rosarote Blütenpracht (1. Akt)

Jeder hat wohl schon von der berühmten Kirschblüte in Japan gehört.

Dabei muss man gar nicht so weit reisen, denn jedes Jahr im Frühling verwandelt sich auch die Deutsche Weinstraße in eine rosarote Pracht. Auf 77 Kilometer Länge erstreckt sich dann ein rosarotes Blütenband von Bad Dürkheim bis nach Schweigen ans Deutsche Weintor. Diesen Frühling will ich mir das mal ein wenig genauer anschauen und hoffe, dass mir der Wettergott hold ist.

Na dann, Vorhang auf zum großen Naturschauspiel in pink!


im Dorf der Mandelblütenkönigin

 Akt eins spielt im Weindorf Gimmeldingen, wo über 2500 Mandelbäume stehen.

 

Bereits Ende des 18. Jhdts wird über den verbreiteten Anbau von Mandelbäumen in den Weinbergen berichtet und ein Jahrhundert später lässt Reichsrat von Buhl von seinem Sommersitz eine Mandelallee über Gimmeldingen bis Neustadt pflanzen. Damals waren es noch Essmandeln. 

Da Ziermandeln aber attraktiver blühen, finden sich unter den heutigen Mandelbäumen kaum noch Essmandeln. 

Genau wegen dieser Blütenpracht rief man 1934 das erste Mandelblütenfest ins Leben und seit 1950 gibt es die Mandelblütenkönigin. Bei der Feierlaune der Pfälzer ist es nicht verwunderlich, dass zu Ehren ihrer Krönung das Gimmeldinger Mandelblütenfest gefeiert wird, übrigens als erstes Weinfest in Deutschland.

Vom Bahnhof Neustadt geht es zu Fuß durch die Altstadt und weiter über den Villenweg Richtung Stadtteil Haardt.

Der Villenweg heißt sicher nicht umsonst so. Hier steht nicht nur das eine oder andere schmucke Häuschen, sondern auch die Villa Böhm. Erbaut wurde sie 1886 im Stil der italienischen Neorenaissance und diente einem Bankier als repräsentativer Wohnsitz. Wer sonst, braucht auch so einen Prunkbau. Das Turmzimmer auf dem Dach könnte mir allerdings auch gefallen.

Vom Villenweg aus geht es dann ganz unspektakulär durch die Weinberge. Obwohl wir uns auf dem Mandelpfad befinden, ist weit und breit kein Exemplar zu sehen. Man sollte also vorher ganz genau recherchieren, welcher Teil des Weges sich zu erwandern lohnt. Erspart einem viel Frust und Enttäuschung.

Nachdem wir den Stadtteil Haardt durchquert haben, liegen wieder Weinberge vor uns. Doch hier zeigt sich ein ganz anderes Bild: eine Allee von Mandelbäumen in schönster Blüte führt auf den Ort Gimmeldingen zu. 

Schaut man genauer hin, entdeckt man eine Blüte schöner als die andere und mittendrin ein Drache.

Erstaunlich, dass trotz des schlechten Wetters so viele Menschen den Weg hierher genommen haben. Vielleicht ist das aber auch ganz gut. Es ist erst Ende Februar und doch stehen die Bäume bereits in voller Blüte. Wer weiß, wie lange die Pracht noch zu bewundern ist. Da kann man keine Rücksicht auf das Wetter nehmen.

Bevor wir uns dem zweiten Teil der Mandelallee widmen, ist erst mal eine Stärkung angesagt und da kommt mit der Stand mit dem Braten gerade recht.  


Folgt man der Weinstraße weiter Richtung Königsbach, kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Hier reiht sich wirklich ein Baum an den nächsten, von noch ganz klein bis riesig groß.  

Knospen und Blüten finden sich auch hier in allen Stadien der Entwicklung:

Nach Akt eins stellt sich mir die Frage, warum es denn unbedingt die Kirschblüte in Japan sein muss. Unsere Pfalz kann da mit ihren Mandelblüten locker mithalten und wie das bei Sonnenschein aussieht bekommen wir diesen Frühling auch noch hin.

rosarote Blütenpracht (2. Akt)


 

 

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