Grande Dame der Lüfte

Ich bin ein großer Fliegerfan und Flughäfen ziehen mich magisch an. Da ist es doch mehr als klar, dass mich bei strahlendem Sonnenschein der Flughafen Speyer lockt. Dort finden an diesem Wochenende die Airliner Classics statt. Na dann, folgt mir mal!

Ich bin bereits früh vor Ort und die Hauptakteure des Tages sind noch gar nicht eingetroffen. Ich finde aber auch die alten Doppeldecker wunderschön. Leider sind hier nicht so viele vor Ort, wie letztes Jahr im Siegerland.


 

 

AIRBORNE !!


Die kleine De Havilland D.H.104 Dove hatte im Durchschnitt nur 9 Plätze für Passagiere. Da hätte LTU schon ein paar mal nach Mallorca fliegen müssen, um alle Passagiere ans Ziel zu bringen. Das war aber auch gar nicht ihre Bestimmung, sondern sie fungierte eher als Zubringer für Fluggesellschaften oder als Charterflieger. Dabei wäre sie stolze 1500 km weit gekommen.

1945 hob das erste Exemplar ab und 1964 war schon wieder Schluss mit der Produktion. Ganze 338 Stück liefen vom Band (und wir sprechen hier nur von der zivilen Nutzung) Unsere LTU-Dove gehörte zuerst der Sabena, wurde 1957 an LTU verkauft und flog im Charterverkehr. War aber wohl nicht so erfolgreich oder warum ging sie schon nach einem Jahr wieder zurück nach Belgien?

Und dann endlich kommt Bewegung in die Besuchermassen. Die Superconny ist im Anflug. Elegant schwebt sie ein und setzt unter den wachsamen Augen einer Boeing 747 auf.

Die SuperConstellation von Lockheed ist wirklich eine Flugzeuglegende.

Die heute nicht mehr existierende Fluggesellschaft TWA hätte sicher einen Wettbewerbsvorteil gehabt, hätte man in den 40iger Jahren Nonstop-Flüge zwischen Ost- und Westküste anbieten können. Wie gut, dass der Unternehmer Howard Hughes im Jahre 1939 seine Idee eines Schnellverkehrsflugzeuges den Lockheed Flugzeugwerken vorlegte. Und wie gut, dass ihm die TWA gehörte.

Es sollte aber noch bis 1951 dauern, bis die Superconny als Nachfolgerin der Constellation den Himmel eroberte. Mit ihrer Reichweite von mehr als 6000 km, einer Reisegeschwindigkeit von 480 km pro Stunde und einer Druckkabine für Flüge in großer Höhe, wurde sie rasch zur "Königin des Atlantiks".

Auch die Lufthansa setzte auf die Lady und flog mit ihr ab 1955 über den Atlantik. 1960 war die Ära vorbei. Als Propellermaschine war sie im Vergleich zur neuen Boeing 707 auf Dauer einfach zu langsam.

Aber es ist auch bei der Superconny nicht alles Gold was glänzt. Die Abgasturbine an Motor drei, die die Triebwerkleistung eigentlich erhöhen sollte, war sehr störanfällig und fiel des öfteren aus. Das brachte ihr den Spitznamen "Beste Dreimotorige der Welt" ein.

 

 

 

 

Das nenn ich jetzt mal sauber eingeparkt.

(war ja auch keine Frau am Steuer)

 

 


So, wo bleibt jetzt unser zweites Schmuckstück? Diese Lady lässt ein wenig auf sich warten, aber irgendwann heißt es auch hier:“Maschine im Anflug“

Auch wenn der gute alte Jumbo noch nicht ganz so alt ist, passt er irgendwie doch in unsere Reihe der Legenden. Schließlich  trägt auch er einen Kosenamen, was man ja nicht von jedem Flugzeugmodell behaupten kann. 

Die DC3 ist ein wenig älter als die Superconny und hatte ihren Jungfernflug bereits im Jahre 1935.

Bis dahin gab es nur Doppeldecker aus Stoff und Holz und plötzlich stand da ein vergleichsweise gigantisches Flugzeug aus Metall vor den Menschen. Aber nicht nur das beeindruckte, sondern auch die geräumige Kabine mit (wenn von der Airline gewünscht) Liegen und Platz für 21 Passagiere. Sogar eine Stewardess gab es. Welch ein Luxus! Heute würde man damit keinen Vielflieger mehr hinter dem Ofen hervor locken.

In Deutschland erlangte die DC3 unter dem Namen "Rosinenbomber" Berühmtheit. Hat nicht ganz funktioniert mit der Blockade der Stadt Berlin durch die Sowjetunion. Die West-Alliierten durchbrachen sie einfach und versorgten die Stadt mit einer Luftbrücke. Dabei kamen DC3-Maschinen zum Einsatz.

Aber wie das leider immer ist, auch die DC3 stieß irgendwann an ihre Grenzen, weil einfach zu klein. Dass sie als eines der besten, je gebauten Flugzeuge gilt, beweist die Tatsache, dass sie in Afrika und Südamerika auch heute noch zum Einsatz kommt.

Auch hier würde ich sagen, perfekt eingeparkt.

Und so stehen unsere zwei Legenden einträchtig nebeneinander. Es ist wirklich schade, dass die gute alte Tante Ju der Lufthansa heute fehlt. Eigentlich sollte sie ja auch da sein, aber in ihrem Alter dauern Reparaturen manchmal doch länger als geplant.

Was macht eigentlich dieser hübsch anzusehende Oldtimer auf dem Flugfeld?

Der bringt mich zum Abschluss auf die andere Seite des Flugfeldes. Kommt mir sehr gelegen, denn dann brauche ich nicht noch mal um den Flugplatz laufen.

 

 

 

mehr Pfalz?