Dampfspektakel

Tag 1: Dampf und Fachwerkhäuser in Weinheim

25 Jahre Verkehrsverbund ! Das muss gefeiert werden und womit holt man die Leute hinterm Ofen hervor? Natürlich mit Dampfloks – da bekommen doch alle großen und kleinen Jungs feuchte Augen.

Das ganze Spektakel geht über vier Tage und den Auftakt macht Weinheim mit einem Bahnhofsfest.

Weinheim ist ein sehenswertes Städtchen, bewacht von zwei Burgen (die lasse ich heute aber links liegen) und einer historischen Altstadt.

Zentrum selbiger ist der Marktplatz mit dem alten Rathaus und der ehemaligen Löwenapotheke.

Der Turm aus dem 14. Jhdt war Teil der Stadtbefestigung und diente als Gefängnisturm.

 


Fast noch schöner finde ich aber das Gerberbachviertel mit seinen winkligen Gassen und malerischen Fachwerkhäusern     (muss der Traum eines jeden japanischen Touristen sein)

Genug Kultur für heute; jetzt geht es Dampfloks bestaunen.

Dampflok 01 118
Einfahrt einer Dampflok
Halt in Weinheim

Mehrmals täglich pendelt heute ein Dampfzug zwischen Weinheim und Darmstadt. Da die Loks regelmäßig Wasser in großen Mengen benötigen, ist in Weinheim jeweils ein einstündiger Stopp vorgesehen. Genügend Zeit um die Dampfrösser von allen Seiten zu begutachten.

Der eine oder andere normale Zug kommt dann auch mal durch.


Zu guter Letzt warte ich noch die Ankunft der historischen Straßenbahn ab, bevor ich mich auf den Heimweg mache.

Tag 2: Dampfloks auf der Drehscheibe in Neustadt

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung findet in Neustadt/Weinstraße statt. Hier ist das Bahnbetriebswerk einen Abend für Besucher geöffnet. Wo sonst hat man die Möglichkeit, die Versorgung der Loks sowie eine Parade aller beteiligter Dampfloks aus nächster Nähe zu bestaunen. Na, wer ist nun die schönste im ganzen Land?

lauter Beauties

Hier kommen die Stars der Veranstaltung. Zwar nicht auf dem roten Teppich, aber auch sie wissen, wie man sich in Szene setzt. Einmal über den Schienenstrang und auf der Drehscheibe eine Runde für das staunende Publikum. Applaus, Applaus!!

Dampflok Kohle 01150 (links)

Gebaut 1935 und beim Großbrand in einem Lokschuppen des DB Museums in Nürnberg schwer beschädigt, erlebt die Lok durch das Engagement einer Eisenbahn-Stiftung eine Wiedergeburt:seit Mitte 2013 ist sie wieder im Einsatz.

Dampflok Öl 41018 (rechts)

Sie ist die älteste noch erhaltene Maschine der Baureihe 41. Die Lok wurde 1939 von Henschel & Sohn in Kassel gebaut.

Mit Ausrüstung und Tender kostete sie damals 196 800 Reichsmark. Mit den 2 000 PS verbraucht die Lok pro 1000 km 14 bis 15 Tonnen Schweröl.

Dampflok Kohle 01118 (unten)

1934 von Krupp in Essen gebaut, ist die Lok als einzige ihrer Bauart bis heute ununterbrochen betriebsfähig geblieben. Das Erscheinungsbild ist insbesondere durch die großen Windleitbleche geprägt.



Auch die kleine Schlepptenderlok „Speyerbach“, eine dreiachsige ehemalige Industrielok aus dem Jahre 1904, steht den großen in nichts nach und dreht munter ihre Kreise auf der Drehscheibe.

Sie ist heute noch im Einsatz und fährt an Wochenenden als Kuckucksbähnle ins Elmsteiner Tal.

Tag 3: mit Bus und Bahn durchs Ländle

Am letzten Tag will ich jetzt auch endlich mal mit den verschiedenen historischen Gefährten fahren. Meine geplante Strecke: Karlsruhe - Neustadt (mit der Dampflok) - Bad Dürkheim (im Postbus).

In Karlsruhe angekommen, steht mein Dampfzug schon auf Gleis 14 bereit. Bis zur Abfahrt ist aber noch etwas Zeit um die Lok in Augenschein zu nehmen. Die 01118 ist inzwischen eine alte Bekannte, die ich bereits in Weinheim und auf dem Betriebswerk in Aktion sehen konnte.

Die Lok war früher im Dienst der Reichsbahn der DDR. Bis zu ihrem Verkauf an die Historische Eisenbahn Frankfurt am 5. November 1981 wurde sie noch täglich genutzt und hatte laut Betriebsbuch insgesamt 3 559 271 Kilometer zurückgelegt.


Pünktlich um 11:17 Uhr geht es Richtung Neustadt. (da können sich die modernen ICEs mal eine Scheibe abschneiden, was Pünktlichkeit betrifft)

 

 

 

 

In Neustadt habe ich fast zwei Stunden Aufenthalt. Das reicht für einen Besuch des Eisenbahnmuseums:

Paulchens neuer Arbeitsplatz:

kleine Rostlaube:

noch mehr Loks:


Im alten gelben Postbus geht es nun weiter nach Bad Dürkheim. Im Anhänger dürfen aus Sicherheitsgründen schon lange keine Passagiere mehr mitfahren.

Unterwegs treffen wir auf einen weiteren Bus und einen hübschen kleinen Oldtimer. 

Eine Fahrt mit der guten alten VRN4 zurück nach Mannheim beendet diesen Ausflug in die Nostalgie.

 

 

mehr Pfalz

oder

mehr Ländle ??