Mosaik und Mandelkeks (3)

das Ohr des Dionysios

15.04.2016

21°C
21°C
300 km
300 km

Unser letzter Tag führt uns noch mal in den Süden nach Noto und Syrakus.

 

Wie so viele Städtchen auf Sizilien hat auch Noto Antica sich im Laufe der Jahrhunderte verwandelt. Gegeben hat es die Stadt bereits seit der Bronzezeit, aber auch hier kamen erst die Araber und dann die Normannen. Schuld am Untergang waren diesmal aber keine Eroberer, sondern das große Erdbeben von 1693. Keine zehn Kilometer entfernt wurde Noto wieder errichtet und dabei wurde nicht gekleckert, sonder geklotzt. Adelige und Ordensgemeinschaften gaben Gebäude in Auftrag und jeder wollte natürlich das schönste haben. Es entwickelte sich ein regelrechter architektonischer Wettbewerb und dem haben wir die prachtvollen Gebäude im Barockstil zu verdanken. Wen wundert es da, dass die Stadt auch „Garten aus Stein“ genannt wird.

 

Tja, und damit schafft man es dann auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Verdientermaßen, wie ich finde.


 

und wie könnte es auch anders sein, Balkonen. Dazu aber später mehr.

Na, dann wollen wir diesen Garten doch mal erkunden und betreten die Altstadt durch die Porta Nazionale, die ein wenig an einen römischen Triumphbogen erinnert.

 

 

Dahinter beginnt die Hauptflaniermeile der Stadt, der Corso Vittorio Emanuele mit hübschen Seitengassen


Sizilien ist katholisch und da gibt es nun mal viele Kirchen, aber in Noto habe ich das Gefühl, die Stadt besteht nur aus Kirchen und Klöstern. Ok, die werde ich hier nicht alle aufführen (immerhin sind es mehr als 33).

Alleine auf dem Corso Vittorio Emanuele findet sich ein gefühltes halbes Dutzend:                 

                                           Kirche di San Francesco, >> 

                                      Kirche San Carlo Borromeo, >>

<< Kirche di San Carlo,

<<Kirche SS Salvatore

und die Kirche San Domenico mit dem Neptunbrunnen.

Reicht doch für einen Vormittag oder sollen wir die restlichen 28 auch noch durchkauen?


Erwähnenswert ist aber ganz sicher die Kathedrale mit der riesigen Freitreppe und der Doppelfassade. 1995 stürzte ein großer Teil der Decke ein, doch konnte der Schaden mit Spendengeldern behoben werden. Wäre ja auch schade gewesen um das gute Stück und wo hätte man dann die Reliquien des Stadtheiligen untergebracht? Wer sich jetzt für seinen Lebensgeschichte interessiert, kann die bronzenen Paneele am Eingangsportal studieren. Hier nur so viel: er lebte als Eremit in einer nahen Höhle und soll Wunder gewirkt haben.

Hier, am Piazza del Municipio ist das Zentrum der Macht. Wer aber jetzt das Sagen hat (Kirche oder Staat), wer weiß das schon so genau. Auffällig ist jedenfalls, dass in fast jeder Stadt Rathaus und Dom sich einen Platz teilen und so ist es auch hier. Der ehemalige Palazzo Ducezio beherbergt heute das Rathaus.


Ich steh ja nicht so auf Kirchen und wenn dann eher auf die schlichten. Zu viele Engel und Putten und Heilige machen mich ganz wirr im Kopf. Da halte ich es doch lieber mit den weltlichen Palästen und von denen gibt es in dieser Stadt auch den einen oder anderen. Kommen wir doch mal zurück auf den architektonischen Wettstreit. Na, welcher Palast hat wohl die schönsten Balkone (man munkelt sogar, es seien die schönsten der Welt). Ein bisschen weniger ist manchmal mehr, aber die Sirenen, Kentauren und Sphinxen, die die Balkonkonsolen zieren, könnten jedem indischen oder nepalesischen Tempel Konkurrenz machen.

 

Wie immer drängt die Zeit und dabei wäre ich in Noto gerne noch ein wenig länger durch die Gassen gebummelt. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass wenn ich mich beeile, ich es schaffen könnte Noto von oben zu sehen. Das wenigstens will ich mir nicht entgehen lassen und steuere die Kirche Santa Chiara an. Für 2 Euro kann man hier die Plattform besteigen. Immer zwei Stufen auf einmal nehmend hetze ich hinauf. Die Zeit drängt und außer Atem komme ich oben an. Auch wenn ich die Aussicht leider nicht lange genießen kann, so hat es sich doch gelohnt.

 

Wir bleiben noch ein wenig im Südosten und bei den antiken Superlativen der Insel. Syrakus war neben Athen und Alexandria einst eine der wichtigsten kulturellen Metropolen. Doch wie wir das ja inzwischen aus der Geschichte Siziliens kennen, Eroberer hinterlassen Spuren und Ruhm vergeht und so wäre Syrakus heute ohne seine geschichtlichen Überreste nicht mal für die Touristen interessant. Seinen Ursprung hatte alles während der Bronzezeit auf der kleinen Insel Ortygia.

 

Dann kamen die Korinther und mit ihnen Handel und Reichtum.

 

Lange wurde die Stadt von Tyrannen regiert. Dionysios war einer von ihnen und er baute Syrakus zu einer mächtigen Festung aus. Erfolgreich, denn die Römern bissen sich fast die Zähne aus, als sie versuchten die Stadt zu erobern. Sehr zum Nachteil der Einwohner gelang es ihnen letztendlich doch. Glück hat es der Stadt nicht gebracht, den unter römischer Herrschaft begann sie zu verarmen und hat sich bis heute nicht davon erholt

 

 

 

Will aber nicht heißen, das Syrakus keinen Besuch wert ist. Na, wo nahm hier alles seinen Anfang? Richtig, auf der Insel Ortygia und die betreten wir jetzt über die Ponte Nuovo.

 


Auf der anderen Seite treffen wir direkt auf Geschichte. Viel ist leider vom Apollon Tempel nicht erhalten, aber mit ein wenig Fantasie kann man sich den ersten Steintempel der Griechen bildlich vorstellen.


Durch Altstadtgassen geht es weiter zu…?

 

 

 

 

 

 

Also wirklich, nach sieben Tagen auf Sizilien, müsste jetzt aber jeder wissen, was uns in einer Altstadt erwartet.

 

Was da wären: eine Handvoll prächtiger Paläste

 und der Hauptplatz mit Rathaus und Kirche (di Santa Lucia alla badia)

Was habe ich jetzt noch vergessen? Da war doch noch was, was in keiner sizilianischen Stadt fehlt. Wo Rathaus, da was nicht weit?

Na klar, der Dom natürlich. Auch hier hat man mal kurzer Hand einen antiken Athena-Tempel in ein Gotteshaus umgewandelt. Wie man das macht, haben wir in Agrigent. gelernt. Einfach die Säulenhallen zumauern und den Glockenturm drauf packen. Die alten Säulen vom Athena-Tempel kann man im Inneren noch sehen. Übrigens wurde das Gebäude während der islamischen Herrschaft auch als Moschee genutzt.

 

 

 

 

 

 

Was haben wir nach einer Woche Sizilien ebenfalls gelernt? Richtig, der Dom liegt immer am höchsten Platz der Stadt. Da wir uns auf einer Insel befinden, führen demnach alle Straßen von hier nach unten zum Wasser. Einer folgen wir und gelangen durch eines der Stadttore tatsächlich an den, eher wie ein See wirkenden, Hafen.

 

Ein wenig Zeit verbleibt noch. Die nutze ich, um am Ufer entlang zu laufen. Hier stoße ich auf die Fonte Aretusa. Dabei handelt es sich um eine natürliche Süßwasserquelle. Die alten Griechen dachten, es wäre die verwandelte Nymphe Arethusa. Die soll nämlich von der Göttin Diana in eine Quelle verwandelt worden sein. Wer sich bei dem Anblick kurzzeitig nach Ägypten versetzt fühlt hat nicht so ganz unrecht, denn inmitten der Quelle wächst Papyrus.  

 

 

Ein letzter Blick aufs Kastell, das dereinst die Hafeneinfahrt schützte und schon ist es wieder Zeit sich auf den Weg zum Bus zu machen. Irgendwie fühle ich mich heute ein wenig gehetzt.

 

 

 

Während seiner Blütezeit hatte die Stadt sich aufs Festland ausgedehnt und dort finden sich auch noch antike Überreste. Allen voran das griechische Theater. Einst war es das größte auf der Insel und fasste 16000 Einwohner. Da die Römer ja bekanntlich andere Vorstellungen von Unterhaltung hatten, wurde es während der Zeit umgebaut. Danach verfiel es. Wer sich jetzt wundert, wo die ganzen Aufbauten geblieben sind, die man bei anderen Theatern noch findet, die wurden geklaut.

 

Oder, um es netter auszudrücken, zum Bau der Festungsanlage im 16. Jhdt zweckentfremdet.

War ja auch einfacher, als sich Steine aus dem vorhandenen Steinbruch zu holen. Dieser trägt den fantasievollen Namen "Paradiessteinbrüche“. Ein Paradies war das in antiken Zeiten aber keineswegs. Mussten doch hier Sklaven unter schlimmsten Bedingungen unterirdisch arbeiten.

 

Bei einem Erdbeben stürzte die Decke ein und in dem nun entstandenen, windgeschützten Garten,

zwischen den ehemaligen Pfeilern wachsen heute Zitronen- und Maulbeerbäume und lassen die schlimmen Tage vergessen.

 

 

 

 

 

Hier in den Steinbrüchen befindet sich auch das "Ohr des Dionysios“. Von dem war ja heute schon die Rede. Es handelt sich um eine künstliche Höhle, die der Tyrann einst als Gefängnis benutzte. Die hervorragende Akustik in der Höhle soll er sich zugunsten gemacht und seine Gefangen belauscht haben. Daher auch der Name. Und natürlich gibt es keinen in der Gruppe, der sich für den nächsten Caruso hält und ein Lied schmettert. Mich eingeschlossen, aber das ist auch gut so.

 

 

 

 

 

Aber auch die Römer waren da. Die hatten nicht nur das griechische Theater um-, sondern noch ein zusätzliches Amphitheater aufgebaut.

 

 

Damit aber nicht genug. Im antiken Syrakus gab es auch den größten Opferaltar der Insel. 198 x 22 Meter war es groß. Viel ist nicht erhalten und es bedarf schon ein wenig Fantasie sich das ehemalige Gebäude vorzustellen. Sage und schreibe 350 Stiere konnten hier gleichzeitig geopfert werden. Da das Fleisch anschließend gebraten und an die Bevölkerung verteilt wurde, muss das ein riesiges Barbecue gewesen sein.

Palazzi und ein Elefant

16.04.2016

21°C
21°C
3.5 km
3.5 km

Offiziell ist die Tour mit dem heutigen Transfer zum Flughafen beendet. Den nehme ich auch war, aber nur um in meinem Hotel einzuchecken und mich dann an die Besichtigung von Catania zu machen. Ein Besuch während der Rundreise war nicht vorgesehen. Tut man der Stadt damit unrecht oder kann man sich Catania wirklich sparen?

 

Ich werde es heute heraus finden und gehe jede Wette ein, dass ich über Paläste, Kirchen und Brunnen stolpere. Ich freue mich schon darauf, dass ich heute das Tempo bestimmen kann und kein Guide die Gruppe weiter scheucht, wenn man doch so gerne noch schauen möchte.

 


Ganz in der Nähe des Hotel hält der Bus, der mich nach Catania bringen soll. Mein Ziel die Piazza Duomo. Sie ist umgeben von reich verzierten Palästen

und dem Dom. In voller Pracht steht er an der Ostseite des Platzes. Im Prinzip geht seine Baugeschichte bis in die Römerzeit zurück. 1078 wurde er zu Ehren der Heiligen Agatha auf den römischen Thermen des Achilles erbaut. Hielt aber nicht lange, denn auch er wurde durch das Erdbeben im Jahre 1693 zerstörrt. 1709 entstand die barocke Version ebenfalls auf den Trümmern ihres Vorgängers. Irgendwas ist aber verkehrt am Dom von Catania. Aber was? Er ist der einzige Dom auf dieser Rundreise, der nicht am höchsten Punkt der Stadt erbaut wurde.

In der Mitte des Platzes aber steht das Wahrzeichen der Stadt, der Elefantenbrunnen. Was aber bitte hat ein Elefant in Italien zu suchen? Die sind hier ja nicht mal heimisch. 1693 wurde Catania durch ein Erdbeben zerstört. Ein Elefant und ein Obelisk konnten aus den Trümmern gerettet werden. Beide stammten noch aus römischen Zeiten und das erklärt vieles, denn die Römer standen ja auf exotische Tiere. Denkt nur an die Mosaiken in der Villa Casale. Was aber tun mit den geretteten Fundstücken? Vaccarini, der Baumeister packte einfach den Obelisken auf den Elefanten und fertig war der Brunnen. Das hätte ich jetzt auch noch hin bekommen. Oh, und wie sich das für ein katholisches Land gehört, kam noch ein Kreuz als Symbol on Top.

Schaut man sich den Elefanten genauer an, scheint er zu schmunzeln. Ob es wohl daran liegt, dass er so oft fotografiert wird?

Scheinbar wird Catania aber von den meisten Gruppen umfahren, denn hier ist vergleichsweise viel weniger los, als in den anderen Städten. Eigentlich schade. 

Mein nächstes Ziel liegt etwas versteckt in der Nähe der Porta Uzeda. Hier war einst die Stadtmauer und noch vor 100 Jahren, reichte das Meer bis hierher.

Gleich um die Ecke steht die Fontana dell Amenano und mein Geruchssinn sagt mir, dass ich fast am Ziel bin.


Hinter dem Brunnen, versteckt auf dem tiefer liegenden Piazza di Benedetto befindet sich nämlich der Grund, warum ich heute bereits um 5:30 Uhr aufgestanden bin, um den ersten Transfer zum Flughafen zu bekommen. Und dass, obwohl ich eigentlich genug Zeit für Catania habe.

Umgeben von alten Palästen erwacht hier jeden Morgen das Leben, wenn die Fischhändler versuchen ihre Beute an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Wobei ich feststellen muss, das Fischkauf Männersache zu sein scheint.

Und was es hier nicht alles zu kaufen gibt. Muscheln, Tintenfische und Garnelen kennt man ja auch von daheim, aber die riesigen Schwert- und Thunfische sind schon imposant. Silbern schimmern die langen Sägedegenfische in der Sonne. Sie sind solang, dass sie aufgerollt werden. Ob das bei Aal auch funktionieren würde?

Ich könnte hier noch Stunden herum laufen, dem Geschrei der Fischhändler lauschen und den salzigen Geruch des Meeres einatmen.


Wie schön, dass mich heute niemand antreibt und Zeit fast keine Rolle spielt. So kann ich mich nach der Hektik auf dem Fischmarkt in einem der Cafés niederlassen und ein wenig die Seele baumeln lassen.

Gestärkt folge ich der Via Etnea Richtung Norden und stehe nur wenige Minuten später auf dem Uniplatz.

Wisst ihr eigentlich, warum manche der Straßen (wie auch die Via Etnea) hier so schnurgerade geradeaus führen? Zweimal wurde die Stadt durch Erdbeben und Lava zerstört und diese Straßenzüge sollten die Evakuierung im Falle weiterer Katastrophen erleichtern. Aus diesem Grund entstand übrigens auch die Porta Uzeda in der ehemaligen Stadtmauer.


Zum Glück bin ich nicht so Mode und Schuh verrückt, sonst käme ich heute bei den zahlreichen Geschäften links und rechts des Weges niemals voran. Statt Schaufenster bewundere ich lieber die vielen Paläste und barocken Gebäude.

Kirchen gibt es, welch Überraschung. auch zu Hauf, wie die Kirche St Arcangelo Michele  >>       

 

 

und die Basilica della Collegiata, die ich der vielen hübschen Engel wegen zu meiner Lieblingskirche von Cantania erkläre. Sind die Kerlchen nicht knuffig?

<<


Am Ende der Straße treffe ich auf die Piazza Stesicoro. Hier tobt an Werktagen der Verkehr. Kein Wunder, ist er doch ein verkehrsreicher Knotenpunkt der Stadt. Heute, am Samstag geht es hier eher ruhig zu.

Ich vermute mal stark, da wird noch einiges unter den angrenzenden Häusern vergraben sein.

 

 

Ebenfalls am Platz, das römische Amphitheater. Viel ist leider nicht übrig geblieben und man kann sich kaum vorstellen, dass hier mal 16000 Zuschauer Platz gefunden haben. 


Weiter geht es durch die Altstadt, vorbei an Kirchen und Palästen. Ich wusste doch, dass mir die heute wieder reihenweise vor der Kamera auftauchen. Selber schuld, wenn ich mich in die Via Crociferi traue. Die gilt als Catanias berühmteste Barockstraße und besteht gefühlt nur aus Kirchen. Vielleicht sollte man sie umbenennen in Via Chiesa. Und damit mir nachher keine Klagen kommen, für alle, die es genau wissen wollen, hier die Kirchen in chronologischer Reihenfolge von Nord nach Süd (wie gut, dass es so viele Heilige gibt):

Kirche San Giuliano                                                      >>

Kirche die San Benedetto                                            >>

<< Kirche di San Camillo ai Crociferi

<< Kirche di San Francesco Borgia 

<< Kirche di San Francesco all Immacolata

Wer jetzt immer noch nicht Kirchen müde ist, kann ja versuchen heraus zu finden, welche der Kirchen diese Figur schmückt.


Schließlich stehe ich vor der Kirche San Nicolo. Die ist dann wieder besonders genug, um ihr etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Was könnte sie jetzt von den anderen unterscheiden? Nein, nicht die Engel und Putten oder irgendwelche Mosaiken. Nach einer Woche Sizilien würde sowas keine Begeisterungsstürme mehr bei mir hervor rufen. Auch die Fassade mit den unvollendeten Säulen ist eher häßlich. Die dreischiffige Kirche mit einer Länge von 105 Metern gilt als geräumigste Kirche Siziliens. Haut mich aber immer noch nicht vom Hocker. So, was ist es aber denn jetzt?

Irgenwann war der Meridian dann doch vollendet. Leider bin ich zu spät dran, denn jeden Tag, pünktlich zur Mittagszeit, fällt ein Sonnenstrahl durch ein Loch im Dach und zeigt auf dem Fußboden den genauen Tag und Monat an. Irgendwie faszinierend! Zu finden auch zwölf Tafeln mit den Tierkreiszeichen in rosa farbiger Lava. Muss doch gleich mal schauen, wo der Skorpion ist.

 

 

 

 

 

Vom angrenzenden Kloster (davon gleich mehr) konnte  man von einem Balkon dem Gottesdienst beiwohnen und die Orgel bewundern. Vermutlich war dieser Balkon für kranke oder alte Mönche gedacht, für die der Weg in die Kirche zu beschwerlich gewesen wäre.

Im Jahre 1836 befand Pater La Valle, der Stadt fehle eine Sonnenuhr. Gesagt, getan! San Nicolo war ja groß genug und in seinen Augen auch würdig und die Benediktiner wären wohl in der Lage die Umsetzung zu finanzieren. Doch erst nach seinem Tod wurde das Projekt durch seinen Nachfolger in Angriff genommen. Unglückliche Ereignisse, die riesige Summen kosteten, verhinderten die Arbeiten. Unser Berliner Flughafen ist also in bester Gesellschaft. Ende gut, alles gut.


Lust auf eine letzte Runde Engel, Putten und Co im schönsten sizilianischen Barock? Na dann, ab ins Kloster. Oder besser ehemalige Kloster, denn seit 1977 ist hier die Universität untergebracht.

 

1094 wurde das Kloster als damals größtes auf Sizilien gegründet. Verschont vom Lavastrom im Jahre 1669, hatte man vierzehn Jahre später beim großen Erdbeben weniger Glück. Das Kloster wurde fast vollständig zerstört. Davon ließen sich die Benediktiner aber nicht entmutigen und begannen bereits zehn Jahre später mit dem Wiederaufbau. Das Ergebnis kann sich sehen lassen; besonders eindrucksvoll, der Kreuzgang und das reich verzierte Treppenhaus. Wer immer noch nicht genug hat von verspielten Figuren und reich verzierten Balkongeländern, der darf hier gerne noch ein Weilchen verweilen.

Zu besichtigen ist es übrigens nur auf einer geführten Tour. Die findet stündlich statt und ist auf italienisch. Macht aber nichts, denn für alle, die des Italienischen nicht mächtig sind, gibt es eine Beschreibung der Räume auf englisch.

Ich jedenfalls habe genug vom sizilianischen Barock, schnappe mir meine Drachen und mache einen letzten Abstecher in die Römerzeit. Mein Weg führt mich vorbei an der alten Therme

 

und dem Odeon.


Von hier kann ich das Amphitheater bereits sehen, aber wo verflixt noch mal ist der Eingang?

Der größte Teil ist noch immer unter Häusern und Straßen vergraben und das ist wohl auch der Grund, warum ich ein paar mal daran vorbei laufe, ohne den Eingang zu finden. Von der Straßenseite aus sieht man es nämlich überhaupt nicht.

Steht man aber letztendlich im Inneren, kann man die ursprüngliche Größe erahnen. Einst zählte es zu den größten Theatern in Italien.

Damit beende ich meine Tour durch Catania und fahre mit dem Bus zurück ins Hotel. Ich bin wirklich froh, dass ich diese eine Nacht drangehängt habe, denn Catania ist sehr wohl sehenswert. Alleine schon der Besuch des Fischmarktes hätte diesen zusätzlichen Tag gerechtfertigt.

Dieses Hotel habe ich wegen der Nähe zum Flughafen ausgewählt. Im Vergleich zur Rundreise ist das Zimmer hier riesig und ich habe drei Betten zur Auswahl. 

Das Frühstücksbüffet haut mich auch hier nicht von den Socken. Italiener sind scheinbar keine großen Frühstücker.

Zum Flughafen gibt es einen Shuttle, aber der kostet Geld. Man kann die Strecke auch laufen, aber es gibt keinen anständigen Fußweg.



back home

17.04.2016

21°C
21°C
1342 km
1342 km

Heute ist Heimreisetag. Mein Flieger geht erst am Nachmittag, so dass ich ausschlafen und in Ruhe frühstücken kann.

Ein letzter Blick auf Oma Ätna beruhigt mich. Nur ein wenig Wasserdampf in Form von Wölkchen entweicht ihr heute. Vor zwei Tagen sah das noch anders aus. Da hat die alte Lady auch Asche gespuckt und der Flughafen war für drei Stunden gesperrt.

Heute ist alles gut und pünktlich um 14:50 Uhr hebt Air Berlin Richtung Frankfurt ab. An Bord der selbe "fantastische" Service wie schon auf dem Hinflug. Charter bleibt halt Charter, auch wenn man heutzutage Linie fliegt.