vive la Seine (4)

Wir nähern uns dem Ende der Reise, doch zwei zusätzliche Tage in Paris müssen noch sein. Ich will mir aber nicht die Stadt anschauen. Irgendwie reizt sie mich nicht, auch wenn ich damit auf Unverständnis bei Paris Liebhabern stoße. Ich bin jetzt auf dem Schlösser-Trip und davon gibt es um Paris eine ganze Menge.  

zu Besuch beim Sonnenkönig

22.09.2017

17°C
17°C
50 km
50 km

Wieder ist unsere VIVA die ganze Nacht gefahren. Ist ja auf der einen Seite toll, denn dann ist man früh im nächsten Hafen und hat Zeit für Besichtigungen. Auf der anderen Seite ist es auch schade, da man dadurch so wenig von der Flusslandschaft mitbekommt.

Heute klingelt der Wecker auch eine Stunde früher. Nein, wir hatten in der Nacht keine Zeitumstellung, aber für mich steht heute ein Höhepunkt der Tour auf dem Programm, das berühmte (und leider auch meistbesuchte) Schloss von Versailles. Wer dort allzu lange Schlangen vermeiden will, der muss früh dort sein. Selbst um 09:00 Uhr stehen schon ein gutes Dutzend Reisebusse auf dem Parkplatz, aber noch geht es recht schnell. 


Erst Taschenkontrolle, dann Ticketkontrolle, dann noch mal Taschenkontrolle und dann noch anstehen für die Audioguides. Die Schlange spare ich mir aber. Mir reicht es, wenn ich die Räume gesehen habe. Wer hier was mit wem und weshalb getrieben hat, interessiert mich nur peripher. Schlussendlich habe ich es in einer halben Stunde ins Schloss geschafft. Das kann aber auch mal locker bis zu zwei Stunden dauern.

Einen Vorteil hat das Schlange stehen ja schon. Man kann sich in Ruhe die Fassade des Schlosses anschauen. Ob hier wohl wirklich alles Gold ist, was glänzt?

Vier Ludwigs waren im Schloss Versailles beheimatet und über hundert Jahre war es Machtzentrale der französischen Könige . Für Ludwig XIII reichte noch ein kleines Jagdschloss vor den Toren der Hauptstadt. Seinem Sohn, dem späteren Sonnenkönig, haben wir das heutige Versailles zu verdanken. Der nutze es erst als Sommerresidenz und Lustschloss. Doch das reichte ihm bald schon nicht mehr und es mussten Anbauten und riesige Terrassen her. Auch der berühmte Spiegelsaal entstand damals. Insgesamt gibt es im Schloss 288 Wohnungen und 1.800 Räume (zum Glück kann man die nicht alle anschauen - das würde ja Tage dauern)

1682 zog er ein und mit ihm 5000 Adelige, Kammerdiener, Hofdamen und Regierungsbeamte. Rechnet man den restlichen Hofstaat, vor allem die Bediensteten dazu, so mussten 10.000 Menschen vom Louvre nach Versailles umgesiedelt werden.

 

Dann lass mal schauen, wie der Sonnenkönig so gelebt hat.

Das State Appartment des Königs bestand aus sieben Räumen und stand dem Volk tagsüber offen. Hier wurde auch regiert. 

Pompös das Schlafzimmer des Sonnenkönigs mit dem riesigen Himmelbett. Wasser und waschen war ja zu dieser Zeit nicht so in. Man puderte nur und aus diesem Grund wurde auch das Parfüm erfunden, damit man den eigenen Körpergeruch überdecken konnte. 

Ein erster Blick gilt der zweistöckigen Schlosskapelle, bevor es in den zweiten Stock und zu den Grand Appartements geht.

Hier war der König jeden Morgen um 10:00 Uhr anzutreffen.

 

Ludwig XIV ließ sich wenigstens jeden Morgen von seinem Kammerdiener das Gesicht waschen. 

Im Schlafgemach der Königin kamen insgesamt 19 Kinder zur Welt und das in aller Öffentlichkeit. Na bravo, ich wollte nicht das halbe Volk zu diesem Anlass dabei haben. Ob die wohl auch öffentlich gezeugt wurden?


Höhepunkt der Schlossbesichtigung ist aber sicher der riesige Spiegelsaal mit seinen 578 Spiegel. Zum Glück muss ich die nicht putzen. Jedes der 17 Fenster zu Gartenseite hat sein gegenüberliegendes Spiegelpendant. Die sollten praktisch den Garten hereinbringen.

Jetzt aber genug mit Schloss. Für mich persönlich gehört es leider in die Kategorie: viel Hype um nichts. Vielleicht hat man zu hohe Erwartungen, weil jeder es gesehen haben will und dann ist man enttäuscht.

 

Mal schauen, wie es mit dem Garten aussieht. Mangels Zeit (3 Stunden reichen eigentlich nicht für Versailles), beschließe ich dem vorgeschlagenen Weg auf der Karte zu folgen, um wenigstens die wichtigsten Brunnen und Sehenswürdigkeiten entdeckt zu haben. 

Leider ist ein Freitag wohl nicht die beste Zeit für einen Besuch, denn kein einziger der vielen Brunnen ist in Betrieb. Schade eigentlich. Die sind teilweise wirklich toll und bestimmt noch viel beeindruckender in voller Aktion. So bleibt mir nur, mir das Ganze mit Wasserfontänen vorzustellen. 

Ich muss gestehen, trotz grauem Himmel und ohne Wasser versöhnt mich der Garten wieder ein wenig mit Versailles. Vielleicht sollte ich noch mal an einem Sommerwochenende zurückkommen.

 

Doch seht selber was der 850 Hektar große Garten zu bieten hat:

235 Vasen stehen da rum,

 

neben 155 Statuen.

15 Haine gibt es, doch leider wirken die ohne Wasser noch weniger als die Brunnen. Versteckt sind sie, hinter grünen Mauern und geheime Pfade führen hinein. Hier kam man her für ein leichtes Mal, um der Musik zu lauschen oder zu tanzen. 

 

 

Der Kolonnaden-Hain ist jetzt nicht so grün, aber wenn aus all den vielen Vasen Wasser sprudelt, sieht das bestimmt toll aus.

 

Die Feinde Spanien und Holland hat der Sonnenkönig erfolgreich besiegt. Das muss natürlich in einem Brunnen thematisiert werden.

 

 

Der Ballroom ist übrigens der einzige, der noch im Originalzustand von 1685 existiert. Die Kaskaden sind dekoriert mit Muscheln und Steinen, die den weiten Weg vom Indischen Ozean hierher gefunden haben, mitgebracht von der Royal Navy. 

 

Wäre da noch der Encelados-Hain.

 

Der Riese Encelados aus der griechischen Mythologie hatte es nicht so mit den Göttern. Den Kampf gegen Herkules verlor er. Na, wenn der auch mit Steinen wirft. 

Einzig Apollos Bad wirkt auch ohne Nass noch sehr imposant. 


Neben den Hainen gibt es 55 Brunnen und weitere 600 kleinere Wasserspiele. Die sind mit einem 35 Kilometer langen Röhrensystem verbunden. Wenn das Wasser denn überall sprudelt, sind das 4400 m³ Wasser pro Stunde. Schon erstaunlich, dass das bereits vor 330 Jahren funktioniert hat. Ich bin mir aber sicher, dass auch damals die Anlage nur zu besonderen Festlichkeiten angeworfen wurde.

 

 

 

  

 

 

Vom Wassergarten auf der Schlossterrasse  blickt man auf die Grande Perspective mit dem Grand Canal im Hintergrund. Seine zwei Becken sind gesäumt von vielen Statuen, die die Flüsse Frankreichs darstellen sollen. Wusste gar nicht, dass das Land so viele Flüsse hat. 

Wahrscheinlich wäre es aber eher ein Bauer. Die wurden nämlich von Jupiter in jene Frösche verwandelt.

 

Der Latona-Brunnen ist einer meiner Lieblingsbrunnen, mit den vielen Echsen, Schildkröten und Fröschen. Vielleicht sollte ich die mal durchküssen. Aber nicht, dass ich dann so einen Ludwig XIV vor mir stehen habe. 

 

 


Bacchus und

 

 

 

 

 

Saturn sind natürlich mit eigenen Brunnen vertreten,

genau wie Flora

 

 

 

 

 

 

und Ceres auf der anderen Seite der Achse


Der Apollobrunnen oberhalb vom großen Kanal gehört sicher zu den Highlights im Garten.

  

 

Ebenso der Neptunbrunnen oben am Schloss.


 

Dort steht auch mein zweiter Lieblingsbrunnen im Park und der ist welchem Tier gewidmet? Dem Drachen natürlich.

 

  

 

 


Wäre ich jetzt auf eigene Faust hier, würde ich mich in das Bimmelbähnchen setzten und noch zum Grande Trianon, dem Lustschloss von Ludwig dem XV oder dem Petite Trianon für seine Mätresse Mme Pompadour fahren.

 

Leider, leider habe ich dafür keine Zeit mehr, denn auf dem Parkplatz wartet schon Watzlaf mit dem Bus, um uns zum Schiff zurückzubringen. Vielleicht hätte ich einfach bleiben und auf eigene Faust zurück zum Schiff fahren sollen. Den Ausflug am Nachmittag nach Montmatre hatte ich sowieso nicht eingeplant. Es ärgert mich, dass ich es nicht getan habe, denn am Nachmittag kommt dann doch noch die Sonne heraus. 

Schlechte Planung meinerseits und so versüße ich mir halt den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen in der Lounge. 

Ein wenig Hunger habe ich mir aber für den Abend aufgehoben, denn heute ist Abschiedsessen.

Allerdings muss ich zugeben, dass das im letzten Jahr auf der STELLA um Welten besser war.

Nicht, dass das Essen schlecht wäre, aber es unterscheidet sich eigentlich nicht von den anderen Abendbuffets. 




ein prächtiger Stall

23.09.2017

20°C
20°C
120 km
120 km

Leider ist die Woche auf der VIVA schon wieder vorbei. Der Abreisetag ist immer bedrückend. Selbst das liebevoll angerichtete Frühstücksbuffet kann daran nichts ändern und eigentlich will ich jetzt nur rasch fort.

 

Habe ich schon erwähnt, dass ich geizig bin? Eigentlich nicht wirklich, denn würde Arosa auch Passagieren mit Eigenanreise die Möglichkeit bieten, gegen Bezahlung den Transfer zu nutzen, wäre ich dabei. Logistisch sicher auch einfacher, denn dann müssten nicht Dutzende von Taxen vorbestellt werden. Könnte man es gleich bei der Buchung anmelden, sollte auch die Organisation eigentlich kein Problem sein. Warum aber soll ich mir alleine ein Taxi nehmen, wenn ich mit der RER genauso schnell im Zentrum bin und das ganz ohne Stau. 


Da ich die nächsten zwei Tage noch in Paris bleiben werde, habe ich mir ein Hotel am Gare de l'Est gebucht. Gare du Nord und Gare de l'Est liegen ja nicht weit auseinander und da diese beiden meine Abfahrtsbahnhöfe für die nächsten Tage sind, ist die Lage ideal. Ich war ja erst ein wenig skeptisch mit einem Hotel am Bahnhof, dass nicht so teuer ist, aber ich bin positiv überrascht.

Zugegeben, das Zimmer ist winzig (da war die Kabine auf der VIVA größer), liegt aber im sechsten Stock mit einem winzigen Dachbalkon, von wo ich über die Dächer von Paris schauen kann. Hat schon was. Komplett neu renoviert ist es auch.



Mein Gepäck kann ich erst mal dort lassen und dann marschiere ich zurück zum Gare du Nord. Langsam kann ich die Strecke im Schlaf. Trotzdem schlechtes Timing.

Es ist jetzt 09:30 Uhr und der nächste Zug nach Chantilly geht erst um 11:06 Uhr. Dafür braucht der dann auch nur 30 Minuten. 

Zuerst muss ich aber mal das Fahrkartensystem auf der Ile de France verstehen. Also, wir fahren heute aus den fünf Ringen des Pariser Nahverkehrs hinaus und brauchen daher eine richtige Fahrkarte. 

Im vorab hatte ich mir den Weg zum Chateau de Chantilly auf der Karte angeschaut und ausgedruckt. Wäre aber nicht notwendig gewesen, denn er ist ab Bahnhof ausgeschildert. Weitere

30 Minuten später stehe ich dann am Eingang. Wie angenehm, im Gegensatz zu Versailles ist es hier ruhig und ohne Menschenmengen. Dabei ist das Chateau durchaus einen Besuch wert.

Schon länger stand hier eine Burg, die 1484 in den Besitz der Montmorencys gelangte. Wie, das wollen wir gar nicht wissen. Später ließ er sie zum Renaissance-Schloss umbauen. Von 1643 an herrschten hier die mächtigen Herzöge von Conte. Leider wurde das Schloss während der Revolutionszeit fast völlig zerstört. Pech für den Herzog von Aumale, der es von den Contes erbte.

 

Er ließ dann das Schloss in sechs Jahren neu errichten. 1834 kam eine Pferderennbahn hinzu und auch das Gestüt ist berühmt. Beeindruckend auch die Pferdeställe. Kommt man von der Stadt, denkt man zuerst, man hat das Schloss bereits vor sich, dabei sind es nur die Ställe. Sie gehören übrigens zu den größten und prächtigsten der Welt.

Das Schloss an sich wirkt gar nicht so groß, eher wie ein Wasserschloss mit seinem Wassergraben. 

Ich liebe Wasserschlösser und deshalb wird dieses auch mein Lieblingsschloss bei Paris. Wobei ich neidlos gestehen muss, dass Versailles eindeutig den schönsten Garten hat. Einem König würdig eben.


 

 

Im Inneren ist das Schloss nicht so prächtig wie Versailles, aber hier wohnten ja auch nicht die Könige. Wer sich für Kunst interessiert, findet hier eine der größten Privatsammlungen der Welt. Mich als Kunstbanause beeindruckt das jetzt weniger, wohl aber die Bibliothek mit ihren 12 000 Büchern, darunter auch eine Gutenberg-Bibel.

 

Der Garten wirkt auf mich weniger wie ein französischer Barockgarten. Dabei wurde er als solcher von dem berühmten Gartenbaukünstler André Le Nôtre geplant. Das ist der, der sich auch beim Sonnenkönig ausgetobt hat. Zugegeben, auch hier findet man Vasen, Statuen und Brunnenbecken wie in Versailles.

Die großen Wasserbecken und Sichtachsen bis zum Horizont sind noch vorhanden, doch überwiegen für mich die Wiesen und Wasserläufe im Stil englischer Gärten. Kein Wunder, wurde der Park doch im 18. Jhdt umgestaltet.

wer hat das schönste Schloss?

24.09.2017

22°C
22°C
150 km
150 km

Ein Blick vom Dachbalkon – das Wetter spielt mit und der Himmel ist bereits strahlend blau. Perfekt für einen weiteren Schlossbesuch.

 

Diesmal geht es ab Gare de l'Est Richtung Provins. Da wir heute innerhalb der 5 Zonen des Pariser Nahverkehrs bleiben, gibt es die kleinen Fahrkarten. Mit den großen von gestern wären wir auch nicht durch die Schranke gekommen. Leider kann man das Schloss nicht direkt mit der Bahn erreichen. Zum Glück gibt es aber vom Bahnhof Verneuil-l’Étang einen Chateau-Shuttle, der mehrmals am Tag fährt. Zum Glück ist auch bereits Nebensaison, so dass es nicht notwendig war, die Fahrkarte für den Shuttle und die Eintrittskarte vorab zu kaufen.


Vaux le Vicomte, der Wohnsitz von Fouquet, ist ein prachtvolles Schloss mit einem riesigen Garten. Mit seinem Wassergraben und den turmartigen Pavillons an allen vier Ecken wirkt es fast ein wenig, wie eine Burg.

Im Inneren vermisst man das prächtige Treppenhaus. Das war hier nicht nötig, da das Schloss bereits auf einem Sockel stand. So konnte man die repräsentativen Gesellschaftsräume im Erdgeschoss unterbringen, mit direktem Zugang zum Garten.

 

Da braucht es dann auch keinen Spiegelsaal, ein nicht weniger eindrucksvoller Grand Salon über zwei Stockwerke tut es auch.

 


Von hier gingen dann zu beiden Seiten die Wohnungen ab: im Westen für den Hausherrn, im Osten für den königlichen Gast. Der gab sich aber niemals die Ehre hier zu übernachten. Die Wohnungen betrat man durch ein Vorzimmer, das zum Hauptraum führte. Hier wurde geschlafen (mein Favorit: das gelbe Himmelbett), gewohnt und empfangen. Wollte man seine Ruhe, zog man sich ins Kabinett zurück.

 

Ausgestattet waren die Räume mit teurem Brokat, Spiegeln, und Marmortischen mit vergoldeten Füßen. Verantwortlich für dieses Prachtstück von einem Schloss waren drei Künstler: Le Vau (Architekt), Le Brun (Maler) und Le Notre, den wir ja bereits von Chantilly kennen.

Bis hoch in die Kuppel kann man hinauf. Die 3.00 € investiere ich doch gerne und nach

80 Treppenstufen werde ich mit einem Ausblick über den Schlosspark belohnt.

 


73 Hektar ist der Garten groß und dafür mussten damals drei Dörfer weichen. Ganz im Stil des französischen Barock ist die Parkanlage streng symmetrisch angelegt. Über eine Brücke geht es zum Broderieparterre mit seinen Blumenrabatten, Statuen und riesigen Vasen. Die finde ich besonders schön, sind doch immer wieder andere Wesen zu entdecken. Na, wer hat den Drachen und das Teufelchen entdeckt?

 

 

 

 

 

 

Eine große Allee führt von hier entlang von Brunnenbecken zum Spiegelteich. Der soll angeblich das Schloss spiegeln. Tut er auch, aber nicht besonders eindrucksvoll.

Da gibt es andere Stellen im Park, da gefällt mir die Spiegelung besser.

Eine Etage tiefer steh ich vor einer Wand von Arkaden und in jeder der Nischen versteckt sich ein Teufelchen.

 

Um zu den gegenüberliegenden Grotten zu kommen, muss ich einmal um den Grand Canal wandern. Brücken waren wohl nicht vorgesehen oder hätten nicht zu der Idee der Sichtachsen gepasst.

 

In den Grotten saßen einst Tiere auf den Felsen und flankiert werden sie von den beiden Flüssen Tiber und Anqueuil.

 

 

Am Aufgang zum Brunnen befinden sich vier Löwenstatuen. Etwas fällt an ihnen auf. Richtig, jedes der mächtigen Tiere hat ein winziges Eichhörnchen in seinen Pranken. Das Eichhörnchen war das Wappentier von Fouquet (beschützt von der königlichen Macht).


So ein tolles Schloss, wie es Fouquet sein eigen nannte, ruft natürlich auch Neider auf den Plan.

 

Im August 1661 veranstaltete er ein Fest zu Ehren des Königs. Das hätte er mal lieber bleiben lassen. 6000 Gäste waren geladen und feierten ein rauschendes Fest in Schloss und Garten. 

Dem König gefiel das weniger, waren doch seine Schlösser in und um Paris weniger prachtvoll. 

Geht ja mal gar nicht und so wurde der Finanzminister Fouquet nur drei Wochen später verhaftet. Der Legende nach allein aus Neid über Vaux le Vicomte. Gibt ja auch einen tollen Werbeslogan ab: Das Schloss, das den Neid des Sonnenkönigs erregte.

 

Tatsächlich aber hatte Fouquet eine Festung ohne Zustimmung des Königs erbaut und Staatsgelder veruntreut. Ob da wohl auch der eine oder andere Taler für sein Schloss abgezweigt wurde? Seine Verhaftung war also längst beschlossene Sache und das rauschende Fest wohl nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. 

Übrigens beauftragte der König noch im selben Jahr die drei Künstler von Vaux le Vicomte sein Jagdschloss Versailles auszubauen. Was daraus wurde, haben wir ja gesehen. 

 

Ein weitere Spaziergang führt mich hoch hinauf zur güldenen Statue des Herkules. Hier liegen mir dann Park und Schloss sozusagen zu Füßen.

Bis zur Abfahrt des Shuttles zum Bahnhof bleibt mir noch genügend Zeit, um einen Blick in das Kutschenmuseum zu werfen.

Shuttle und Zug sind pünktlich und so bin ich gegen 16:15 Uhr wieder in Paris. 

 

Mein Fazit, man kann die Schlösser um Paris sehr wohl auch auf eigene Faust und ohne Auto besichtigen, wenn man sich pro Tag nur eines vornimmt. Das gibt einem dann auch die Möglichkeit das Ganze ohne Zeitdruck anzugehen. Für Versailles würde ich allerdings zu jeder Jahreszeit ein Ticket vorab buchen, um die langen Schlangen wenigstens etwas zu umgehen.

 

Für Chantilly und Vaux le Viconte ist das in der Nebensaison sicher nicht nötig.

 

Preislich liegt man bei (Stand SEP 2017) 

Chantilly: EUR 17.40 für die Bahn + EUR 17.50 Eintritt (inkl Ställe) 

Vaux le Vicomte: EUR 16.80 für die Bahn + EUR 10.00 für den Shuttle + EUR 15.50 Eintritt 

Im Vergleich dazu hat mich der organisierte Ausflug nach Versailles (Transfer und Eintritt) EUR 65.00 gekostet.

adieu Frankreich

25.09.2017

20°C
20°C
520 km
520 km

Heute morgen ist der Himmel noch bedeckt. Ist mir aber egal, denn für mich geht es heim. Da das Hotel gut gewählt war, sind es nur wenige Schritte zum Gare de l'Est. Hier gönne ich mir noch einen sündhaft teuren Kaffee bei Starbucks, bevor um 10:55 Uhr mein ICE Richtung Heimat dampft. 


Damit neigt sich eine weitere Kreuzfahrt mit Arosa dem Ende.

Mein Fazit nach der zweiten Reise:

- immer wieder Deck 1. Es gluckert so schön, wenn die Wellen ans Bullauge schlagen

 

- die Crew macht es einem leicht, sich gleich wie zuhause zu fühlen

 

- die Zusammenstellung des Buffets ist sehr vom Chefkoch abhängig. Da war die Crew der STELLA        im letzten Jahr um einiges kreativer 

 

- ein Lob an die Jungs von der Bar. Die wussten schon ab dem zweiten Tag was ich will und haben es      mir auch schon mal unaufgefordert gebracht (und nachgeschenkt)

 

- ich würde mir wünschen, dass man die Transfers auch bei Eigenanreise dazu buchen kann.                        Besonders, wenn das Schiff in einer Gegend liegt, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht              ganz so einfach erreichbar ist.