Feste um die Keschde

Den alten Römern haben wir es zu verdanken, dass wir im Herbst neuen Wein und Kastanien (oder Keschde, wie der Pfälzer sagt) verkosten können. Um ihre Truppen zu versorgen, brachten sie das "Brot der Armen" in die Pfalz und den Wein für die gute Laune gleich mit.

Das Klima tut sein übriges und so zieht sich ein Band von Kastanienbäumen von Hauenstein über Annweiler und Edenkoben bis Neustadt an der Weinstraße.

Wenn im Oktober die reifen Kastanien von den Bäumen fallen, zieht es sie hinaus, die Pfälzer, um die leckeren Früchte zu sammeln und natürlich um zu feiern.

Dieses Jahr sind wir mit dabei und es ist schon ganz erstaunlich, was man aus Keschde so alles machen kann.


beim alten Ludwig

08.10.2016

13°C
13°C

Es gab da mal einen König von Bayern, der war nach einer Italienreise so fasziniert von Pompeji, dass er eine Sommerresidenz im italienischen Stil haben wollte.

So wurde 1846 der Grundstein für die Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben gelegt. Einen schöneren Platz hätte er fast nicht finden können. Hoch über der Stadt, wo die Rebflächen auf den dichten Pfälzer Wald treffen liegt die Villa. Kein Wunder, dass Ludwigs Frau Therese ein Eckzimmer als das ihre auserkoren hat. Von hier konnte sie an schönen Tagen von der Pfalz über die Rheinebene bis ins Badische blicken.


Möbel sind im Schloss fast keine mehr vorhanden. Ein Blick auf den Fußboden erklärt aber, warum wir Pantoffeln tragen müssen (und das gilt auch für kleine Drachen, die sich übrigens besser benommen haben, als so mancher Erwachsene. Scheinbar verleiten solche Pantoffeln nicht nur Kinder zum schlittern.)

Wunderschöne Holzmosaiken zieren die Böden und blickt man an die Decke sieht man Malereien, wie sie auch die alten Römer liebten.

Leider ist das Wetter heute nicht so toll, aber man kann erahnen, warum  Therese dieser Aussicht liebte.


Der alte Ludwig mochte scheinbar nicht nur Italien, sondern auch die Keschde. Ihm haben wir die vielen Kastanienbäume rund um seine Sommerresidenz zu verdanken. Und davon stehen hier viele herum, voll mit den leckeren Früchten.

Nach dem Kulturteil im Schloss wenden wir uns jetzt dem kulinarischen Teil zu. Schon erstaunlich, was man aus und mit Kastanien alles machen kann.

So werden an den verschiedenen Ständen Kastanienbratwurst und -saumagen gebrutzelt, Kastanienwaffeln und Crepes mit Kastaniencreme gebacken und Kastanienbier ausgeschenkt.

Wir holen uns bei den Pfälzer Weinprinzessinnen eine leckere Kastaniensuppe und anschließend noch eine Portion gekochte Kastanien. Die zu knacken wird zur Challenge des Tages, aber was tut man nicht alles für ein paar leckere Keschde.

 

 

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