufszentrum läuft, weil es dort trocken ist.)

 


Seit 9/11 steh ich ja so gar nicht mehr auf Hochhäuser und bevorzuge eigentlich ein Hotelzimmer in den unteren Etagen. Meines liegt heute Nacht im 4. Stock, was sich ja eigentlich nicht wirklich hoch anhört. Ist es aber, wenn man bedenkt, dass die Rezeption sich im 32. Stock befindet.

Ist ja nur für eine Nacht und die Aussicht entschädigt.



Eineinhalb Tage bleiben mir jetzt für die Erkundung von Lyon. Leider habe ich mich ein wenig mit der Zeit verschätzt. Es wird doch schon viel früher dunkel, als ich es erhofft hatte. Daher macht es keinen Sinn mehr, heute noch die Altstadt zu erkunden, zudem es auch wieder regnet. Macht aber nichts. So habe ich viel mehr Zeit für die Markthallen.

Den "Bauch von Lyon“ nennt man dieses Feinschmeckerreich, das sich nur einen Block von meinem Hotel entfernt befindet.

Unscheinbar ist der Eingang zwischen den Hochhäusern der Stadt, aber dahinter befindet sich, was jedes Gourmetherz höher schlagen lässt:

 

erlesener Käse in seltsamer Form und Konsistenz

 

 

 

von erdbeerrot bis lavendel leuchtende "Tartes Pralines“

Macarones in allen Geschmacksrichtungen und Farben. Ich wusste gar nicht, dass es die auch in herzhaft gibt.

 

 

Salamis und Schinken in allen Geschmacksrichtungen

Terrinen in Pyramiden- oder Kugelform  und gefüllt mit den leckersten Zutaten

glasierte Früchte

 

und natürlich gibt es auch Fisch und anderes Meeresgetier oder für den dicken Geldbeutel auch gerne ein dutzend (oder mehr) Austern.


Ich bleibe bei "Chez Leon" hängen. Hier gibt es das Meeresgetier, nach dem ich mir alle Finger lecke. Zur Feier des Tages gönnen wir uns ein paar Langostinos.

vieles nur Illusion

06.11.2016

8°C
8°C
60km.............3 Schleusen
60km.............3 Schleusen

Früh aus den Federn heißt es heute. Lyon ist zwar nicht allzu riesig, aber bis zur Einschiffung bleiben uns nur ca acht Stunden, um die Stadt zu erkunden.

 

Das geht am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, allen voran die Metro. Eine Tageskarte bekommt man schon für EUR 5.50 und dann kann es auch schon los gehen, wenn man die Station denn findet. So ganz deutlich, mit schönem großem M sind die nämlich nicht gekennzeichnet.


Fangen wir doch mal am Punkt Null an. Den gibt es wirklich, denn von diesem Platz werden in Lyon alle Entfernungen gemessen. Ich spreche von Lyons "rotem Platz“. Der ist riesige 62.000m² groß und mit rotem Schotter bedeckt. Somit ist der Place Bellecour fast drei mal so groß, wie das Original in Moskau, wenn auch bei weitem nicht so spektakulär. Ein Flieger könnte hier aber auch landen, würde nur wahrscheinlich heutzutage niemanden interessieren.

Vorbei am Theater führt der Weg zum nächsten Platz. Einst stand hier ein Kloster, wie der Name Place des Jacobins uns verrät.

 

 

Heute erfreut das Auge ein Brunnen im italienischen Stil aus dem 19.Jhdt.

 

In der Mitte steht das Pferd, beliebter Treffpunkt, da schon von weitem sichtbar. Ludwig der XIV reitet auf ihm, aber den kennen die meisten Einwohner gar nicht. Wo aber hat der gute seinen Sattel und die Steigbügel gelassen? War der so in Eile, als er aufbrach? Oder hatte der Künstler sich was dabei gedacht? (Vielleicht ist ihm aber auch nur das Material ausgegangen)

Klar, dass da die barbusigen Musen nicht fehlen dürfen, aber warum kuscheln die denn mit einem Fisch?


Bereits von weitem sichtbar ist die Kirche St-Nizier und was fällt uns sofort ins Auge? Jawohl, die Türme sind nicht einheitlich. Ist ja auch kein Wunder, da sie im Abstand von 400 Jahren erbaut wurden.

Diese Kirche hat gefühlte tausend Gargouilles auf den Dächern herum turnen und je genauer ich schaue, desto mehr entdecke ich.


Quasimodo würde sich bei so viel Gesellschaft sicher freuen. Übrigens kommt Gargouilles von gurgeln und das passt ja auch prima, wenn man bedenkt, dass das Regenwasser durch sie im weiten Bogen hindurch schießt.

Vom Rathaus fahre ich mit der U-Bahn zur Mur des Canuts. Lyon ist bekannt für seine vielen eindrucksvollen Wandgemälde. Ähnliche habe ich schon in Brüssel bewundert. Dort sind sie Comic-Figuren gewidmet, aber bei weitem nicht so groß wie hier. Staunend stehe ich jetzt vor der Wand der Seidenweber auf der fensterlosen Mauer eines sechsstöckigen Mietshauses.

Man muss schon ganz genau hinsehen, um zu erkennen, dass es sich hier um ein Gemälde handelt. Zu echt sind die Treppenstufen, die auf ein Plateau zu führen scheinen und den Bankautomaten wollte ich schon anstreben, um mir Nachschub an Euros zu holen.

Entstanden ist das Werk 1987, aber es lebt weiter und verändert sich. Wenige Jahre nach der Fertigstellung erlitt es einen Wasserschaden. Die Leute im Viertel aber liebten ihr Gemälde und wollten es erhalten. Inzwischen stehen wir schon vor der dritten Version. Stunden könnte ich hier stehen und mir die Szenen anschauen, aber ich muss weiter.

In Lyon gibt es eine weiter Besonderheit und die will ich jetzt während einer Führung durch den Stadtteil La Croix-Rousse erkunden. Wir befinden uns hier im früheren Viertel der Seidenarbeiter, wo einst die Webstühle klapperten.

 

Heute ist es ein Mix aus Kneipen, Künstlerateliers, Graffiti und Hinterhöfen. Und das ist auch der Stichpunkt und für mich Hauptanziehungspunkt der Tour.

Diese kleinen oder auch größeren Hinterhöfe sind nämlich durch Gänge, den sogenannten Traboules miteinander verbunden. In der engen Altstadt gab es früher einfach keinen Platz für zusätzliche Querstraßen und so nutzten die Bewohner diese Gänge als Abkürzungen. Dass man da nicht immer auf beste Gesellschaft traf, erklärt sich fast von selbst. Solche dunklen Gängen waren natürlich auch gute Verstecke und für die, die sich auskannten perfekte Fluchtwege. Waren doch die meisten nicht einmal in Karten eingetragen.

Hier am Hang von La Croix-Rousse sind diese Gänge oft auch durch Treppenhäuser verbunden, um die Höhenunterschiede von teilweise bis zu sieben Etagen zu überwinden.

Unheimlich finde ich manche auch heute noch.

Doch nicht nur Traboules führen nach unten, sondern es gibt auch viele Treppen und Gassen, die den Hang hinab führen

und von der einen oder anderen Terrasse bietet sich ein netter Blick über die Stadt.

Ansonsten ist dieses Viertel nicht unbedingt ein Vorzeigestadtteil, trotz der vielen Kneipen und dem einen oder anderen besseren Haus aus früheren Zeiten.

Die Idee mit den Wandbildern scheint sich aber auch hier durchzusetzten, wenn auch in ganz anderem Stil, der mehr Graffiti gleicht. Der eine oder andere hat auch gleich sein Auto verschönert, oder es stand einfach nur im Weg.

Nach zwei Stunden sind wir schließlich wieder am Fluss angekommen.

 

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass Lyon bekannt ist für seine Wandgemälde. Über 500 gibt es, verteilt auf die ganze Sadt. Ein kleineres, die Bibliothek befindet sich gleich um die Ecke.

Ich bin echt begeistert von dieser Art triste Hauswände zu verschöneren und Respekt vor den Einwohnern von Lyon, dass diese Kunstwerke nicht durch Grafitti verunstaltet werden. Wollen wir doch mal schauen, was man hier so an Büchern ausleihen kann. Natürlich darf "Der kleine Prinz" da nicht fehlen. Dem werden wir gleich noch mal begegnen. 

Bevor ich mir jetzt die Altstadt vornehme, will ich aber unbedingt noch zum zweiten großformatigen Wandbild, den Fresques des Lyonnais. Hierbei handelt es sich um ein lustiges Stelldichein von 30 Lyoner Berühmtheiten. Abgeguckt hat man sich das in Barcelona, wo es bereits eine Wand mit berühmten Katalanen gibt. Heiße Diskussionen gab es dann darüber, wer denn jetzt abgebildet werden soll.

Französische Geschichte ist jetzt nicht unbedingt so mein Ding, aber ein paar der Herrschaften kenne ich dann doch: Paul Bocuse (nach dem die Markthalle benannt ist), Louis Lumiere (Erfinder des Kinos), Kaiser Claudius, Antoine de Saint Exupéry, Andre-Marie Ampere und seit meinem Besuch in Lyon auch Laurent Mourguet (Vater des Guignol, doch von dem später mehr). Na, wer hat sie erkannt?

Übrigens konnte man sich zu Beginn nur auf 24 berühmte Stadtbewohner einigen. Inzwischen sind es aber 30 Personen und wer weiß, vielleicht kommen im Laufe der Jahre noch welche dazu. Genügend Fenster sind ja noch frei.

Für alle Nicht-Geschichts-Freaks unter uns (oder die, die im Unterricht nicht aufgepasst haben), hier die restlichen Berühmtheiten in der Reihenfolge wie sie erscheinen: Edouard Herriot (französischer Politiker), Tony Garnier (Architekt), Julie Récamier (Salonnière), Abbé Pierre (Priester), Bernard Lacombe (Fußballer), Claude Bourgelat (Autor von Fachbüchern über Pferde), Pauline Jaricot (Gründerin der Lebendigen Rosenkranzes), Claudine Thévenet (Ordensgründerin), Antoine de Jussieu (Arzt und Botaniker), Marcel Mérieux (Biochemiker), Claude Bernard (Arzt und Physiologe), Major General Martin (General in Indien), Jean-Baptiste Say (Geschäftsmann), Louise Labé (Autorin), Maurice Scève (Dichter), Joseph-Marie Jacquard (Erfinder), Pilippe de la Salle (Unternehmer in der Seidenindustrie), Pierre Puvis de Chavannes (Maler) und Jean de Verrazane (Seefahrer und Entdecker).

Und jetzt mal ehrlich, wer hat auch nur einen davon gekannt??

Vor mir, durch eine Brücke verbunden liegt die Altstadt, die sich am Ufer der Saône entlang zieht. Noch habe ich ein wenig Zeit (und Licht) bis zur Einschiffung, also dann mal los und schauen, was es dort noch zu entdecken gibt.

Weiter geht es durch die Rue Juiverie. Hier stehen prächtige Rennaissancehäuser mit eindrucksvollen Fassaden und romantischen Höfen.                                                                            >>

<<

Gleich am gegenüber liegenden Ufer erhebt sich

St Paul, eine der ältesten Kirchen der Stadt.

 

 

 

 

 

 

Paradebeispiel dafür ist Haus Nummer 8 mit einer verzierten Galerie und einem Turm mit Wendeltreppe.


Na, wer hielt sich wohl im Mittelalter am Place du Change auf? Sagt doch schon der Name. Die Geldwechsler natürlich und hier steht auch Lyons erste Börse.

Auch die Tuchhändler waren hier zuhause. Denen muss es recht gut gegangen sein, wie das Haus der Tuchmacherfamilie Thomassin mit seinen Bogenfenstern zeigt.

 

Wo Reichtum, da der Steuereintreiber nicht weit. Der hatte sein Häuschen mit rosa Turm in der Rue du Boeuf.

 

 

Woher die wohl ihren Namen hat?


Wie traboulieren geht haben wir ja heute früh gelernt. Mal schauen, ob wir das mit Hilfe eines Plans (ja, heutzutage gibt es tatsächlich Pläne - dem Tourismus sei dank) auch alleine hin bekommen.

Zwischen der Rue du Boef, der Rue St. Jean und dem Quai Roman Rolland gibt es noch einige der geheimen Gänge.

Jedenfalls muss es hinter diesen Türen weitere Gänge mit Spitzbogengewölben, Hinterhöfen und Brunnen geben. Ohne Guide gestaltet sich das Ganze doch etwas schwieriger, besonders an einem Sonntag, wo man nicht mal eben dem Briefträger folgen kann. Viele Eingänge sind inzwischen mit Nummerncodes gesichert, die nur die Guides kennen. Kann ich ja irgendwie auch verstehen. Wer will schon jeden Tag Horden von Touristen in seinem Hauseingang haben. Trotzdem hätte ich gerne mehr von den Durchgängen gesehen.

Manchmal waren die Türen auch nur angelehnt und nicht verschlossen, so dass ich doch noch fündig geworden bin. Manche dieser Traboules sind wirklich lang und man hat echt Angst sich zu verlaufen oder am anderen Ende vor einer verschlossenen Tür zu stehen. Ich habe den Ausgang aber immer gefunden und stehe letztendlich wieder in der Rue St Jean, 

ganz in der Nähe der Kathedrale.

Erbaut wurde sie ab 1180. Ganze 350 gotische Reliefs findet man an den Portalen (und nein, ich habe sie nicht gezählt). Aber faszinierend sind sie schon, die Tiere und vor allem die Dämonen. Da muss ich doch gleich wieder an den Glöckner von Notre Dame denken und daran, dass die Wasserspeier lebendig wurden. Da will ich des nachts doch besser nicht hier vorbei schauen.

Aber nicht nur Dämonen gibt es zu entdecken, sondern auch die Schöpfungsgeschichte, biblische Szenen und der ganz normale Alltagswahnsinn der Bauern. Übrigens sollen auch etliche verschlüsselte Symbole angebracht sein, die den Geheimbündlern der damaligen Zeit etwas sagten. Illuminati lässt grüßen.

 Wie das Äußere ist auch das Innere Ehrfurcht einflößend.

 

Besonders beeindrucken die astronomische Uhr, die seit 600 Jahren unermüdlich die Sekunden zählt. Was wohl passiert, wenn ihr Kalender im Jahre 2019 endet? Hört sie dann auf zu schlagen oder macht sie munter weiter, wie alle Uhren zur Jahrtausendwende?

 


Weiter geht es durch die engen Gassen, in denen die ersten Seidenweber zuhause waren. Erst später wurde die Produktion nach La Croix Rousse verlagert.

 

Nicht weit, am Place de la Trinite treffen wir auf eine weitere Wandmalerei. In Lyon geht es ja oft um Persönlichkeiten der Stadt und hier am Platz findet man den französischen Kasper Guignol. Er wurde in Lyon geboren und trägt die traditionelle Kleidung der Seidenweber. Kein Wunder, war sein Schöpfer doch einst Seidenweber in Lyon (und ist übrigens auch auf den Fresques des Lyonnaise verewigt. Hat ihn jemand entdecket?) Leider verlor er während der Wirtschaftskrise zu Zeiten der Französischen Revolution seinen Job und tingelte fortan als Zahnzieher durch die Stadt. Damals war es üblich die Patienten mit Puppen von der doch recht schmerzhaften Prozedur abzulenken und so entstand irgendwann der Seidenweber Guignol.

 

Jetzt muss ich aber langsam los, sonst legt die a-ROSA noch ohne mich ab. Erst muss ich aber noch mein Gepäck vom Hotel holen und dann geht es mit der Straßenbahn direkt zum Quai.

Hier liegen sie alle in Reih und Glied, die Flussdampfer und ganz am Ende kann ich auch schon den Kussmund, Erkennungszeichen der a-ROSA Schiffe entdecken.

 

Das Einschiffen ist schnell erledigt und mein Koffer wartet schon vor der Kabinentür. Bevor wir uns aber am Buffet laben dürfen, ist erst Sicherheitsinstruktion angesagt. Zum Glück ohne Schwimmwesten und in der warmen Lounge.

a-ROSA STELLA

Werft: Neptun Werft GmbH, Warnemünde                      Flagge: Deutschland

Baujahr: 2005                                                                                         Geschwindigkeit: 24km/h

Länge: 125.8 m                                                                                         Breite: 11.4 m

Kabinen: 86


Mit ihren 14.5 m² sind die Kabinen recht großzügig.

Meine befindet sich auf Deck 1, direkt über der Wasseroberfläche, aber wer braucht im Winter schon eine Balkonkabine (ohne Balkon).

Unsere Karte zum kostenlosen Cocktailgenuss ist da doch viel mehr wert.



 

 

 

 

 

Um 20.45 Uhr heißt es dann Leinen los und wer möchte kann die Ausfahrt aus dem nächtlichen Lyon vom Sonnendeck aus verfolgen. Da es inzwischen recht kalt geworden ist, sorgt die Küche mit heißem Holunderwein für Wärme.

 

 

 

 

 

Im Anschluss sagt der Kapitän hallo und stellt die restliche Mannschaft vor. So gehört sich das.

Danach wird mit jedem Gast angestoßen. Da kann der nur froh sein, dass wir nicht auf einem der amerikanischen Kreuzfahrtriesen unterwegs sind. Da bräuchte der ja die ganze Nacht für.

 

Nachdem wir jetzt endlich abgelegt haben, kann das Abenteuer aROSA beginnen - hoffentlich mit etwas besserem Wetter.

alles im Fluss (2)