London im 9¾ Takt (2)

magic London

22.11.2016

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6 km
6 km

Die Harry Potter Filme wurden nicht nur in den Studios gedreht. Viele Szenen entstanden auch in der City von London. Um diese Drehorte zu finden gibt es inzwischen sogar schon Karten. Ich werde mich heute auf die Suche nach einigen der Orte machen. Alle werde ich an einem Tag aber nicht schaffen. Dafür sorgen nicht nur die doch recht großen Entfernungen zwischen den Plätzen, sondern auch die lange Schlange am Gleis 9¾.

Zuerst geht es aber mit dem Zug in nur 20 Minuten von Watford Junction nach London. Übrigens, wer in London übernachtet und von dort die Studios besuchen möchte, muss nicht unbedingt den teuren Shuttlebus buchen. Mit Zug und Shuttle ab Watford Junction klappt das hervorragend und ist einiges günstiger.


Genau damit werde ich heute beginnen. Die Entfernungen werde ich mit der Londoner Underground überbrücken. Dafür habe ich mir extra ein Tagesticket besorgt. Eigentlich ist das auch eine super Sache: man steckt nicht im Stau und kommt mit einmal umsteigen fast überall hin. Weniger schön wird die Geschichte, wenn man in der Rushhour bis ca 10:00 Uhr Richtung Innenstadt unterwegs ist. Da schieben sich die Massen über Rolltreppen und Zwischengänge in die sowieso schon vollen Wagons. Obwohl ich es schon genial finde, wie die Menschenmengen gelenkt werden. Ich will mir nur nicht vorstellen, was passiert, wenn hier eine Panik ausbricht.

 

 

 

 

Ist aber alles gut heute und die Underground spuckt mich nach einmaligem Umsteigen am Bahnhof St Pancras raus. Wieso aber St Pancras? Der Hogwartsexpress fährt doch ab King's Cross. Tut er auch, aber von außen ist der nicht wirklich fotogen, oder?

 

 

 

 

 

 

Wie gut, dass genau nebenan St Pancras mit seiner neugotischen Fassade steht. Der macht dann doch einiges mehr her, wenn Ron mit dem Auto von hier aus startet, um dem Express nach Hogwarts zu folgen.

 

 


Natürlich ist trotzdem ein Besuch in King's Cross angesagt, denn hier ist es schließlich, wo der Zug abfährt. Sofern man es schafft, die Wand am Gleis 9 ¾ zu durchbrechen.

Da ist heute Stau. Wollen die etwa alle noch den Zug erwischen? Dann fährt der heute aber mit Verspätung ab.

Mir egal! Ich bin dann mal weg!

 

 

 

Mit der U-Bahn mache ich mich wieder auf den Weg Richtung Filmspot Nummer zwei. Dazu geht es mit der Nothern Line ein paar Stationen bis Bank. Dort steht die Bank of England. Die kommt natürlich in den Potter-Filmen nicht vor. Die Zauberer haben ja mit Gringotts ihre eigene Bank. Nur Geduld, da kommen wir später auch noch vorbei.

 

 

 

 

Ein Stückchen geht es zu Fuß und dann stehen wir in der Winkelgasse, bzw in Leadenhall Market wie sie in der Muggelwelt heißt. Eines haben aber beide Welten gemeinsam: sie sind Märkte, wobei sich Leadenhall Market auf Lebensmittel, Delikatessen und Weine spezialisiert hat, während man im Pendant der Zauberwelt jeden erdenklichen Zaubererbedarf bekommt.

 

 

 

 

 

 

Und jetzt sind die wirklich echten Potter-Fans gefragt. Na, was verbirgt sich hinter der Adresse 42 Bull's Head Passage?

 

Kleiner Tip: es ist das Portal zwischen Muggel-London und der Winkelgasse. Na, klingelt's? Genau, hinter dieser Tür befindet sich der Pub "zum tropfenden Kessel“.

In echt ist es leider nur ein Optiker.

 



 

 

 

 

 

So, jetzt ist wieder U-Bahn angesagt, aber nur für ein paar Stationen. Mit der Circle geht es bis Blackfriars. Näher ran an die Millenium Bridge geht nicht.

 

Macht aber nichts, da der Blick vom Ufer auf das Klein-Manhatten von London und die St. Paul's Kathedrale den kleinen Spaziergang wert ist.

 

Die Brücke hat mal eben schlappe 18,2 Mio. Pfund gekostet und da kommen in "Harry Potter und der Halbblutprinz“ mal eben ein paar Anhänger Voldemorts und machen das gute Stück wieder platt. Aber auch in der realen Welt, war sie nach nur zwei Tagen schon wieder geschlossen. Man konnte das unkontrollierte Schwanken nicht in den Griff bekommen. Wahrscheinlich waren damals schon die Dementoren am Werk. Unsichtbar, versteht sich. Bei den Londonern heißt sie seit dem "the wobbly bridge“

 

Im Hintergrund sieht man die Tower Bridge. Auch sie spielt eine Rolle in einem der Potter Filme, wenn Harry mit seinem Besen über sie hinweg düst.

Gleiche U-Bahnlinie (Circle) und nur wenige Stationen bis Temple.

 

Langsam zwingt uns die Sonne unsere Reise auf den Spuren der Filme zu beenden. Tief orange geht sie dramatisch hinter dem London Eye unter.

 

 

Uns bleiben noch ein paar Minuten Tageslicht für einen letzte Stopp am Australia House. Hat jetzt Australien irgendwas mit der Potterwelt zu tun? Hat es nicht, aber im Inneren des Hauses sieht es aus wie in Gringotts Zaubererbank. Ist auch kein Wunder, denn die Szenen wurden dort gedreht. Da es sich aber um eine Botschaft handelt, bekommt selbst der größte Fan keinen Zutritt.

 

So, ihr lieben Potter-Fans. Das war es für dieses Wochenende. London ist ja schließlich noch mehr als nur Filmschauplatz.

Schließlich haben wir schon Ende November und in der Stadt funkelt es bereits an allen Ecken. Die Weihnachtsbeleuchtung ist an. Wir stehen am Beginn der Straße "Strand“.  Ihr und den anderen festlich geschmückten Einkaufsstraßen werden wir jetzt folgen. Lasst euch überraschen!

Diese Gegend war die erste, in der es elektrische Straßenlaternen gab. Über 100 Jahre später stehen wir auf der "grünsten“ Straße der Stadt, denn diese Millionen Lämpchen sind powered by Ökostrom, hergestellt aus dem Küchenöl, das von Londoner Restaurants stammt. Kein Scherz.

Regent Street kennt sicher jeder London Besucher, ist sie doch eine der Haupteinkaufsstraßen. Bei mir bleibt die Kreditkarte heute in der Tasche. Ich bin nur wegen der Lichter hier. Die großen Engel sind aber auch wirklich wunderschön.

Auch diese Fußgängerzone gehört zu den bekannten Einkaufsstraßen, selbst wenn sie ihre besten Zeiten bereits hinter sich hat. Anders ist sie trotzdem und das zeigt sich auch in der Weihnachtsdeko.

1778 Schneebälle leuchten am Himmel der Oxford Street um die Wette. Kein Wunder, sind hier doch 750 000 Glühbirnen verarbeitet. Gutes tun sie auch noch, denn für 5.00 Pfund kann man einen der kleinen Sterne seinem Liebsten widmen.

Langsam fangen meine Füße an zu schmerzen. Ich bin eigentlich auch durch mit den Londoner Einkaufsstraßen. Aber halt, eine fehlt noch. Kein Problem, die ist gleich hier um die Ecke und glänzt mit Federn. Ich spreche von der Bondstreet.

Jetzt ist mir kalt und ich sehne mich nach einer warme Dusche. Also Schluß mit Sightseeing für heute. Morgen ist auch noch ein Tag.

Manche Hilton sind auch nicht mehr das, was sie früher waren.

Das Personal ist zwar sehr hilfsbereit und zuvorkommend, am Frühstück ist nichts auszusetzen,

aber die Zimmer sind wirklich klein und haben schon bessere Zeiten gesehen.


Hilton Kensington


very British

23.11.2016

10°C
10°C
3 km
3 km

Heute bleiben wir in der Muggelwelt von London. Die hat schließlich auch noch genug zu bieten.

 

Wie wäre es denn mal mit London von oben. Was bietet sich da an? Richtig, eine Möglichkeit wäre das London Eye (mit 135 Metern). Da war ich aber schon und London geht noch höher.

Lasst euch überraschen.


Fangen wir doch zur Eingewöhnung eher klein an.

Wer kennt nicht (spätestens seit der Hochzeit von Lady Di) die St Paul's Kathedrale. Sie gehört zu den größten der Welt und in ihrer riesigen Krypta findet man die Gräber bedeutender Persönlichkeiten des Inselstaates. Darunter auch die Sarkophage von Lord Nelson und dem Duke of Wellington. Letzterem haben wir übrigens die Gummistiefel zu verdanken.

 

Im Inneren der Kathedrale ist fotografieren leider verboten, deshalb müssen hier zwei Postkarten herhalten. 

Besonders beeindruckend finde ich ja die Kuppel. Stellt sich mir jetzt nur die Frage: soll ich da hoch oder besser nicht. Die Tafel am Zugang warnt, dass die Treppe eng und schmal ist und es erst mal 257 Stufen nach oben geht. Eng und schmal hört sich nach Einbahnsystem an, denn auf den Treppen möchte man wirklich keinen Gegenverkehr haben. Heißt aber auch, dass man die Kletterei nicht abbrechen kann, wenn man nach Erreichen der Whispering Gallery keine Lust mehr hat.

 

Ich wage es trotzdem. Ich kann ja auf halber Strecke erst mal Pause machen und den Effekt der Whispering Gallery testen. Durch die gebogenen Wände kann man nämlich geflüsterte Worte auf der gegenüberliegenden Seite bestens verstehen. Also kein guter Platz für Geheimnisse.

 

Auf 30 Meter bin ich hier in der Kuppel bereits, aber wie gesagt, es geht ja noch höher. Weitere  119 schmale Stufen warten auf mich. Dann habe ich die Stone Gallery in einer Höhe von 52 Metern erreicht.

Schon ganz schön hoch und tief unten überspannt die Millenium Bridge die Themse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lässt man den Blick nach oben schweifen liegt das Finanzzentrum von London vor einem.

Auch nicht schlecht, oder? Mitten in den Wolkenkratzern steht "The Gherkin" (wie ihn die Engländer nennen) mit 180 Meter Höhe.

 

 

 

 

 

Schon besser, aber ich will heute ganz hoch hinaus. Was bietet sich da blos an? Lassen wir noch mal den Blick schweifen und wo bleibt er diesmal hängen?

 

 

Ja, das nenn ich doch mal ein Hochhaus. Da will ich hin und da will ich rauf.

 

Höhe : 310 Meter

 

Name : The Shard

 

 

Wie das so ist mit den größten, höchsten etc Gebäuden. Hat man erst mal den Rekord gebrochen, kommt garantiert schon bald der nächste und übertrumpft einen. Mit den höchsten Gebäuden der Welt hätte The Shard nie konkurrieren können. Die sind nämlich mit 830 Metern (Burj Khalifa) und 632 Metern (Shanghai Tower) bis zu 2.5 mal so hoch.

Immerhin war er für ganze drei Monate das höchste Gebäude Europas. Dumm, dass dann die Russen ihren Ostankino-Turm fertiggestellt haben, der mal eben schlappe 227 Meter höher ist.

 

Ein Trost bleibt den Engländern, sie haben immerhin noch das höchste Gebäude in der EU. Oder gilt das nach dem Brexit etwa auch nicht mehr?

Da steht ich nun und blicke 310 Meter in die Höhe. Wie gesagt, da will ich jetzt rauf. Großer Andrang herrscht heute nicht und so kommt es, dass ich ganz alleine im Aufzug stehe und nach oben düse. Die Geschwindigkeit spürt man gar nicht, aber ein bisschen gruselig ist das schon.

Der Blick von oben auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt lässt das mulmige Gefühl aber rasch vergessen.

Übrigens dieses pyramidenförmige Teil hat eine Glasfassade von 56.000 m². Wisst ihr eigentlich, wie lange ich gebraucht habe um diese verdammten 11.000 Scheiben zu putzen.

Ein letzter Blick nach unten zeigt mir mein nächstes Ziel. Dort, unter den Eisenbahnpfeilern der London Bridge liegt einer der größten Lebensmittelmärkte der Stadt.

 

 

 

 

Und was für einer. Man könnte ihn fast als Gourmetparadies bezeichnen, denn man findet hier qualitativ hochwertige Produkte.

Aber nicht nur das. In einer Ecke tummeln sich die Essstände. Inzwischen ist es bereits Mittagszeit und an den Ständen drängen sich die Menschen, um einen leckeren Snack zu erstehen. Na, wie wäre es mit einer Scheibe Spanferkel?

 

 

Mittendrin eine der typischen Londoner Telefonzellen. Doch irgendwas stimmt hier nicht und wer genau hinschaut, erkennt, dass es sich um einen Geldautomaten handelt. Finde ich aber toll, dass auf diese Weise diese typisch britischen Touristenattraktionen im heutigen Handyzeitalter nicht vollkommen von der Bildfläche verschwinden werden.

 


Wer hätte gedacht, das es gleich um die Ecke einen alten Operationsraum gibt. Gleich um die Ecke befindet sich eine Kirche. Kann das sein? Das Schild am Eingang besagt, es kann.

Über eine wirklich schmale, enge Treppe geht es ein Stockwerk nach oben. Achtung, hier könnte, anders als in St Paul's, durchaus Gegenverkehr herrschen.

Der Raum, den man dann betritt ist voll mit medizinischen Geräten, Behandlungsstühlen, aber auch medizinischen Kuriositäten.

Tatsächlich findet sich hier oben, im Dachstuhl der Kirche, noch ein Operationssaal aus dem 18. Jhdt. Übrigens war das mit der Kirche nicht so abwegig, wie es zuerst scheint. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich damals das St Thomas Hospital. Angehende Apotheker mussten zu jener Zeit auch in Krankenhäusern hospitieren. Dafür war ein Operationssaal im Dachgeschoss der Kirche ideal: ein separater Eingang für die Studenten, soundproofed und auf gleicher Ebene wie die Frauenabteilung des Krankenhauses. Hier wurden hauptsächliche arme Leute operiert, ohne Narkose (die war noch nicht erfunden) und unter antiseptischen Bedingungen.

 

Dieser Ort steht sicher nicht ganz oben auf der Liste der Must-See von London. Wer aber in der Gegend ist und Zeit hat, sollte sich den Besuch nicht entgehen lassen. 

Die Teeparty findet im Collins Room statt.

Motto: Fashion World und das ist genau der Grund, warum ich mich für diese Location entschieden habe. Normalen Five o'clock Tea hätte ich in fast jedem Londoner Hotel haben können.

 

Den ersten Hinweis auf das Motto gibt es schon bei den Namensschildern.

Die erste Runde besteht aus leckeren Sandwiches mit Lachs und anderen Köstlichkeiten.

Danach geht es modisch gesehen voll zur Sache:

Charlotte Olympia: ein leckerer Zimtbiskuit mit rot-schwarzer Glasur

Burberry: ein Trenchcoat aus Schokoladenbiskuit mit einer cremigen Glasur

Manolo Blahnik: ein Stiletto aus Ingwerbiskuit

Jason Wu: Kirsch- und Kokosnusscreme, verziert mit einem rosa Rock inklusive Biskuitbein

Was gehört zu einem Besuch in London unbedingt dazu? Zumindestens für mich wäre ein England-Besuch ohne Five o'clock Tea nicht vollkommen.

 

Aber Five o'clock Tea ist nicht gleich Five o'clock Tea und ich mache mich jetzt auf den Weg zum "The Berkeley" am Hide Park. Das alteingesessene 5*Haus ist immerhin schon 300 Jahre alt und hat mal ganz klein als Kaffeehaus angefangen. Passt ja.

Moschino: Biskuit mit Blutorangenaroma, versteckt in roter Schokolade. Das sieht dann aus wie ein nettes Handtäschchen

Simone Rocha: Vanilleéclair gefüllt mit salziger Karamelcreme

Dolce and Gabbana: Johannisbeercreme und Anispanacotta, verziert mit einer Schokoeule.


Das war jetzt aber sowas von lecker (und teuer, aber man ist ja schließlich nicht jede Woche in London)

 

Und was machen wir jetzt mit dem angefangenen Abend? Das ist gar nicht so schwer, denn gleich gegenüber im Hyde Park ist mächtig was los. Dort hat zur Adventszeit das Winter Wonderland geöffnet und da werden wir den Abend verbringen.

Hier kann man Spaß haben,

Schleckermaul sein

und neue Freundschaften eingehen.

 

 

Es ist kalt geworden in London, aber das kann man im Wonderland noch toppen. Aus 500 Tonnen Eis ist hier eine Zauberwelt entstanden und ich bin die Eiskönigin.

Lange halte ich es in dieser eisigen Kälte aber nicht aus; Eisprinzessin hin oder her.

Gleich nebenan ist die Icebar. Dort gibt es wenigstens Handschuhe und ein warmes Mäntelchen. Anders könnte ich meinen Schlummerdrunk auch nicht zu mir nehmen. Die Gläser sind aus Eis. Der Inhalt ist aber richtig lecker.

Na dann Prost!

Streik oder kein Streik ?

24.11.2016

11°C
11°C
640 km
640 km

Alle Jahre wieder... Nein, nicht kommt das Christkind, sondern streikt Lufthansa.

Schon vor einem Jahr haben die mir meine Reisepläne über den Haufen geworfen und auch heute sieht es nicht besonders gut aus. Fast die ganze Flotte soll am Boden bleiben.

Da mein Flug am Morgen laut App noch planmäßig ist, mache ich mich mit der U-Bahn auf den Weg zum Flughafen.


Ein Blick auf die Abflugtafel und mir schwant Arges.

So viele gestrichene Flüge, aber wenn man genau schaut, sind immerhin zwei Maschinen (noch) pünktlich und eine davon ist meine. Manchmal muss man einfach Glück haben.


Welch ein seltener Anblick an diesem heutigen Tag. Das ist mein Flieger, für den habe ich eine Bordkarte und sobald ich meinen Platz eingenommen habe, bringt mich da auch vor Frankfurt keiner wieder raus. Und wehe, das Teil hat irgendwelche technischen Defekte.

Geht aber alles gut und wir landen pünktlich in Frankfurt.