100 Türme & (k)ein Bier (2)

Die Prager Kleinseite haben wir gestern ausführlich erlaufen, aber die Stadt hat noch genug Ecken, um einen weiteren Tag hier zu verbringen und auch das Umland birgt so seine Geheimnisse.

ein Skelett an der Rathausuhr

18.03.2017

7°C
7°C
2.6 km
2.6 km

Es regnet. Super, aber das Wetter kann man sich nun mal nicht aussuchen und heute ist Altstadt und Judenviertel angesagt. Die Altstadt ist das historische Zentrum der Stadt, denn hier lief der Königsweg entlang, hier ritten die Herrscher auf ihrem Weg zur Krönung. Seit 1992 ist sie sogar Weltkulturerbe, aber auch ohne den ganzen historischen und Kulturerbe-Hintergrund wäre sie einen Besuch wert. Vielleicht wäre sie dann aber nicht so furchtbar überlaufen. Irgendwie tun mir die armen Prager schon leid.

 

Die U-Bahn bringt uns rasch ins Zentrum und spuckt uns am Wenzelsplatz aus. Von hier geht es durch enge Gassen zum Altstädter Ring.


 

Weit über Prag hinaus bekannt ist die astronomische Uhr am Rathausturm. Es gibt sie seit 1410 und sie hatte nie den Zweck, die Tageszeit anzugeben, sondern den Lauf von Sonne, Mond und den Tierkreiszeichen. Doch was hat es mit dem Skelett auf sich? Das zeigt seinen Nachbarn, der Wolllust, der Eitelkeit und der Habgier, das deren Stündchen bald geschlagen hat. Die können darüber aber nur müde lächeln.

 

Der Ring ist aber eher ein riesiger Platz im Zentrum der Altstadt. Von jeher war er Anziehungspunkt für Kaufleute, Händler, Geistliche und Fürsten. Schon im 11. Jhdt diente er als Marktplatz für Händler aus ganz Europa. Wo Geld fließt, da entsteht auch irgendwann ein Rathaus (Steuern sind ne feine Einkommensquelle für eine Stadt)

 

Das Altstädter Rathaus setzt sich aus mehreren Häusern zusammen, was es nicht unbedingt besonders schön macht. Wurde es zu klein, kam einfach ein Nachbarhaus dazu.


Doch kommen wir zurück zum Platz. Da floss, wie bereits erwähnt, das Geld und jeder wollte sein Teil. So entwickelte er sich zur ersten Adresse der Stadt und schon kamen die Import- und Exporthändler und reichen Bürger der Stadt und bauten ihre stattlichen Häuser. Wo es angesagt ist, darf man ja schließlich nicht fehlen. Das dachten sich auch die Adeligen und die königliche Familie und bauten sich schwubs ein paar Paläste. Auf der Burg war es ihnen schon längst viel zu nass und zugig.

 

Am besten stellt man sich mitten auf den Platz und dreht sich ganz langsam um die eigene Achse. Dann kann man die Vielzahl der Häuser und Paläste richtig bewundern (die Millionen von Touristen denke man sich einfach weg)

Aber die waren auch früher schon da. Nein, nicht die Touristen, sondern die Schaulustigen. Denn wie auf jedem mittelalterlichen Marktplatz gab es auch hier immer was zu sehen und zu erleben, wenn Straftäter am Pranger standen, Sieger bejubelt, Könige gekrönt und Feinde enthauptet wurden.

Dann hätten wir da aus dem Barock das Haus "zur steinernen Jungfrau Maria“ mit wunderschöner Fassadenmalerei. Bekannt ist es auch als Storch-Haus nach dem gleichnamigen Verlag.                                                                               >>

 

 

 

Schauen wir uns ein paar der Häuser doch mal genauer an.

 

Da wären das Rokoko-Palais Goltz-Kinsky (erbaut vom Dientzenhofer, den wir ja bereits kennengelernt haben). Hier gingen im 19. Jhdt deutsche Gymnasiasten zur Schule.

 

Daneben das gotische Haus "zur steinernen Glocke“. Es stammt aus dem 14. Jhdt und fällt eher schlicht aus.


Paläste, Rathaus, Herrenhäuser – da fehlt doch noch was. Klar, ein solches Zentrum der Macht braucht auch eine Kirche und hier gibt es sogar zwei. Übrigens beide von deutschen Kaufleuten errichtet.

aber auch die Nikolauskirche kann sich durchaus sehen lassen.

Bekannter ist sicher die Teynkirche mit ihren markanten Türmen,


Bleiben wir noch ein Weilchen bei Gotteshäusern. Gleich an die Altstadt schließt sich die Josefstadt an. Dieses überschaubare Gebiet schmiegt sich in eine Flussbiegung der Moldau und ist das alte jüdische Viertel der Stadt. 1848 erlangten die Juden volle Bürgerrechte und konnten sich fortan überall in der Stadt niederlassen, was sie auch taten. Nur die Armen blieben im alten Ghetto. In die leerstehenden Wohnungen zogen auch Nichtjuden ein, aber es blieb ein Armenviertel mit überfüllten Wohnungen und kaum Sanitäranlagen. So ein Viertel mit engen Gassen und verschachtelten Häusern passte nicht ins Bild der aufstrebenden Stadt Prag und so wurde Ende des 19. Jhdts kräftig saniert. 100 Häuser wurden abgerissen, eine Kanalisation gelegt und neue Straßenzüge entstanden, wo früher verwinkelte Gassen waren. Zum Glück blieben der Friedhof und die Synagogen verschont, sodass man noch ein klein wenig den Flair des alten jüdischen Viertels spürt.

Kommt man vom Altstädter Ring, trifft man als erstes auf die Maiselsynagoge. Hier ist dann auch der erste Obolus fällig. Wie auch auf der Prager Burg kann man ein Kombiticket (480 CZK) kaufen, dass einem Eintritt in die Synagogen und den Friedhof gewährt.

Erbaut wurde sie im Auftrag von Bürgermeister Maisel im Jahre 1592. Betrachtet man sie heute, kann man kaum glauben, dass sie das am reichsten verzierte Bauwerk war.

Nicht weit ist es zur Pinkassynagoge. Die wurde 1479 von Rabbi Pinkas (wär ich jetzt nicht drauf gekommen) gegründet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie aber immer wieder erweitert und umgestaltet.

Im Inneren kann man noch sehr schön das gotische Rippengewölbe erkennen und auch die Bühne zum Verlesen der Thora ist noch erhalten. Die aber im Rokokostil.


Von der Synagoge hat man dann direkten Zutritt zum jüdischen Friedhof. Der ist inzwischen fast 600 Jahre alt und ich glaube jetzt einfach mal, dass hier wirklich 12000 sichtbare Grabstätten vorhanden sind. Zählen kann die sowieso kein Mensch. Übrigens befinden sich in den tieferen Erdschichten weitere Zehntausende von Gräbern. Kein Wunder, dass der Friedhof 1787 wegen Überfüllung geschlossen wurde.

An den verschiedenen Grabsteinen lässt sich auch erkennen, wie alt sie sind. Die ältesten aus dem    15. Jhdt waren aus Sandstein und schlicht gehalten. Im 16. Jhdt nutzte man roten oder weißen Marmor und gestaltete sie mit Inschriften. Die großen Miniaturkapellen stammen aus dem 17. Jhdt, als wohlhabende Juden sich barocke Grabstätten errichten ließen. Wer hat, der hat, aber was nutzt das noch, wenn man tot ist.

Wir verlassen den Friedhof wieder und stehen vor dem Zeremoniensaal. Noch bis 1920 wurden hier Verstorbene zum Begräbnis vorbereitet und dann auf dem Neuen Jüdischen Friedhof begraben.

Nebenan die Klausensynagoge, in der ebenfalls Begräbniszeremonien vollzogen wurden. Ihren Namen hat sie von den drei sogenannten Klausen (kleinere Gebäude), die hier einst standen und Gebetshaus, Bad und Talmudschule beherbergten.

Ein wenig Abseits von den anderen steht die Spanische Synagoge. Sie ist die jüngste und prunkvollste von allen. Sie ist im maurischen Stil gehalten und erinnert ein wenig an die Pracht der Alhambra. Da ist der Name Programm, würde ich mal behaupten.

So, für heute reicht es, was Gotteshäuser angeht. Es nieselt immer noch, aber ein Abstecher muss jetzt noch sein. Wir können Prag ja schlecht ohne einen Abstecher zur Karlsbrücke verlassen.


Auch wenn die Karlsbrücke alt aussieht und berühmt ist, so ist sie doch nicht die erste Brücke, die hier die Moldau überspannte. Der Ruhm gehört der Judithbrücke, die aber 1342 nach einem Hochwasser einstürzte. 15 Jahre hat es dann gedauert, bis man sich an einen Neubau wagte. Astrologen hatten den 09.Juni als günstigsten Tag errechnet und so wurde genau dann der Grundstein gelegt. Auch sollte diese neue Brücke besonders haltbar gebaut werden. Angeblich war das möglich, indem man dem Mörtel Eier beimischte. Für so eine große Brücke braucht man aber einiges an Mörtel und so orderte Karl IV Eier aus dem ganzen Land nach Prag. Für besonders clever hielten sich wohl die Einwohner von Rakovnik. Als man deren Eier nämlich aufschlagen wollte, stellten die Bauarbeiter fest, dass sie hartgekocht waren. Naja, die Stadtbewohner hatten einfach nur sicher gehen wollen, dass ihre Eier den Transport heil überlebten. Mit untermischen war da nichts mehr, aber wenigstens hatten die Bauarbeiter ein Ei zur Vesper.

Bis heute steht die Brücke noch. Ob das jetzt aber an dem besonderen Datum lag oder der speziellen Mörtelmischung sei mal dahin gestellt.

Viel gesehen hat die 516 Meter lange Karlsbrücke sicher auch, war sie doch lange Zeit die einzige befestigte Moldaubrücke. Damit war sie Schnittpunkt der Handelswege aus Polen, Österreich und Deutschland und Zentrum des städtischen Lebens. Heute trifft man auf Straßenhändler und Musikanten, damals wurden hier Reiterspiele abgehalten und sogar eine Richtstätte gab es. Wer nicht gestehen wollte, wurde einfach gefesselt in die Moldau geworfen. Wer wieder auftauchte, wurde für unschuldig befunden. Für alle anderen galt schuldig (oder dumm gelaufen)

 

Wer heute über die Brücke wandelt (oder sich schieben lässt), folgt den "Fußspuren“ so mancher Könige, denn auch sie zogen am Tag vor der Krönung mit viel Tamtam über die Brücke hinauf zur Burg.

Wer noch ein wenig Glück braucht oder seine heimlichen Wünsche erfüllt haben möchte, der hat hier die Wahl der Qual aus 30 Statuen zu wählen. 1683 machte der heilige Jan Nepomuk den Anfang. Der soll übrigens ganz viel Glück bringen. Im 18. Jhdt füllte sich die Brücke dann nach und nach mit Statuen und mit der Aufstellung des heiligen Kyrill vor knapp 80 Jahren war die Steingalerie dann komplett. Übrigens, sollte sich der Wunsch doch nicht erfüllen, hat man vielleicht eine der Kopien erwischt, denn nicht alle Originale konnten dem Zahn der Zeit standhalten und wurden lieber ins Museum gebracht. Vielleicht wurden sie auch einfach zu oft zur Wunscherfüllung gerieben.


Skelett in der Kirche

19.03.2017

8°C
8°C
212 km
212 km

Prag hätte sicher noch so einiges zu entdecken, aber den letzten Tag wollen wir raus aus der Stadt und uns in der näheren Umgebung zwei Sehenswürdigkeiten anschauen.

Leider spielt das Wetter immer noch nicht mit, aber da müssen wir wohl durch.

 

Unser erstes Ziel heißt Kutna Hora. Einst war die Stadt reich und angesehen. Grund waren die Silberminen, entdeckt von Zisterzienser Mönchen und erstmals 1260 von deutschen Bergleuten abgebaut. Das Gewerbe lief gut und die Stadt profitierte von königlichen Privilegien. Doch wie das so ist mit dem Reichtum, es kann genau so rasch wieder aus sein. Und so war der Stadt das Glück nicht auf ewig hold. 1546 wurde die reichste Mine unrettbar überflutet und ein Feuer im Jahre 1770 tat sein übriges. Kein Silber mehr, kein Reichtum mehr; es war das Aus für die Stadt.

Heute kommen nur noch Touristen in das, zum Weltkulturerbe erklärte, Städtchen. Allzu viel Geld, fürchte ich, lassen die aber nicht da.


Unseren ersten Stopp machen wir in Sedlec, etwas außerhalb der Stadt, an einer schlichten Kirche.

Der Schein trügt aber, denn im Inneren gerät man ins Staunen. Wer dabei jetzt aber an eine der vielen ausgeschmückten Kirchen von Prag denkt, wird sich wundern. Diese Kirche ist einen Knochenkirche und was man mit menschlichen Knochen so alles machen kann? Seht selbst.

 

Mir stellt sich erst mal die Frage, wo kommen diese vielen Knochen her und wer kommt auf die Idee, eine Kirche damit auszuschmücken?

Begonnen hat alles im Jahre 1278. Da brachte der damalige Abt von einer Reise nach Jerusalem ein wenig Erde vom Kalvarienberg mit und verteilte sie auf dem Klosterfriedhof. Schwups wurde der zu heiligem Boden und jeder, der es sich leisten konnte, wollte fortan hier begraben werden. Dazu kamen noch die Opfer der Pestepidemien und der Hussitenkriege. Da kommt schon eine ganze Menge Knochen zusammen.

Im 15. Jhdt baute man dann in der Mitte des Friedhofs ein Kirchengebäude und begann den Friedhof erheblich zu verkleinern. Plötzlich waren da viele, viele Knochen, die irgendwo gelagert werden mussten. Angeblich soll ein halbblinder Mönch sich der Gebeine angenommen und sie zu Pyramiden gestapelt haben.

Ende des 19. Jhdt kauften die Schwarzenbergs die Kapelle und beauftragten einen Holzschnitzer mit der Ausschmückung der Kapelle. Ich frage mich nur, warum kauft jemand einen Kapelle voller Knochen? Hatten die zu viel Geld oder wussten die damals schon, dass sie damit mal richtig Geld machen können? Jedenfalls haben Sie ihr Wappen auch gleich mal aus Knochen nachbilden lassen.

Hat auch nicht jeder.

Ein wenig gruselig ist es ja schon hier unten, wo einem aus jeder Ecke Schädel anstarren.

 

Aber auch faszinierend, was man aus Knochen so gestalten kann. Besonders angetan hat es mir der achtarmige Lüster in der Raummitte. Angeblich enthält er fast alle Knochensorten des menschlichen Körpers. Hätte ich mal in Bio besser aufgepasst, dann könnte ich das jetzt überprüfen.


Von Sedlec aus sind es mit dem Bus nur ein paar Minuten bis Kutna Hora.

Auch hier gibt es eine bedeutende Kirche. Sie ist, wie könnte es auch anders sein, der Schutzpatronin der Bergleute geweiht.

Die zeltartige Silhouette der Barbarakirche gibt es so kein zweites Mal in der gotischen Architektur und auch im Inneren ist sie reich ausgeschmückt. Keine Sorge, wir treffen nicht


wieder auf Knochen, aber auf wunderschöne Kirchenfenster,

Altäre und Fresken.

 

 

 

Von der Balustrade am Jesuitenkloster hat man einen schönen Blick auf die Stadt (und das trotz trübem Wetter). Die Heiligenstatuen erinnern ein wenig an die Karlsbrücke. Ob da wohl einer abgeguckt hat?

 


 

 

Von hier geht es durch enge Gassen hinab in die Stadt.

Man denke dabei besser nicht darüber nach, dass unter einem etwa 40 km² Bergwerksfläche mit labyrinthartigen Stollen liegen.

Hat bisher gehalten und wird es hoffentlich auch heute.


Auf unserem Weg kommen wir auch an der Burg vorbei. Wobei Burg ein wenig übertrieben wirkt. Tatsächlich stand hier einst eine Feste, die die Stadt schützte, doch irgendwann wurde sie in einen Wohnsitz umgebaut. Diesen kaufte sich im Jahre 1490 Jan Smisek. Der war durch das Silber richtig reich geworden. Vom Tellerwäscher (äh, Abbauer) zum Millionär sozusagen. Neider behaupten ja, das wäre nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen und er habe seinen Reichtum aus einem geheimen Hüttenwerk. Sei es, wie es sei, der Herr hat immerhin den Bau der Barbarakirche und der Kirche der Dreifaltigkeit gesponsert. Ob das aber so ganz uneigennützig war, wage ich zu bezweifeln. In der Dreifaltigkeitskirche hatte er seine Familiengruft und die Schutzheilige der Berghauer mit einer Kirche zu erfreuen, konnte zum eigenen Schaden nicht sein.

Auch der Italienische Hof war ursprünglich eine Feste, die die Handelswege schützen sollte, wurde aber zwischenzeitlich zur Königlichen Wohnstätte.

Mit dem Silberabau benötigte man einen Ort, wo das Silber gelagert und geprägt werden konnte.

Dazu holte man sich florentinische Meister in die Stadt.


Der König blieb im ersten Stock wohnen, an den Außenmauern entstanden Münzprägeräume und schon konnten die Groschen und Taler von Kutenberg in großem Maß geprägt werden.

Natürlich war Sicherheit oberstes Gebot, denn wo soviel Reichtum und Macht beisammen sind, sind Diebe und Missetäter nicht weit. So war der Ort mit Gräben befestigt und die Münzpräger hatten eigene Toiletten im Raum, damit sie ihre Arbeit nie unbewacht lassen mussten. Vielleicht aber auch, damit sie nicht heimlich was beiseite schaffen konnten.

Langsam wird es wieder Zeit sich auf den Weg zu machen. Einer Besonderheit von Kutna Hora wollen wir aber noch einen Besuch abstatten und das ist der Steinerne Brunnen.

Der hat für einen Brunnen riesige Ausmaße, da könnte man glatt einen Wal drin unterbringen.

Die Stadt brauchte aber solch riesige Brunnen, um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen.

Der Bergbau brachte zwar Silber und Geld in die Stadt, aber durch die Stollen kam es zur Absenkung des Grundwassers. So mancher Brunnen fiel dadurch trocken. Mit Pumpen und Rohrleitungen gelang es aber Wasser in die öffentlichen Wasserentnahmestellen zu leiten. Musste man halt ein wenig laufen, um an Wasser zu kommen.

 

Den Rest des Tages verbringen wir mit der Besichtigung der Burg Karlstein. Leider regnet es noch immer und so beschließen wir nicht den längeren Weg durch den Ort zu wählen, sondern uns auf kürzerem Weg durch den Wald der Burg zu nähern.

Den wertvollsten Raum der Burg, die Heiligen-Kreuz-Kapelle im Großen Turm kann man nur im Sommer und nur in kleinen Gruppen besichtigen. Wände und Decken sind hier mit Edelsteinen besetzt und Heilige, Geistliche, Ritter und Könige, gemalt auf 128 Tafeln "bewachten“ die hier verwahrten Reliquien. Bestimmt ein toller Anblick. Vielleicht muss ich doch noch mal wieder kommen.

Im 14.Jhdt ließ Karl IV diese wehrhafte Burg auf einem 319 Meter hohen Kalksteinfelsen errichten.

Wehrhaft musste sie sein, denn sie diente der Aufbewahrung der Reichskleinodien, Heiligenreliquien und der böhmischen Kroninsignien. War sie auch, denn sie trotzte immer wieder Belagerungen und Angriffen. Wie gut nur, dass keiner der Belagerer den wunden Punkt kannte.

Es gab nämlich keinen natürlichen Brunnen auf der Burg, deshalb musste Wasser von einem nahegelegenen Bach in eine Zisterne geleitet werden. Da wäre es ein einfaches gewesen, den Wasserzufluss abzuriegeln oder sogar das Wasser zu vergiften.

Ins Innere der Burg kann man nur mit Führung. Leider konnten wir nur den Kaiserpalast mit den herrschaftlichen Räumen besichtigen.


Damit ist unser verlängertes Wochenende in der goldenen Stadt schon wieder vorbei. Für die Stadt selber hätte ich gerne noch einen Tag gehabt, um mich rechts und links der Moldau noch ein wenig umzuschauen. Aber auch in der näheren Umgebung ist noch das eine oder andere interessante Reiseziel zu finden. Muss wohl doch noch mal zurück kommen.