Käse und Meer

Heute verlassen wir deutsche Lande und begeben uns nach Holland. (oder um korrekt zu sein in die Niederlande, aber mir gefällt Holland besser und die Nachbarn mögen mir verzeihen. Außerdem wird der Teil, den ich am Wochenende besuche wirklich als Holland bezeichnet und damit wäre ja dann alles wieder gut)

Zum Glück ist ja auch gerade keine EM/WM-Zeit, da kann ich das Ganze entspannt angehen, denn wie wohl jeder weiß, ist es vorbei mit der deutsch-niederländischen Freundschaft, wenn der Ball ins Spiel kommt. Vielleicht auch noch, wenn zur Ferienzeit eine ganze Karawane Wohnwagengespanne mit Länderkennzeichen NL vor dir her zuckelt.

Holland, wie im  Bilderbuch

11.09.2015

20°C
20°C
3.2 km
3.2 km

Ich jedoch reise, wie immer, ganz entspannt mit der Bahn an, da sollte dem kulturellen Austausch nichts im Wege stehen.

Blöd ist allerdings, dass man in Holland eine Fahrkarte mit Barcode benötigt, um den Bahnhof durch die Schranken verlassen zu können. Noch blöder ist, dass deutsche Fahrkarten keinen solchen Barcode haben. Deshalb stehe ich in Delft sozusagen vor verschlossenen Türen und kann weder raus aus dem Bahnhof noch rein nach Holland. Bahnbedienstete sind  natürlich auch nicht in Sicht und so bleibt nur die gute alte Notrufsäule, die aber praktischer Weise auch mit einem Inforufknopf versehen ist. Der Typ am anderen Ende wundert sich zwar über unsere deutschen Fahrkarten, öffnet mir aber doch die Tür. Na, das fängt ja gut an. 


Mein Ziel heißt eigentlich Den Haag, aber die Erkundung dieser Stadt muss bis Sonntag warten. Heute ist erst mal Delft dran, liegt es doch praktischer Weise auf dem Weg.

Na, bei wem klingelt es denn bei dem Namen, oder was haben Delft und Meißen gemeinsam?

Richtig, seit dem 17. Jhdt. ist die Stadt für sein „Delfter Blau“, hergestellt in den vielen Keramikmanufakturen, bekannt.

Aber auch Wilhelm von Oranien, Begründer der niederländischen Monarchie, hat hier seine Spuren hinterlassen. Seine Ideale Religionsfreiheit und Toleranz waren einfach, aber wirksam.

Das sahen die katholischen Spanier anders und so kam es zur Revolution. Hier, im Schutze der Delfter Stadtmauern fühlte er sich sicher während er im Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Belagerer kämpfte.Vielleicht zu sicher, denn hier wurde er 1584 ermordet.

Seinen Spuren werden wir heute folgen und dazu begeben wir uns auf (fast) direktem Weg zu jenem Kloster, in dem er während seiner Aufenthalte in Delft lebte und wo er den Tod fand.

 

Ein klitzekleiner Umweg muss aber sein, denn mir ist nach einem Becher Kaffee. Im Kaffeehaus Uit de Kunst gibt es nicht nur den, sondern auch leckeren hausgemachten Apfelkuchen.

 

 

 

 

Ebenfalls auf dem Weg das Gemeenlandshuis.

Hier hat das Water Board seinen Hauptsitz. In alten Zeiten waren regelmässige Checks des Kanalsystems nötig, damit es nicht zu Überflutungen kam. Entdeckten die Jungs kritische Stellen, bezogen sie im nächstgelegenen Haus oder Hotel Quartier (für umme, versteht sich) bis das Problem gelöst war. Coole Sache, oder?

Der ist aber eigentlich nicht wirklich der Hauptgrund für den kleinen Umweg. Wie der Name schon sagt, geht es hier auch um Kunst. Vor der Tür steht eine Telefonzelle, in der Künstler im monatlichen Wechsel ihre Werke ausstellen.

Ob man das wohl als Museum definieren kann? Wenn ja, kann es sich definitiv als kleinstes der Welt bezeichnen. (und tut es auch)


Der heutige Prinsenhof wurde 1400 als Kloster zur Heiligen Agatha gegründet. Viele Jahre wandelten hier nur die Nonnen durch die Gänge, bis der Prinz kam. Dem gefiel das Kloster und er machte es kurzer Hand zu seiner Residenz. So einfach ist das, wenn man Prinz ist. Glück hat es ihm nicht gebracht, wie die beiden Einschusslöcher in der Wand beweisen. Haben die da etwa mit Kanonen auf Spatzen (äh, Prinzen) geschossen, so groß wie die Löcher sind? Übrigens handelte es sich hier um den ersten politischen Mord in der Geschichte, der mit einer Handfeuerwaffe verübt wurde  Nach seinem tragischen Tod wollten die Nonnen das Kloster auch nicht mehr und so diente es unter anderem als Unterkunft für Lehrer und dem Militär, bis es schließlich in ein Museum umgewandelt wurde.

Mal schauen, was wir hier so alles über den guten Wilhelm und die Stadt Delft erfahren können. Sicher auch, warum die Stadt sich stolz Prinzenstadt nennen darf. (Aber eigentlich ist das ja offensichtlich)

Delft hat im Zentrum zwei Kirchen, die Nieuwe Kerk und die Oude Kerk. In ersterer ist Wilhelm begraben und zu der kommen wir später noch. Vor uns liegt aber die Oude Kerk und was ist an der jetzt so besonderes? Ein Blick aufs Foto bringt uns weiter. Na, irgendwas ist doch falsch an dieser Kirche. Richtig, sie könnte mit dem Schiefen Turm von Pisa in Konkurrenz treten. Ursprünglich war sie eine hölzerne Kirche und dabei hätte man es auch besser belassen. Nicht, dass der gotische Turm nicht beeindruckend wäre, aber wie lange wird er noch stehen? Obwohl, Pisa's Turm steht auch noch und der ist mit 3.90 Metern fast doppelt so weit aus dem Lot.

Einen kurzen Blick ins Innere werden wir trotzdem wagen (der Turm wird ja nicht gerade heute aus dem Gleichgewicht fallen). Zu finden sind hier 400 Gräber wichtiger (oder auch nicht so wichtiger) Menschen, wie dem Maler Vermeer oder den Seefahrern Piet Hein und Maarten Tromp. Oh, und nicht zu vergessen, die wunderschönen Kirchenfenster.

Mir bleibt noch ein wenig Zeit und deshalb werde ich jetzt meinen geplanten Rundgang verlassen und mir wenigstens einen der Hofjes anschauen. Dabei handelt es sich um eine Wohnanlage, die rund um einen zentralen Hof angelegt ist. Das ist ja erst mal nichts besonderes. Gestiftet wurden sie von flämischen Kaufleuten als Alterssitz für ihre Bediensteten. (Ein bisschen vergleichbar mit den Krameramtsstuben in Hamburg – auch wenn die nicht so einen schönen Innenhof  haben.)

Schaut man genau hin, ist die ganze Geschichte zweischneidig. Ein wichtiges Merkmal war eine gemeinsame Haushaltsführung und die gemeinschaftliche Nutzung des Gartens. Auf der anderen Seite war das Hofje durch Mauern oder Wassergräben abgegrenzt und nur durch ein Tor zugänglich. Um 22:00 Uhr war Zapfenstreich und ein Wegbleiben über Nacht nur mit Zustimmung möglich. Auch regelmäßiger Kirchenbesuch war Pflicht und ich bin mir sicher, dass auch Herrenbesuch nicht gerne gesehen war. (Welch Ironie, das in Haarlem eines dieser Hofjes heute als Bordell dient) Ob mir kostenloses wohnen so viel Kontrolle wert gewesen wäre? Und ja, ich weiß, das waren andere Zeiten!

Es gibt wohl kaum eine holländische Stadt, die etwas auf sich hält ohne Grachten und natürlich sind die auch in Delft zu finden. Schließlich leitet sich der Name Delft von "delfen" (=graben) ab.

Da Grachten früher, wie auch heute noch, als Versorgungslinien dienten, wurden sie bei der Stadtplanung gleich mit berücksichtigt. Kein Wunder also, dass das alte Delft von einem Grachtengürtel umgeben ist.

Ein Spaziergang entlang der Wasserwege bietet sich an. Überall trifft man auf Brücken, die nicht nur das Überqueren erleichtern, sondern auch malerische Ausblicke bieten. Ob es deshalb in Holland so viele Maler gab?

Bei so viel Inspiration würde sogar ich zum Pinsel greifen (auch wenn nicht viel dabei heraus käme).

Hat sich schon mal jemand gewundert, warum viele Häuser so schmal sind? Früher wurde die Steuer an Hand der Menge der Fenster zur Frontseite bemessen. Klar, dass dann jeder möglichst schmale Häuser haben wollte und die mit den breiten waren die Angeber.

Ich will mir das Ganze jetzt aber mal von der Wasserseite her anschauen und hoffe, dass die Ausflugsboote um diese Jahreszeit noch unterwegs sind. Sind sie und sogar gut gebucht. Mir gefallen am besten die vielen Brücken und die Spiegelungen im Wasser, wenn man denn mal eine Stelle ohne die überall vorhandene Entengrütze erwischt.

Langsam wird es Zeit sich auf den Weg zu machen Richtung Rijswijk, wo mein Hotel für die nächsten zwei Tage liegt.

Ein Schlenker über den Markt mit Rathaus und Nieuwe Kerk muss aber noch sein. Das Rathaus muss warten, denn erstmal ist die Kirche dran. Nach den 365 Stufen zur Aussichtsplattform des Kirchturms steht mir aber nicht der Sinn, obwohl die Aussicht heute genial sein muss. Mir reicht der Innenraum mit weiteren Gräbern.

Wilhelm wurde nach dem tödlichen Attentat hier begraben. Der Weg ins Familiengrab zu Breda war im leider verwehrt, denn die Stadt war zu der Zeit in den Händen der Spanier. Gut für Delft, denn seit der Zeit finden alle Mitglieder des Hauses von Oranien in der unterirdischen Gruft der Kirche ihre letzte Ruhestätte. Zutritt jedoch verboten.

Sein Mausoleum kann man aber bewundern. Es gehört zu den UNESCO-Stätten der Niederlande und ist voller Symbolik. Vier weibliche Figuren stehen für die Werte Religion, Freiheit, Gerechtigkeit und Macht, für die William einst kämpfte. Der  kleine Hund hingegen steht für Loyalität. Es heißt, der Hund des Prinzen habe nach seinem Tod das Fressen verweigert und sei ebenfalls verstorben.


Vor mir liegt der Marktplatz. Im Mittelalter befand sich hier das Handelszentrum.

Nebenan befand sich die Stadswaag,                 >

das Wiegegebäude. Alles, was mehr als zehn Pfund wog, musste auf die Waage. Hier waren auch die Gold- , Silber- und Apothekersgilde untergebracht. Noch heute zu erkennen an den Gedenksteinen.

 

 

 

 

 

Und wo wir schon bei Holland-Klischees sind, muss natürlich auch das Erinnerungsfoto mit den Holzschuhen her.  

 

 

 

<  Überreste aus dieser Zeit finden sich heute noch, wie das Stadsboterhuis, wo die echte holländische Butter, ein Exportschlager zu damaliger Zeit,verhandelt wurde. 

 

 

Und keine paar Schritte weiter könnte ich mich beim Käse kaufen austoben. Will ich aber gar nicht. Trotzdem faszinieren mich die riesigen Käselaibe. Ich muss unbedingt noch mal im Sommer kommen, wenn einer der bekannten Käsemärkte ist.

Zum Abschluss des Tages noch ein Blick auf das Rathaus. Kein geringerer als de Keyser hat es entworfen und 1620 fertiggestellt. Zu damaliger Zeit galt er als einer der besten Architekten. Durfte er deshalb auch das Grabmal von Prinz Wilhelm von Oranien entwerfen?

Der Grafenturm, ursprünglich ein Gefängnis, war übrigens schon da und das Rathaus wurde um ihn herum gebaut.


Der Magen knurrt und es muss etwas zu essen her. Angeblich soll es im Stads-Koffyhuis Kleyweg die besten Sandwiches von Holland geben und die Toiletten sind mit Delft-Blau-Mosaiken verschönert. Na, wenn das kein Grund ist dort eine Pause einzulegen.

Mein Sandwich jedenfalls war sehr lecker

belegt mit: gebackenem Ziegenkäse, Ruccola, Feigen und Datteln.



Gesättigt mache ich mich jetzt auf den Weg nach Rijswijk.

Mit der Bahn sind das knappe 4 Minuten und das Hotel liegt ideal und keine 100 Meter vom Bahnhof entfernt. Doch oft kommt es ja anders, als man denkt. Was die deutsche Bahn kann, können die Holländer nämlich schon lange. Wegen eines defekten Zuges auf der Strecke kommt nämlich erst mal gar kein Zug mehr und aus den geplanten 4 Minuten werden 45.

Zum Glück muss ich keine Anschlusszug erreichen und mein Hotel läuft mir ja nicht weg.

Zuvor hatte ich mit Hilfe eines netten jungen Mannes auch den Fahrkartenautomaten überlisten können, mir doch eine solche auszuspucken. Hätte ich eine Chipkarte, die man immer wieder aufladen kann, wäre die Sache ja ganz easy. Einfach an die Schranke halten und am Ankunftsbahnhof ebenfalls. Das System errechnet den Fahrpreis und zieht ihn vom Guthaben ab. Diese blöde Chipkarte kostet aber € 7.50 extra, die man nicht zurück bekommt. Da nehme ich doch für die drei Tage lieber den Kampf mit dem Automaten auf. Zum Glück kann ich Englisch, denn deutsch spricht der nicht.

Was die Lage betrifft, ist das Hotel perfekt.

Das Zimmer ist groß und mit allem ausgestattet, was man so benötigt. Ich würde mich nur manchmal über eine Steckdose am Bett freuen. Für ein ****Sterne Haus zeigt das Zimmer aber bereits zu viele Abnutzungserscheinungen; auch dort, wo man es eigentlich rasch und ohne Aufwand beheben könnte.

Das Restaurant, in dem das Frühstück serviert wird heißt "La Cantina" und genauso ansprechend wirkt es auch. Ob man hier wohl nicht möchte, dass die Gäste gemütlich und in Ruhe frühstücken? Punkte gibt es nur für die Tatsache, dass es baked beans gibt. 



ziemlich schräge Architektur

12.09.2015

15°C
15°C
8.2 km
8.2 km

In der Liste der "52 Places to Go“ hat es Rotterdam 2014 immerhin auf  Platz 10 geschafft. (Auf Platz 1 war übrigens meine absolute Lieblingsstadt und wir reden hier nicht von Hamburg) Ich hätte nie gedacht, dass Rotterdam so interessant sein könnte, bringt man es doch immer nur mit Europas größtem Seehafen in Verbindung. Dabei hat die Stadt sogar einige Ex-Rekorde zu bieten. Welche das sind? Da müsst ihr uns schon durch die Stadt folgen.

Aber auch Rotterdam hat mal klein angefangen. Am Flüsschen Rotte ließen sich 1270 die ersten Fischer nieder, aber erst 1340 erhielt Rotterdam Stadtrechte. Was bietet sich an, wenn man am Fluss liegt? Klar das Handel und Schifffahrt florierten. Neue Wasserwege und Häfen entstanden und die Stadt entwickelte sich zum Welthafen.

Und dann kam der 14.05.1940 und Rotterdam wurde in Schutt und Asche gelegt. Kommunikationsprobleme waren daran Schuld, dass 90 deutsche Bomber nicht mehr zu stoppen waren, obwohl die Rotterdamer bereits kapituliert hatten. Kein Wunder, dass die uns nicht besonders mögen.


Die Stadt begrüßt mich mit Schietwetter. Das darf eigentlich nur Hamburg. Irgendetwas müssen die falsch verstanden haben, denn eigentlich hatte ich Sonne bestellt. Wird dann wohl nichts mit blauer Himmel und so auf den Fotos.

Unser heutiger Rundgang beginnt am modernen Hauptbahnhof. Was die Berliner können, können die Rotterdamer schon lange und so hat Rotterdams Tor zur Welt gleich mal seinen Spitznamen „Spitztüte“ weg. Warum kann man auf dem Foto sicherlich erkennen.

Ich war ja bereits in Münster vom Fahrradparkhaus am Bahnhof begeistert, aber das hiesige toppt alles.Tausende von Drahteseln finden hier einen Platz. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn Fahrrad ist eines der Wörter, die mir zu Holland spontan einfallen (neben Windmühlen, Käse, Holzschuhen und Frau Antje)


Hab ich eigentlich noch Restalkohol im Blut?                 >

Das wüsste ich aber! Trotzdem kommt es mir so vor, wenn ich mir das  Calypso betrachte. Die Gestaltung der Fassade lässt einen glauben, das Gebäude würde sich bewegen.

 

<  Und es geht gleich los mit Ex-Rekorden, denn das verspiegelte Delftse Poort war mit seinen 150 Metern Höhe vor gerade mal zehn Jahren noch das höchste Gebäude des Landes.

 

 

 

 

 

 


Der Schouwburgplein, auf den wir jetzt einbiegen, scheint hingegen zu schweben. Rotterdam ist schon eine seltsame Stadt. Ganz im Sinne einer Hafenstadt, sollen die vier roten Straßenleuchten Hafenkräne symbolisieren und sie bewegen sich auch alle paar Minuten unter Ächzen und Stöhnen. Der Bodenbelag aus Eisen und Holz in Kombination mit den Ablufttürmen der Tiefgarage erinnert ein bisschen an alte Ozeandampfer (die ja von hier in die neue Welt aufbrachen). 

Wo wurde wohl die autofreien Einkaufsstraßen (=Fußgängerzonen) erfunden? Na bei der Frage, liegt die Antwort doch nahe. Wir befinden uns inzwischen auf der Lijnbaan, die als erste große Shoppingmeile Europas gilt.

Nur wenige Gebäude haben damals den Bombenhagel heil überstanden. Dazu gehört das Rathaus mit seinem 70 Meter hohen Turm.                                                                 > 

 

Da wir ja heute ein Stück weit auf Rekordsuche sind, sei hier das Kaufhaus De Bijenkorf erwähnt. Zu seiner Einweihung 1930 kamen fast 70 000 Menschen (aber das ist nicht der Rekord). Auch dieses Gebäude wurde an jenem rabenschwarzen Tag fast vollständig zerstört und in den 50igern wieder aufgebaut. Und jetzt kommt es; mit der ersten Rolltreppe Rotterdams.                        >

 

 

 

 

 

Könnte man von der Börse auf den ersten Blick auch glauben. Keine 200 Meter entfernt wurde sie Opfer der Zerstörung, gehörte aber zu den Gebäuden, die 1941 als erste wieder aufgebaut wurden. Weniger schön finde ich den modernen Aufsatz.

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An der Grote Kerk ist heute scheinbar Rockertreffen mit Gottesdienst. Wo hab ich das bloß erst vor kurzem gehört? Richtig, am Hamburger Michel findet jedes Jahr ein Motorradgottesdienst statt. Der hier ist damit aber sicher nicht zu vergleichen. 


Kurz hinter der Kirche treffen wir auf die Binnenrotte. Na, wer hat aufgepasst und weiß, warum ich sie erwähne? Richtig, hier war der Ort, wo alles begann, wo das Flüsschen Rotte aufgestaut wurde und die Fischer sich niederließen. Von dem Flüsschen ist nichts mehr erhalten, das wurde 1971 zugeschüttet. Heute werden hier Märkte abgehalten und ganz neu ist die Foodwalhalla der Niederlande.

Nun sind überdachte Markthallen ja nichts außergewöhnliches, aber Rotterdam setzt natürlich noch einen drauf und kombiniert Frischmarkt mit Wohnungsbau. Zu mindestens hat man es nicht weit, wenn einem die frischen Zutaten fürs Abendessen ausgehen sollten. Es ist zwar noch früh am Morgen, aber bestimmt gibt es bei dem riesigen Angebot etwas, dass mich anlacht. Und davon gibt es sogar so einiges. Hängengeblieben bin ich schließlich bei einer Portion Poffertjes, die ich wie immer verteidigen muss. Dieses waffelähnliche Teiggebäck ist noch leckerer als die großen Waffeln in Belgien.  

Wer einen Blick nach oben wagt, wird verstehen, wieso man die Halle auch "niederländische Version der Sixtinischen Kapelle" nennt. 

Und was befindet sich gleich gegenüber? Ist da ein Ufo notgelandet oder eine riesige Satellitenschüssel umgekippt? Nein, es nur der Bahnhof Blaak, der 1877 als erster niederländischer Bahnhof mit einem schmiedeeisernen Dach errichtet wurde. Heute ist der ganze Bahnhof unterirdisch angelegt.

Rotterdam wäre ja nicht Rotterdam ohne seine ikonische Architektur. Eigentlich war hier eine Fußgängerbrücke geplant. Enstanden sind die Kubushäuser, an denen sich die Geister scheiden. Für den Architekten Piet Blom waren die, auf einer Spitze stehenden Häuser, eine Art städtischer Wald. Mit ein bisschen Fantasie kann man auch wirklich Bäume erkennen. Was mich aber brennend interessiert, wie es im Inneren aussieht und was für Möbel man wohl stellen kann. Wie gut, dass einer dieser Würfel zu besichtigen ist. Übrigens stehen die manchmal auch zum Verkauf. Wer also Interesse an sprichwörtlich schrägem Wohnen hat, mit 175.000 EUR ist man dabei. Mir gefallen die übrigens so gut, dass ich mir glatt eins kaufen würde, würden sie nur in einer anderen Stadt stehen.

Leicht verwirrt setzte ich meinen Weg fort und lande am alten Hafen. Bereits im Mittelalter liefen hier die ersten Schiffe ein. Was sagt uns das bezüglich Rekorde? Richtig, es ist die älteste Hafenanlage der Stadt. Heute ist er natürlich viel zu klein und es sind hier nur noch ein paar Hausboote zu finden.

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Was New York sein Big Apple, ist Rotterdam sein Red Apple. Benannt ist dieses rote Wohnhaus nach dem Apfelmarkt, der hier früher stattfand. Wer es nicht glaubt, da steht sogar noch ein alter Apfelbaum rum.

 

Mehr Aufsehen erregte hingegen der obszöne "Santa Claus“, der heute auf dem Eendrachtsplein steht .Zeitweilig war er aber auch in den Garten eines der Museen verbannt.

Warum nun aber die ganze Aufregung? Vielleicht ist das, was er in der Hand hält ja nur ein missglückter Weihnachtsbaum und nicht das, was die Menschen darin erkennen wollen. Künstlerische Freiheit und so.

Am Ufer liegt Het Witte Huis. Es war mit 43 Metern der erste Wolkenkratzer Europas. Darüber können die Scheichs in Dubai heute sicher nur lachen. Erstaunlich, dass ein solch markantes Gebäude die Bombardierung heil überstanden hat.

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Jetzt habe ich aber langsam genug von farbigen oder schrägen oder sonstigen Architektur-Ikonen. Rotterdam ist aber, was Kunst betrifft nicht knauserig und hat auch ein paar erwähnenswerte Skulpturen zu bieten.

Das Antikriegsdenkmal steht vor dem Rathaus. Zwei Männer, Frau und Kind sollen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verkörpern.


Ehrlich gesagt habe ich nach vier Stunden erst mal die Nase voll von so viel Architektur. Denkt man an Holland, denkt man doch unweigerlich auch an Windmühlen. Die will ich jetzt sehen und ich weiss auch einen Ort in der Nähe, da gibt es nicht nur eine, auch nicht zwei oder drei, sondern ganze 19 Stück, malerisch aufgereiht am Ufer eines Kanals. Und wie kommen wir da jetzt hin? Blöde Frage, mit einem Boot natürlich und das legt um 12:00 Uhr nicht weit von hier ab.

Gemächlich tuckern wir die Maas entlang durchs geschäftige Rotterdam, vorbei an den vielen Häfen.

Irgendwann haben wir die Stadt verlassen und es wird ländlich. Das ist schon eher das Bilderbuch-Holland, wie man es sich vorstellt. Da sag noch mal jemand was gegen die Japaner, die Neuschwanstein und das Oktoberfest für Deutschland halten. 

Aber eins muss man jetzt trotzdem zugeben. Diese Windmühlen am Kanal sind doch so perfektes Holland, dass man meinen könnte der alte Disney hätte seine Finger im Spiel gehabt. (Nur hätte es bei dem wahrscheinlich blauen Himmel gegeben) 

Warum hat jetzt ausgerechnet Holland so viele Windmühlen? Die dienten nämlich gar nicht zur Mehlgewinnung oder Stromerzeugung. Wie sicher bekannt ist, liegt ein großer Teil des Landes unter dem Meeresspiegel. Daher nutzte man bereits im Mittelalter die Mühlen zur Entwässerung überfluteter Gebiete. Mit der Industrialisierung kamen die ersten dampfbetriebenen Mühlen und heute gibt es moderne Pumpwerke. Schade um die schönen Mühlen. Von den einst über zehntausend Stück sind gerade mal tausend übrig. Da ist es ja mal gut, dass die von Kinderdijk heute unter dem Schutz des Weltkulturerbes stehen.  

Die meisten dieser Mühlen dienen heute als Ferienwohnungen. Eine kann man aber besichtigen und sich ein Bild vom Leben der Betreiber machen. Das war, abseits der Städte sicher nicht immer leicht. Gekocht, gelebt und geschlafen wurde im Erdgeschoss. Die älteren Kinder schliefen meist ein Stock höher und dann war auch schon Schluss. Der Schornstein und damit die Wärme endete im dritten Stock. Hier wurde im Winter oft Fisch geräuchert. Das erklärt auch die schwarzen Wände. Noch höher befindet sich dann das Drehwerk inklusive Bremse. Vorsicht war bei Sturm geboten, denn so manche heiß gelaufene Bremse hat eine ganze Mühle in Brand gesteckt.  


Der eine oder andere hat es wohl bereits befürchtet. Architektonisch haben wir nur eine kleine Verschnaufpause eingelegt und zurück in Rotterdam geht es gleich weiter mit dem Wilhelmina-Pier, der von weitem (oder bei Nacht) glatt als Little Manhatten durchgehen könnte.

Zuerst geht es über die Erasmusbrug, die wir vorhin bereits von der Wasserseite bewundern konnten. Sie trägt den Spitznamen "der Schwan" und ist das Wahrzeichen der Stadt. 280 Meter beträgt die Spannweite und gehalten wird sie von 32 Stahlseilen. Wirft man einen Blick auf den 139 Meter hohen Stahlpylon, kann man erkennen, woher der Spitzname kommt.


Gegenüber, auf dem Wilhelmina-Pier scheinen sich die Architekten so richtig ausgetobt zu haben. Eine ganze Reihe mehr oder weniger verrückter Bauwerke ist hier zu bewundern:

  • Dazu gehören der "Maastoren", der mit 164 Metern das höchste Gebäude des Landes ist. Aber das und die Information, dass für den Farbverlauf der Fassade 22 Grautöne genutzt wurden, machen ihn nicht unbedingt schöner.
  • Auch die drei miteinander verbundenen Türme  "de Rotterdam", die eine vertikale Stadt bilden sollen, lassen mich noch nicht in Entzücken ausbrechen.
  • Wären da noch die Wohn- und Arbeitstürme "New Orleans" und "Montevideo", aber auch denen kann ich nicht wirklich viel abgewinnen und wohnen hätte ich da auch schon von 9/11 nicht wollen.
  • Einzig den "Toren op Zuid" finde ich ein Stück weit interessant. Neigt der sich jetzt im Einklang mit der Brücke nach vorne? (oder liegt es am Untergrund?) Und wieso muss er gestützt werden? (oder ist das Kunst?). Glaubt man dem Architekten, sei das Gebäude Teil des Rotterdamer Hafens und dort stünden die Kräne ja auch nicht alle gerade. Übrigens entspricht der Neigungswinkel dem des schiefen Turms von Pisa. (irgendwie verfolgt der mich dieses Wochenende)
  • Das "Port World Center" war übrigens das erste Hochhaus auf dem Pier und von hier wird die gesamte Schifffahrt im Hafen überwacht und koordiniert.

Letzteres ist jetzt die perfekte Überleitung zu dem Teil des Piers, den ich mag.

Hier legten zwischen 1837 und 1970 die großen Passagierdampfer an und hier war die Holland-Amerika-Linie zu Hause. Einiges aus dieser Zeit ist erhalten geblieben:

  • Der größte Teil der Hallen fiel dem Krieg zum Opfer. Am Cruise Terminal kann man aber noch einen Blick auf die Ankunfts- und Abfahrtshallen aus der Zeit 1938/1949 werfen.
  • Das Jugenstilgebäude am Ende des Piers war einst der Hauptsitz der Reederei. Heute ist hier ein Hotel untergebracht mit dem passenden Namen "New York"
  • Und was liegt da am Pier für Krempel rum? Wer hat hier einfach sein Gepäck abgestellt? Dieses Monument soll daran erinnern, dass von hier tausende in die Ferne reisten und der Heimat für immer "Lebe wohl" sagten.
  • Wenn mir nur mehr Zeit bliebe, würde ich jetzt noch einen Abstecher zur legendären "SS Rotterdam" machen, die nicht weit entfernt 2008 ihren letzten Ankerplatz gefunden hat. Sie war das ehemalige Flaggschiff der Holland-Amerika-Linie und das größte, jemals in den Niederlanden gebaute Passagierschiff (mir gehen heute die Rekorde nicht aus)

Langsam neigt sich der Tag und da es wieder zu nieseln beginnt, spare ich mir den Weg zum Euromast.

Angeblich soll er 1960 in nur vier Wochen Bauzeit entstanden sein. Scheint aber, das die damals beim Bau nicht gepfuscht haben, denn er steht noch immer (gerade und nicht schief). Wollt ihr noch einen letzte Rekord? Mit seinen 185 Metern ist er der höchste Aussichtsturm im Lande. Na, wenn das mal nichts ist. Wahrzeichen Rotterdams ist er nämlich schon lang nicht mehr, aber der Blick von oben auf die Stadt ist bei schönem Wetter sicher genial.

Wisst ihr, was ich jetzt gern würde? Mich von Scotty ins Hotel beamen lassen oder wenigstens mit Hilfe von ein wenig Flohpulver reisen. Obwohl, weder mein Zimmer noch das Hotel haben einen Kamin. Das könnte etwas daneben gehen. Bleibt mir also nur der gute, alte Nahverkehr und der bringt mich in 20 Minuten ans Hotel. (und heute sogar pünktlich)

wo der König zu Hause ist

13.09.2015

18°C
18°C
8.2 km
8.2 km

Ein letzter Tag bei unseren niederländischen Freunden und da werde ich mir das königliche Den Haag vornehmen. Heute ist mir das Wetter wieder hold und vielleicht klappt es mit eine weitere Grachtenrundfahrt, denn genau wie in Delft ist auch hier die Altstadt von einem Grachtengürtel umgeben. Rekorde gibt es heute (fast) keine und auch die eigenwillige Architektur ist für diese Reise abgehakt.


Den Haag gilt als Stadt von Frieden und Recht. Warum? Weil hier der Friedenspalast steht und in ihm der Internationale Gerichtshof und das Ständige Schiedsgericht ihres Amtes walten.


Da liegt es doch nahe vor dem Gebäude die Ewige Flamme des Friedens zu entzünden. So geschehen erstmals am 18.04.2002. 2004 packte man noch einen oben drauf und legte den Weltfriedenspfad an. Wobei Pfad ein großes Wort ist für das, was man tatsächlich vorfindet. Er besteht aus 196 Steinen aus ebenso vielen Ländern. Mal schauen, ob ich den einen aus der Berliner Mauer (bunt) entdecken kann, sowie den von Robben Island (länglich).

Gemächlichen Schrittes begebe ich mich von hier Richtung königlichem Schloss. Hetzten muss ich heute wirklich nicht, denn Den Haag könnte man locker in einem halben Tag abhaken. (In Rotterdam hätte ich gestern gerne mehr Zeit gehabt)

Auf dem Weg liegen die ehemaligen königlichen Ställe

und so manche nette Aussicht auf die Grachten.


Das Palais Noordeinde, wo König Wilhelm-Alexander seines Amtes waltet, darf man leider nicht besichtigen. Aber wir wollen den König ja auch nicht bei der Arbeit stören, obwohl er am heutigen Sonntag wohl eher nicht anzutreffen sein sollte. Ob dem wirklich so ist, zeigt uns die Flagge: keine Flagge – kein König.

Zu mindestens der Palastgarten ist für das gemeine Volk zugänglich.

Wundert es jemanden, dass sich Noordeinde zu einem schicken und bekannten Einkaufsviertel der Stadt entwickelt hat? Ist doch praktisch, wenn die königliche Familie mal eben schnell shoppen gehen kann. Es wimmelt hier nur so von Modegeschäften, Antiquitätenläden und Galerien in wunderschönen Jugendstilgebäuden. Meine Kreditkarte sagt zu dieser Art von Geschäften aber vehement nein und lässt sich nur zu einem Eis in einem der vielen netten Straßencafes überreden. Klar, dass meine Drachen da vorne mit dabei sind.

Übrigens sind bereits alle Straßen geschmückt für den am Dienstag stattfindenden Prinsjesdag.

Gleich um die Ecke steht das Denkmal von Queen Wilhelmina. Es ist nur eines von vielen in dieser Stadt.

Sie war die erste niederländische Königin, hat ihr Land 58 Jahre lang regiert und durch zwei Weltkriege gebracht. Übrigens die längste Regentschaft je in den Niederlanden.

Das nenn ich doch mal Frauen-Power!


Wer die andere junge Dame auf der Bank ist, konnte ich leider nicht heraus bekommen. Sie spricht scheinbar nicht mit jedem.

Ein kleiner Schlenker bringt mich zur? Na, was hat jede niederländische Stadt zu bieten? Die Grote Kerk natürlich. Sie ist neben dem Binnenhof eines der ältesten Gebäude in Den Haag und ihr Kirchturm einer der höchsten des Landes. (Eigentlich wollte ich ja heute keine Rekorde mehr). Rechtfertigt das aber den Umweg? Eher nicht und eigentlich liegt sie auch nur auf dem Weg zum  

 

 

 

  

alten Rathaus. 1564 erbaut, kommt es im schönsten Renaissance-Stil daher und macht auf Fotos doch gleich was her.


Da die Sonne gerade dabei ist sich zu verabschieden und schon wieder dunkle Wolken aufziehen, verzichte ich lieber auf die Grachtenfahrt, die hier in offenen Booten stattfindet.

Stattdessen werden wir jetzt ins Herz der Stadt vorstoßen. Dabei kommen wir an die "De Lange Voorhout", eine der schönsten Flaniermeilen Europas.

Das war nicht immer so. Mitte des 14.Jhdts. standen hier Häuser krumm und schief nebeneinander. Karl V erkannte, dass aus dem Dorf langsam eine richtige Stadt wurde und da musste Ordnung her. Er ließ die Vorgärten zu einer breiten Allee zusammenfügen und vier Reihen Linden anpflanzen. Somit war die Lange Lindenallee, wie sie im Volksmund genannt wurde, geboren.

Im 17. Jhdt., dem sogenannten Goldenen Jahrhundert, war der Ort ein Treffpunkt der Haager "Schickeria" und wer was auf sich hielt, war hier anzutreffen. Im 18. Jahrhundert schließlich, verschwanden die letzten kleinen Häuschen und wurden durch würdevollere Gebäude ersetzt. Darunter auch der Hoge Raad, die höchste Gerichtsbarkeit der Niederlande.

Blickt man auf den Boden, wird einem der Muschelsand ins Auge fallen, dabei ist das Meer doch noch ein ganzes Eck entfernt. Sandboden befand sich hier schon immer und der sorgte immer wieder für Probleme, wenn die Pferdekutschen nach jedem Regen in den Schlammpfützen stecken blieben. Geht ja gar nicht, auf so einer Prachtstraße. Folglich wurde das Ganze mit Muschelsand verfestigt. Später wurde der durch Pflastersteine ersetzt, aber mit der Neugestaltung 2009 kehrte der gute alte Muschelpfad zurück.

Den Prinsjesdag habe ich ja bereits erwähnt. Der findet jedes Jahr am 3. Dienstag im September statt. An ihm wird das parlamentarische Sitzungsjahr eröffnet und das geht bei Königs natürlich nicht ohne Pomp und Gloria. In einer Kutsche, begleitet von gefühlten tausend Polizisten fährt das Staatsoberhaupt in den Binnenhof ein, um dort die Thronrede zu verlesen. 

Damit an diesem denkwürdigen Tag auch ja nichts schief geht, muss natürlich geübt werden. Gut für mich, denn so kann ich zu mindestens der Light-Version (ohne König) beiwohnen.

Der Binnenhof ist im wahrsten Sinne des Wortes das Herz der Stadt (wenn nicht sogar des Landes). Um diesen Hof herum entwickelte sich ab dem 13. Jhdt die Stadt Den Haag und seit 1446 tagt hier das niederländische Parlament.

Ursprünglich war er von Grachten und dem Schlossweiher umgrenzt. Letzterer ist noch erhalten und macht sich prächtig als Vordergrund für Fotos.

Zum Gebäudekomplex zählt auch das Kerkertor, das bis in das 19. Jhdt. als Gefängnis diente und das will ich mir jetzt etwas genauer anschauen.

Wollte schon immer mal wissen, wie es sich so anfühlt, eingesperrt in einen mittelalterlichen Kerker.

Obwohl, mit dem nötigen Kleingeld konnte man sich auch eine recht nette Gefängniszelle erkaufen.

Schreitet man durch das berühmte Tor, erblickt man den Rittersaal. Er war ursprünglich Festsaal des gräflichen Hofes und noch heute ist er Schauplatz von Empfängen.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Wie schnell doch so ein Wochenende vorbei ist. Langsam wird es schon wieder Zeit den Weg gen Bahnhof einzuschlagen.

Mein Fazit: Delft ist ein wunderhübsches, sehenswertes Hollandstädtchen, Rotterdam für Architekturliebhaber sicher interessant und Den Haag ist alleine keine Reise wert.